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Vorwurf: Schule geschwänzt

Vor dem Ludwigsburger Jugendgericht musste sich vor Kurzen ein junger Mann aus Markgröningen verantworten. Vorwurf: Er habe die Schule geschwänzt.

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Er hatte noch keinen Hauptschulabschluss, war noch nicht volljährig und deshalb schulpflichtig: Ein Jugendlicher aus Markgröningen ging aber nicht zur Schule und bekam deshalb vom Ludwigsburger Landratsamt einen Bußgeldbescheid über 130 Euro. Jetzt kümmert sich das Ludwigsburger Jugendgericht um die Angelegenheit, zumal sich der inzwischen auf einer Berufsschule befindliche Schüler einer psychologischen Untersuchung (PU) aussetzen musste.

Wer noch nicht 18 Jahre alt ist und keinen Schulabschluss hat, ist mindestens berufsschulpflichtig und muss Minimum einen Tag in der Woche zur Schule gehen: So viel stand zu Beginn der Gerichtsverhandlung dem Schulgesetz nach fest. Der im Mai noch nicht volljährig gewesene Markgröninger war damals aber nicht in der Berufsschule, sondern bei der Agentur für Arbeit. Er war 2013 von der Förderschule abgegangen und brauchte einen Hauptschulabschluss. Die Agentur für Arbeit schickte ihn zu einer Schulpsychologin. "Sie sollte prüfen, ob ich weiterhin zur Schule kann", erklärte der heute 18-jährige Betroffene vor dem Jugendgericht. "Und sie sagte, ich sei nicht schulbereit."

Er habe die psychologische Untersuchung nicht bestanden, berichtete der Markgröninger. Das Ergebnis der Untersuchung liege der Agentur für Arbeit vor. Damit könnte es teilweise zu dem Vorwurf passen, der junge Mann hätte von Januar bis Mai keine Schule besucht. Als Zeugin befragte das Jugendgericht eine 44-jährige Lehrerin einer Ludwigsburger Berufsschule, auf welcher der junge Mann mittlerweile ist. An die Postanschrift der Eltern, sagte sie, sei ein Standardbrief des geschäftsführenden Schulleiters für den Landkreis gegangen. Es sei aber 14 Tage lang keine Reaktion gekommen. Also sei mit einem zweiten Brief eine Frist gesetzt worden. Die Mutter des Beschuldigten hätte melden sollen, dass ihr Sohn seiner Schulpflicht nachkommt, ansonsten würde ein Bußgeld verhängt. Schließlich setzte es den Bußgeldbescheid über 130 Euro. Den Berechnungen der Behörde lag nach seien 13 Tage versäumt worden.

Den Brief habe er nicht bekommen, beteuerte indes der Schüler. Von Januar bis Mai, wiederholte er, sei er an die Agentur für Arbeit angebunden gewesen, wo man eine Schule für ihn gesucht und ihn zur Psychologin geschickt habe. Von der Psychologin wusste wiederum die Lehrerin nichts. Nach dem Ergebnis der Psychologischen Untersuchung will sich das Jugendgericht nun erkundigen. Falls sich herausstellen sollte, dass der Schüler nicht schulfähig war, kann der Vorwurf des Verstoßes gegen das Schulgesetz nicht aufrechterhalten werden.

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