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Was passiert mit Kirchen-Gelände in der Heinrich-Heine-Straße?

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Noch steht die Fläche der Kirche in der Heinrich-Heine-Straße leer. Das könnte sich künftig ändern: Die Stadt würde hier gerne Einheiten für den sozialen Wohnbau errichten.  Foto: 

Vor knapp zwei Jahren war das kirchliche Grundstück in der Heinrich-Heine-Straße in Großsachsenheim das Streitthema in der Stadt (die BZ berichtete). Die Evangelische Kirche hatte die Fläche trotz großem Protest an den Landkreis für die Erst­unterbringung von Flüchtlingen verpachtet. Die kam jedoch nie. Jetzt hat der Landkreis nach BZ-Informationen bekundet, dass er sich vorstellen kann, den Pachtvertrag für das Grundstück aufzulösen. Interessenten gibt es bereits. Was genau passiert, ist jedoch noch offen. Die Stadtverwaltung Sachsenheim würde gerne sozialen Wohnraum schaffen.

Bisher ist aber weiterhin der Pachtvertrag zwischen Landrats­amt und Kirche gültig. Erste Kontakte hat es aber bereits gegeben. „Zum jetzigen Zeitpunkt soll der Mietvertrag nicht aufgelöst werden. Jedoch hat der Landkreis der Stadt Sachsenheim angeboten, mit dem Vermieter abzuklären, ob auch eine Vermietung an die Stadt Sachsenheim infrage kommt“, sagt Landratsamts-Sprecher Dr. Andreas Fritz.

Heißt: Wenn die Stadt und die Kirche sich einigen, steht das Land wohl nicht im Weg, da es derzeit ohnehin nur Pacht für ein braches Grundstück zahlt. Die Stadt hat bereits Überlegungen, was mit dem Gelände passieren soll. „Wir haben der Kirche bekannt gegeben, dass wir bereit wären, einzusteigen“, sagt Bürgermeister Horst Fiedler. Er möchte dort eine „Mischung aus sozialem Wohnungsbau und untergeordnet auch die Unterbringung von Aslybewerbern – das möchte ich nicht verschweigen –“ schaffen.

In erster Linie wäre die Bebauung für Menschen mit einem Wohnberechtigungsschein. „Bei uns fällt diese Gruppe bisher durchs Sieb“, gibt der Bürgermeister zu. Konkrete Pläne zur Bebauung und der Anzahl der Personen, die dort leben könnten, gebe es noch nicht. Das Projekt ist eher als langfristiges zu sehen. Zumal wohl massive Bauten entstehen würden, die sich von den jüngst verabschiedeten Systembauten für den Heinzenberger Weg in Klein- und den Seepfad in Großsachsenheim unterscheiden sollen. „Optisch könnten man das sonst verbinden – nach dem Motto: gleiches Aussehen, gleicher Inhalt. Zudem können wir hier auch städtebaulich Akzente setzen“, betont Fiedler.

Die Evangelische Kirche sei ihrerseits „durchaus offen für Vorschläge aus der Stadtverwaltung“, betont Pfarrer Dieter Hofmann auf BZ-Nachfrage. Jedoch hat der Kirchengemeinderat in seiner Sitzung am Dienstag beschlossen, das Thema ruhig und bedacht anzugehen. „Wir werden uns Zeit nehmen für eine Lösung, die im Sinne der gesamten Gemeinde ist“, sagt der Pfarrer.

Die Stadt ist nicht der einzige Interessent. Zuletzt hatte sich nach BZ-Informationen eine Person an die Kirche gewandt. Sie will auf dem Gelände einen privaten Kindergarten einzurichten. Diese Variante wurde bereits mehrfach diskutiert, allerdings gab es laut Stadt und Kirche immer wieder Gegenwind aus der Bürgerschaft. Während die Anwohner nach BZ-Informationen mittlerweile davon angetan wären, sehen die beiden Institutionen diese Variante eher kritisch.

„Im Moment sehen wir laut Bedarfsplanung keinen Bedarf. Das Eck ist gut abgedeckt“, betont Bürgermeister Fiedler mit Blick auf drei Einrichtungen in unmittelbarer Nähe zum Zimmerer Pfad. Pfarrer Hofmann teilt diese Ansicht. „Die Kindergartendichte hier ist bald zu hoch.“ Auch das könne mit Blick auf Geräuschpegel und Verkehr nicht im Sinne der Anwohner sein. Zudem seien die Ideen noch nicht ausreichend konkret gewesen.

Jens-Hendrik Janzen, einst Sprecher der Initiative, die sich gegen die geplante Unterkunft des Landratsamts gebildet hatte, findet dagegen: „An sich ist das Grundstück ideal für einen Kindergarten. Und das befriedet doch alle.“ Für den Fall, dass dort Flüchtlinge untergebracht werden, sei aus seiner Sicht erneut Widerstand aus der Bürgerschaft zu erwarten.

Zumindest mittelfristig spielt der Standort aber laut Bürgermeister keine Rolle bei der Anschlussunterbringung von Geflüchteten. In der Gemeinderatssitzung am 5. Oktober werden weitere Standorte thematisiert. „Die Heinrich-Heine-Straße ist nicht dabei – zumal wir über diese ja noch gar nicht verfügen können“, meint Fiedler.

Entgegen Behauptungen sei die Nutzung des Geländes an keinerlei Auflagen gebunden. Während der Diskussion um die einst geplante Erstunterbringung für Flüchtlinge war das Gerücht aufgekommen, dass die Kirche das Grundstück nur für soziale Zwecke verwenden darf. Das verselbstständigte sich so, dass es sich selbst in den Köpfen der Stadtverwaltung verankerte.

Doch der evangelische Pfarrer Dieter Hofmann kontert: „Das ist eines der Märchen, die hier verbreitet wurde. Laut des Geistlichen wurden dieses und zwei weitere Grundstücke einst ohne große Auflagen als Acker verkauft. Kurz darauf wurde die Fläche zum Baugebiet, was den Wert der Grundstücke enorm steigerte. „Der Verkäufer wusste, dass er uns damit ein Geschenk macht“, betont er.

Zwei Grundstücke verkaufte die Kirche kurz darauf, das jetzt heftig diskutierte behielt sie. msc

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