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De Staat verzaubern München mit ihrem wilden Mix

Das genreübergreifende Quintett De Staat war gerade erst mit Muse auf Tour. Dennoch heizen die fünf Niederländer weiter auch in kleinen Clubs ihren Fans ein. So etwa am Montag im Münchner Strom.

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Rangiert stimmlich zwischen Jimmy Somerville und Louis Armstrong: Torre Florim, der Frontmann von De Staat.  Foto: 

Draußen torkeln Betrunkene über die Straßen. Ums Eck vom 500 Besucher fassenden Indie-Club Strom in München hat jüngst das Oktoberfest die Zapfhähne aufgedreht. Drin herrscht Vorfreude. Von der Erwartung einer der vielversprechendsten Bands der vergangenen Jahre – und der größten holländischen Rock-Hoffnung seit Golden Earring – vermögen die Amsterdamer Indian Askin mit gutgelauntem Retro-Rock zwar eine Weile abzulenken. Aber dann wird es Zeit für die Herren aus Nijmegen, die sich ganz unbescheiden „Der Staat“ nennen – und in Sachen Rhythmus wie versierte Medizinmänner agieren: De Staat.

Die sämtliche Musikgenres aufsaugende und einem relaxenden Zaubertrank gleich wieder ausspeiende Band um Sänger, Songwriter  und Soundtüftler Torre Florim ist frisch von der Welttour zurück. Mit Muse, jenen Briten, die seit den späten 1990er Jahren als zuverlässiger Fixstern am Rock-Firmament prangen. Auf die zehn Jahre jüngeren De Staat hingegen wurde die Musikwelt übers Heimatland hinaus erst Anfang 2016 beim Branchentreff Eurosonic aufmerksam. Und mit ihr die Fans. Die Internet-Videos ihres fulminanten Live-Auftritts samt Circle Pit zum Radiohit „Witch Doctor“ verbreiteten sich so schnell wie billige synthetische Drogen. Seitdem singen die Fans in schweißtriefenden Clubs die Stücke der fünf Alben entrückt mit. Im März etwa, im Stuttgarter Goldmarks. Kurz darauf, als Vorband von Muse in der Münchner Olympiahalle, schnellte die Zahl der hypnotisierten De-Staat-Chorknaben, Mithüpfer und Rundtänzer in den Zehntausender-Bereich.

Dennoch spielt der niederländische Fünfer noch immer in überschaubaren Locations wie dem Strom – das am Montag nicht ganz ausverkauft war. Das Oktoberfest dürfte daran kaum schuld sein: Die Klientel im Club zwischen Ü?50, Mittdreißiger und ganz jung in Hot Pants und mit Blumengirlande im Haar scheint nicht wiesnaffin. Vielmehr wollen das die optisch heterogen gestylten Mannen zwischen Kiffer-Mähne und Krawatte so: Frontmann Torre Florim, der gesanglich an Jimmy Sommerville ebenso heranreicht wie an Louis Armstrong, Bassist Jop van Summeren, Drummer Tim van Delft, Gitarrist Vedran Mircetic und Rocco Hueting an Synthesizer, Gitarre und Theremin freuen sich über die angeblich drei Besucher, die schon beim vorherigen Auftritt im Strom dabei waren, finden den Sound dort besser als in vielen Stadien – und würzen ihre eineinhalbstündige Mixtur aus Zutaten einer gut hundertjährigen Musikhistorie mit selten Gespieltem wie „Round“. Dazu harte Beats, schwere Sounds, experimentelles Anreichern von Bekanntem. An den Anfang dieses Abends, der Pop, Rap, Rock, Blues, Elektro und Disco dissonanzfrei vereint, setzen sie – wie ein halbes Jahr zuvor in Stuttgart – aber das tanzbare „Peptalk“. Und ans Ende die wunderbar an die Beastie Boys erinnernden Kracher „Sweat Shop“,  „Input Source Select“ und „Witch Doctor“ – samt Rundtanz.

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