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Stadt für Tempo 30 in Ochsenbach

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Vor kurzem waren vorwiegend Bewohner aus Ochsenbach auf die Straße gegangen, um ihrem Unmut über die Verkehrssituation im Dorf Luft zu machen. Kinder wurden auch mitgenommen.  Foto: 

Die Stadt Sachsenheim spricht sich für die Einführung einer Geschwindigkeitsbegrenzung auf 30 Kilometer pro Stunde in der Dorfstraße Ochsenbach aus. Dadurch soll das Problem der Ochsenbacher, die über zunehmenden Lkw-Durchgangsverkehr klagen (die BZ berichtete), eingedämmt werden. Einen entsprechenden Beschluss des Gemeinderats, einen Antrag beim Landratsamt zu stellen will die Verwaltung in der Sitzung am Donnerstag erwirken.

Darüber hinaus befürwortet die Stadt auch die Forderung nach einer Einschränkung des Lkw-Verkehrs. Allerdings dürften Maßnahmen zu keiner Verlagerung des Verkehrs in andere schützenswerte Bereiche, insbesondere andere Ortsteile, führen. Dazu soll eine Aussprache mit der Straßenverkehrsbehörde in einer der nächsten Sitzungen des Gemeinderats beschlossen werden. Das Landratsamt habe dazu bereits grundsätzlich Bereitschaft signalisiert. Allerdings will sich die Behörde zunächst mit den übergeordneten Behörden absprechen.

Von der Initiative zur Bewegung

Was mit einer Initiative von vier Männern angefangen hatte (die BZ berichtete), ist zu einer regelrechten Bewegung im Kirbachtal geworden: Immer mehr Bürger beteiligten sich an dem Protest, zuletzt gab es eine Demo gegen den Schwerlastverkehr, an dem sich auch Spielberger beteiligten. Auch Strohpuppen wurden aufgestellt, um die Lkw daran zu hindern, auf die Bürgersteige auszuweichen. Allerdings schritt hier das Landratsamt ein.

Der Ochsenbacher Ortschaftsrat hat sich jüngst mit einem Brief an Landrat Dr. Rainer Haas gewandt. In diesem betonen sie ihren Eindruck eines massiven Anstiegs des Schwerlastverkehres durch das vordere Kirbachtal. „Es liegt die Vermutung nahe, dass dieser Schwerlastverkehr nicht nur der Belieferung der ansässigen Industrie dient, sondern dass viele Lkw den zwar zeitlich längeren aber mautfreien Weg über das Zabergäu und das Kirbachtal wählen, um Mautgebühren zu sparen“, heißt es. Die „kritischen Verkehrssituationen“, sich gegenseitig blockierende Lkw, daraus resultierender Stau und Rangieren auf dem Bürgersteig seien „eine Zumutung und Gefährdung der Fußgänger.“

Die Ortschaftsräte wissen aber auch: „Realistisch betrachtet sind einige der Forderungen nicht ohne weiteres durchführbar.“ Eine Tempo-30-Zone und Zebrastreifen deckten sich aber mit den Forderungen der Bürger. Anlass für den Tagesordnungspunkt im Gemeinderat ist nun ein Antrag aus dem Gremium heraus. Unterstützung gibt es also auch hier.

Was die Bemühungen letztlich bringen, ist fraglich. Denn bereits in der Vergangenheit gab es Besprechungen und Verkehrsschauen mit der Verkehrsbehörde beim Landratsamt. „Dabei wurde immer wieder deutlich, dass allein mit verkehrsrechtlichen Mitteln kein zufriedenstellendes Ergebnis zu erzielen ist“, betont die Verwaltung in ihrer Vorlage.

Bei einer Verkehrsschau 2009 und Verkehrserhebungen 2010 kam das Landratsamt aber zu folgendem Ergebnis: „Die Ochsenbacher Ortsdurchfahrten müssen als Landes- beziehungsweise Kreisstraßen den innerörtlichen und überörtlichen sowie den Wirtschaftsverkehr aufnehmen. Damit komme den Straßen eine besondere Verkehrsfunktion zu, die grundsätzlich keine Verkehrs- oder Geschwindigkeitsbeschränkungen rechtfertigen.“ Und die für einen Fußgängerüberweg notwendigen Verkehrszahlen würden nicht erreicht.

Denkmalschutz nicht relevant

Wie berichtet, überprüft das Landratsamt aktuell mit weiteren Fachbehörden die Verkehrsverhältnisse in der Dorfstraße. Die Verwaltung versucht auch hier im Zuge des Lärmaktionsplans, der nächstes Jahr kommen soll, eine Reduzierung der Geschwindigkeit zu erreichen.

Ein weiterer „wichtiger Aspekt“, wie Mit-Initiator Fabian Köstlin sagt, ist der Zerfall der Fachwerkhäuser. Durch die Vibrationen der Mehrtonner seien Häuser wie die Ochsenbacher Verwaltungsstelle oder die Alte Schmiede schon massiv beschädigt. Die Befürchtungen Köstlins: Geht der Wertverlust weiter, könnte sich im Ort ein Klientel ansiedeln, das „nicht Träger einer dörflichen Gesellschaft“ ist: „Wenn wir die Häuser weiter so verfallen lassen, wird das Dörfliche, was Ochsenbach so wertvoll macht, in 20 bis 30 Jahren nicht mehr geben. Aus Sicht der unteren Denkmalschutzbehörde des Landratsamts ist aber eine Verkehrsberuhigung aufgrund des Denkmalschutzes nicht möglich, geschweige denn ein Lkw-Durchfahrtverbot.

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