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Stadt geht die Flüchtlingsunterbringung an

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Der Fun-Park in Großsachsenheim soll bald verlegt werden und Platz für die Anschlussunterbringung schaffen.  Foto: 

Jüngst war die Stadt bei der Anschlussunterbringung unter Druck geraten, weil sie die Zuweisung des Landratsamts an Geflüchteten nicht bewältigen konnte. Die Folgen waren eine Notunterbringung in den als Klassenzimmer vorgesehenen Containern der Gemeinschaftsschule sowie Proteste der Bürger. Damit dies nicht erneut vorkommt, hat der Gemeinderat nun Beschlüsse für Neubauten gefasst. Gebaut werden soll zunächst an drei Stellen in Großsachsenheim: Im Gewerbegebiet Holderbüschle, auf dem Gelände des Fun-Parks und dem Parkplatz Sersheimer Straße.

200 vornehmlich städtische Grundstücke wurden geprüft. Dabei wurde auf die Daten aus der Grunduntersuchung 2015 zurückgegriffen. Die Fraktionschefs hatten am Donnerstag vor der Gemeinderatssitzung in ständigem Kontakt gestanden, um eine möglichst einvernehmliche Entscheidung zu fällen.

Unstrittig war der Parkplatz Sersheimer Straße. Der werde laut Verwaltung nicht besonders stark genutzt. Gebaut werden soll analog zur geplanten Unterkunft im Seepfad in Modulbauweise. 795 000 Euro sind hierfür vorgesehen, Platz gibt es für 30 Menschen – macht pro Platz 26 500 Euro.

Ebenfalls Konsens gab es für eine Container-Lösung im Holderbüschle. Für rund 1,64 Millionen Euro soll hier eine Unterkunft für bis zu 60 Personen entstehen. Macht pro Platz Kosten von 27 300 Euro. Nicht zuletzt weil das Grundstück als Zufahrt für eine potenzielle Erweiterung des Gewerbegebiets vorgesehen ist, soll die Nutzung fünf bis zehn Jahre betragen. Einen Haken gibt es, wie Bürgermeister Horst Fiedler anmerkte: „Wir bringen Wohnen und Gewerbe zusammen. Im Zweifel siegt das Wohnen.“ Heißt: Kommen Lärm-Beschwerden, könnte es zu Einschränkungen für die Unternehmen kommen.

Die dritte Anlage soll auf dem Gelände des jetzigen Funparks bestehen. Auch hier herrschte überwiegend Einigkeit – auch darüber, dass der Park an anderer Stelle wieder aufgebaut werden muss. Erst zuletzt hatte die Stadt eine Rampe und weitere Geräte erstanden. „Wir können sie an anderer Stelle wieder aufbauen“, betonte Bürgermeister Horst Fiedler, „thematisch gehört der Funpark zum Sportzentrum.“ Bei den dortigen Kindergärten besitzt die Stadt eine Grünfläche.

Am bisherigen Standort am Bahnhof sollen indes 60 Menschen unterkommen. Mit 1,51 Millionen Euro liegen die Kosten in einem ähnlichen Bereich wie im Holderbüschle. Gebaut wird hier wiederum in Modulbauweise, sodass später eine Nutzung für den sozialen Wohnungsbau denkbar ist. Bauanträge können in allen drei Fällen unverzüglich eingereicht werden. Inklusive der erforderlichen Genehmigungen benötigt die Fertigstellung jeweils acht bis neun Monate.

Zwei weitere Standorte

Darüber hinaus wurden die Steingrube sowie der Standort Winternäher in Ochsenbach als weitere Standorte festgelegt. In der vorrangig zu behandelnden Steingrube hatte die Stadt zunächst 60 Plätze vorgeschlagen, ebenso viele wie im Winternäher. Der Ochsenbacher Ortschaftsrat soll aber kommende Woche noch über die Anzahl beraten. Bis zu 30 Plätze könnten umgeschichtet werden. Dann würden in der Steingrube drei dreistöckige Bauten in Modulbauweise nötig. Grundvoraussetzung ist hier die Fertigstellung der neuen Brücke zur Steingrube.

Der von der Stadt vorgeschlagene Standort auf dem Parkplatz des Kleintierzüchtervereins wurde vom Gremium abgelehnt. Den hatte die Verwaltung sogar zur sofortigen sofortigen Umsetzung vorgeschlagen. Zu groß waren die Befürchtungen, dass der Verein durch die fehlenden Parkplätze in die Krise schlittern könnte. Keine Mehrheit fand ein bisher nicht verkauftes Grundstück im Neubaugebiet Sonnenfeld. Vor allem die Grüne Liste hatte die Abstimmung darüber forciert.

Für 2018 wurden der Stadt 140 Personen vom Landratsamt zugewiesen. Mit einem erwarteten Überschuss aus diesem Jahr steigt die Zahl auf 186. Mit den beschlossenen Unterkünften. „Ob dann so viele kommen oder nicht, wissen wir nicht“, sagte der Bürgermeister. Zuletzt seien weniger gekommen als prognostiziert.

Für die Betreuung der Flüchtlingsunterkünfte, derzeit sind es zehn in städtischer Hand, hat der Gemeinderat der Verwaltung auch den Auftrag erteilt, eine Hausmeisterstelle in Vollzeit auszuschreiben. Schon jetzt seien die städtischen Mitarbeiter überfordert, betonte Silke Deuschel vom Bürgerservice. Die Kosten seien mit 46 000 Euro im Jahr nur halb so hoch wie bei einem vergleichbaren Hausmeisterdienst einer externen Firma.  msc

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