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Audioguide zur NS-Geschichte von Kunst

Die Staatsgalerie Stuttgart setzt jetzt den nach eigenen Angaben weltweit ersten Audioguide zur Nazi-Vergangenheit von Kunstwerken ein.

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Den Besuchern wird auf einer Tour durch die Sammlung in kompakten Beiträgen und teils mit historischen Fotos die meist wechselvolle Geschichte hinter elf Kunstwerken erzählt. Dieser Rundgang gibt Einblicke in die gesamte Bandbreite des Kunstraubs in der Nazi-Zeit. Die Werke stammen oftmals aus ehemals bekannten jüdischen Sammlungen. "Wir wollen die Provenienzforschung, die sonst hinter den Kulissen stattfindet, allen zugänglich machen", sagte Direktorin Christiane Lange.

"Die Heiligen Drei Könige mit Gefolge" aus dem 15. Jahrhundert etwa hatte sich einst NS-Politiker Hermann Göring bei einem Gang durch die Staatsgalerie für seinen Jagdsitz ausgesucht. Das "Selbstbildnis mit rotem Schal" von Max Beckmann wurde von den Nazis 1937 als "entartet" beschlagnahmt und vom Kunsthändler Hildebrand Gurlitt erworben. Der sollte das "entartete" Beckmann-Werk im Ausland verscherbeln. Nach dem Krieg wurde es über eine Galerie in München ein zweites Mal für Stuttgart erworben. Ernst Ludwig Kirchners expressionistisches Ölgemälde "Ins Meer Schreitende" von 1912 war zwischenzeitlich in einem Garten vergraben. Heute steht fest, dass es bereits 1924 von den ursprünglichen Besitzern ordnungsgemäß verkauft wurde - also vor der Nazi-Zeit. Ansprüche der Nachfahren seien zurückgewiesen worden, hieß es.

Anja Heuß, die Provenienzforscherin der Staatsgalerie, befasst sich vor allem mit Werken, die nach 1933 erworben oder die vor 1945 entstanden sind. In der Staatsgalerie sind rund 1500 Gemälde und 4500 Grafiken betroffen. 400 wurde bisher überprüft, sieben Werke seit 1998 an die rechtmäßigen Besitzer zurückgegeben. Ähnliche Werte hätten vergleichbare Museen auch, so Heuß.

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