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Stromsäulen: Die Kommunen legen los

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Der Sachsenheimer Stadtrat Peter Schreiber (SPD) beklagte jüngst in der Gemeinderatssitzung die Versorgung mit E-Ladestationen. „Im ganzen westlichen Landkreis gibt es keine Station“, sprach er das gesamte Stadtgebiet Sachsenheims bis nach Vaihingen an.

Wenige Firmen oder Privatpersonen bieten bereits Auflademöglichkeiten (siehe Infokasten). Aber die Städte halten bisher keine Stationen vor. Peter Schreiber wollte deshalb von der Stadtverwaltung wissen, welche Pläne sie in dieser Hinsicht verfolgt. „Ich wollte auf alle Fälle mal ein Signal, dass auch die Stadt Sachsenheim das Thema in Angriff nimmt“, meint Peter Schreiber, „ein Anfang wäre mal wichtig.“

Genau der soll nun gemacht werden: Sowohl in Sachsenheim, als auch in Vaihingen gibt es konkrete Planungen. In Oberriexingen sollen laut der Stadtwerke Bietigheim ebenfalls zwei Ladepunkte in der Tiefgarage Stadtmitte bis Jahresende in Betrieb genommen werden. Auch in Sersheim seien Ladepunkte geplant.

Noch keine Gesamtkonzepte

In Sachsenheim soll zunächst ein „Pilotprojekt“, entstehen, sagt Wirtschaftsförderer Matthias Friedrich auf BZ-Nachfrage: „Wir haben mit der Energie Sachsenheim einen Antrag für Fördermittel im Bereich des Bahnhofs gestellt“, erklärt er. Es sollen zwei sogenannte Normalladesäulen mit einer Leistung von 22 Kilowatt bei den Park-and-Ride-Plätzen am Bahnhof entstehen. Die Ladezeit für E-Autos beträgt dort dann zwischen einer und vier Stunden.

Parallel werden weitere Möglichkeiten geprüft. „Wir schauen derzeit auch an anderen Standorten, wie wir Förderprogramme abrufen können“, berichtet Matthias Friedrich. Und: „Ob weitere Standorte folgen, hängt von einem Gesamtkonzept ab, das noch nicht erstellt ist.“ Unter anderem deshalb noch nicht, weil die Stadt noch nicht genau wisse, in welche Richtung das Thema genau geht: beispielsweise, ob sich Normal- oder teurere Schnellladestationen durchsetzen und welche Auswirkungen das auf die Netzauslastung hat.

Sachsenheim hat rund 8000 Euro Bundesfördermittel für die Aufstellung der Ladensäulen und den Anschluss ans Netz beantragt. Die Bewilligung steht noch aus. „Es sind sehr viele Anträge eingegangen. Aber ich schätze schon, dass wir in diesem Jahr noch beginnen können“, sagt Matthias Friedrich. Ob die Nutzer ein Entgelt zahlen müssen, ist offen. „Möglicherweise ist es zunächst kostenlos. Aber wenn immer mehr Autos E-Tankstellen nutzen, ist es wahrscheinlich, dass es kostet oder teurer wird“, sagt Friedrich.

In Vaihingen sollen im Herbst die ersten beiden Ladestationen aufgestellt werden. Und zwar im Bereich  des Parkhauses Köpfwiesen und beim Parkplatz Peterskirche. Es wird sich jeweils um 22-Watt-Stationen mit zwei Ladepunkten handeln. „Der Beschluss wurde im Gemeinderat bereits gefasst“, berichetet Stadtsprecherin Martina Fischer.

Einen langfristigen Plan verfolgt auch Vaihingen nicht. „Das ist jetzt mal ein Anfang. Wir wollen sehen, was sich daraus entwickelt“, erklärt Martina Fischer. Denn die Stadt will auch nicht zu sehr in die Offensive gehen. „Wir sehen auch private Investoren, zum Beispiel die Tankstellen, in der Pflicht. Das sollte nicht nur eine kommunale Sache sein.“

Die beiden beschlossenen Ladestationen werden von der Stadt Vaihingen auf eigene Faust angeschafft. Fördergelder wurden nicht beantragt. Die Säulen kosten jeweils 10 700 Euro, zusätzlich der jährlichen Betriebskosten. Fördermittel seien in diesem Fall nicht infrage gekommen, meint die Stadtsprecherin. In Vaihingen ist bereits klar, dass das Stromtanken Geld kosten soll. Über ein Abrechnungssystem eines Einergiekonzerns sollen verschiedene Zahlungsmöglichkeiten angeboten werden.

Einige wenige Stationen gibt es bereits zwischen Sachsenheim und Vaihingen, allerdings sind diese nur bedingt nutzbar. So hat beispielsweise Porsche im Eichwald auch eine Säule, die von Nicht-Mitarbeitern genutzt werden kann. Das bestätigte die Firma „innogy“ gegenüber der BZ.

Zwei weitere Stationen stehen in Vaihingen in der Gerok- und in der Planckstraße. Sie gehören Familie Randoll und der dazugehörigen Firma „Auf nach Mallorca“. Allerdings sind sie nur für Mitarbeiter und Durchreisende, wie Helmut Randoll erklärt. „Das ist eine Art Selbsthilfe, so lange das Netz noch so lückenhaft ist.“ msc

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