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Stellungnahme gegen den Terror von Istanbul

Nach dem blutigen Anschlag in Istanbul nimmt der Türkisch-Islamische Kultur- und Sportverein aus Sachsenheim Stellung gegen den Terror - auch wegen der Sorge, dass Muslime mit Mördern gleichgesetzt werden.

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Ismet Harbi, der Vorsitzende des Türkisch-Islamischen Kultur- und Sportvereins in Großsachsenheim, im Gebetsraum der Moschee.  Foto: 

Einen Tag nach der Bluttat am Bosporus hat der Vereinsvorsitzende Ismet Harbi am Mittwochabend um kurz vor Mitternacht eine E-Mail an die Redaktion der BZ gesendet. Darin verurteilt er im Namen des Vereins "aufs Schärfste" diesen Angriff, bei dem zehn deutsche Urlauber ums Leben gekommen sind: "Unsere Gedanken und Gebete sind in diesen Stunden bei den Opfern und ihren Angehörigen." Die türkische Regierung macht den sogenannten "Islamischen Staat" für die Attacke verantwortlich.

Die Täter, schreibt Ismet Harbi, machten durch die Wahl des Anschlagsortes deutlich, worauf es ihnen ankomme: "Sie wollen verhindern, dass Menschen unterschiedlichen Glaubens und unterschiedlicher Herkunft sich besser kennenlernen und friedlich miteinander leben. Diesen heimtückischen und menschenverachtenden Motiven stellen wir uns entschieden entgegen." Unter anderem schreibt der 50-jährige Metallarbeiter, der türkischer Staatsbürger ist und seit 35 Jahren in Sachsenheim lebt, folgende weitere Zeilen: "Wir lassen nicht zu, dass Angst und Hass obsiegen. Wir stehen gemeinsam ein für mehr Offenheit, für mehr Freiheit. Und dafür, dass wir noch enger für einander einstehen - gleich welcher Herkunft, gleich welchen Glaubens."

Haben Ismet Harbi und die anderen Mitglieder des Kulturvereins Angst, als Muslime mit Terroristen in einen Topf geworfen zu werden?

Eine gewisse Sorge ist dem Vorsitzenden im Gespräch anzumerken: "Es ist leider so, dass diese Terroristen sich auf den Islam berufen. Wer das jeden Tag über die Nachrichten zu hören bekommt, denkt irgendwann mal: Islam ist gleich Terror. Das ist total falsch, aber kaum aus den Köpfen zu kriegen."

In Sachsenheim, sagt Ismet Harbi, hätten er und die Mitglieder seines Vereins diesbezüglich noch keine konkreten Anfeindungen wegen ihrer Religion erlebt. "Wir haben milde und angenehme Verhältnisse zu den anderen Sachsenheimern und wir versuchen das auch weiterhin zu pflegen", sagt der Vereinsvorsitzende. Dass es auch in Sachsenheim Menschen gibt, die wegen Mördern wie in Istanbul Islam und Terror gleichsetzten, vermutet er allerdings schon.

Daher also die entschiedene Distanzierung, die laut Ismet Harbi den Mitgliedern des Kulturvereins ein großes Anliegen gewesen sei. "Die Menschen, die zu uns in die Moschee kommen, haben gesagt, wir müssen ein Zeichen setzen, dass wir für Frieden und für Friedfertigkeit sind. Terror und Gewalt will keiner von uns."

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