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Rund 100.000 Kisten Getränke werden umgeschlagen

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  • Beim Leser-Aktiv-Sommer der BZ konnten 19 unserer Leser einen Einblick in das Zentrallager der Winkles Getränke Logistik GmbH in Sachsenheim erhalten. Simon Geiger (mit Mikro), Logistikplaner, führte die Teilnehmer durch die Hallen. 1/2
    Beim Leser-Aktiv-Sommer der BZ konnten 19 unserer Leser einen Einblick in das Zentrallager der Winkles Getränke Logistik GmbH in Sachsenheim erhalten. Simon Geiger (mit Mikro), Logistikplaner, führte die Teilnehmer durch die Hallen. Foto: 
  • Johanna Borcherdt aus Sachsenheim. 2/2
    Johanna Borcherdt aus Sachsenheim. Foto: 
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Eine Flasche steht im Regal eines Lebensmitteleinzelhändlers. Meist bleibt sie da, bis ein Kunde sie kauft. Ist die Flasche leer getrunken und zugleich eine Mehrwegflasche bringt sie der Kunde wieder zurück in den Laden. Doch was passiert dann damit? Die Antwort darauf bekamen 19 Teilnehmer des Leser-Aktiv-Sommers der BZ bei der Führung durch das Zentrallager Eichwald der Unternehmensgruppe Winkels.

Das Zentrallager in Sachsenheim ist eines von drei Lagern der Unternehmensgruppe und das zweitgrößte. Auf 2,5 Fußballfeldern werden hier Getränke sowie Leergut gelagert. Logistikplaner Simon Geiger führte die Gruppe durch das Lager und zeigte ihnen den Weg der Flasche vom Produzenten, über das Lager, zum Laden und von dort wieder leer zurück. „Hier bewegt sich viel, deswegen tragen wir hier Warnwesten, damit uns keiner überfährt“, sagt Geiger, da fährt bereits ein Gabelstapler an ihm vorbei und entlädt einen Laster.

Barcode speichert alle Infos

In einem Zug nimmt der Stapelfahrer dabei rund vier Tonnen an Getränken auf und fährt sie ins Lager. „Dort haben wir eine Durchschnittslagerzeit von sieben Tagen“, so Geiger. Eine geringe Zeit für ein solches Lager, erklärt der Logistikplaner weiter. Jede Palette mit Getränken ist dabei mit einem Barcode versehen. Darin gespeichert sind alle wichtigen Informationen, wie das Mindesthaltbarkeitsdatum oder auch das Gewicht. Letzteres spielt eine besondere Rolle, denn je nach Gabelstapler kann dieser nur ein gewisses Gewicht heben und auch die Lkw dürfen nicht über ihre Last beladen werden.

Weiter geht es, dem Hubstapler hinterher. Tore so hoch wie ein Laster öffnen und schließen sich, sobald ein Stapler vorfährt. Die BZ-Abonnenten folgen Geiger und dem Gabelstapler ins Lager. Dabei zeigt sich erst die Größe des Raumes. Auf 17.500 Quadratmetern werden hier kästenweise Flaschen gelagert. Die Regale reichen hier bis an die Decke – rund zehn Meter hoch. „Sie sehen, wir können einige Grillfeste machen, die Getränke gehen uns nicht aus“, scherzt Geiger beim Anblick der rund 4000 Sortimentsartikel.

Die Produkte stammen dabei nicht ausschließlich von den eigenen Getränkeproduzenten. In Sachsenheim befindet sich eine Vielzahl von Wasser, Säften oder auch Bier, von denen manche der Teilnehmer noch nie etwas gehört haben. „Wenn sie es bei uns nicht bekommen, dann wird es schwer, es überhaupt zu bekommen“, sagt Geiger. Sogenannte Schnellläufer, also Produkte, die schnell verkauft werden, sind immer noch Mineralwasser, aber auch regionale Brauereiprodukte.

In der Lagerhalle übernehmen jetzt die sogenannten Ameisen (Stapler) das Sortieren der Ware für die Kundenbestellung. Tatsächlich hat das schnelle Hin und Her der Stapelfahrer Ähnlichkeiten mit den gut funktionierenden Abläufen in einer Ameisenkolonie. Von der Ameisenkönigin – hier ein Navigationssystem – werden die Ameisenfahrer per Kopfhörer mit dem sogenannten „Pick-by-voice-System“ zu den richtigen Regalen geführt. Dort erhalten sie Anweisungen wie viele Kisten sie benötigen. Mit Stimmenerkennung bestätigen die Fahrer dem System, wenn der Vorgang ausgeführt wurde oder die Anweisung beispielsweise wiederholt werden muss. Einziges Manko an der vielen Technik: „Fällt das Barcode-System mal aus, dann steht hier alles still“, erklärt Geiger.

40 Kisten gehen am Tag zu Bruch

Ist die Kundenbestellung komplett, wird sie zur Laderampe gebracht. Von dort lädt der Lkw-Fahrer sein Fahrzeug selbst ein und fährt die Ware zum Kunden. Auf diese Weise werden am Tag rund 100.000 Kisten im Lager in Sachsenheim umgeschlagen. „Wie viel geht denn da zu Bruch?“, fragt eine BZ-Leserin. „Am Tag ist das im Schnitt eine Palette, also circa 40 Kisten“, antwortet Geiger. Durch die kurzen Lagerzeiten schafft es die Winkels Unternehmensgruppe, das Zentrallager in Sachsenheim in rund sieben Tagen komplett zu leeren und wieder zu füllen.

Doch das ist nur ein Teil der Arbeit. „Leergut ist die Hälfte unseres Geschäft“, sagt Geiger beim Verlassen des Lagers. Vor der Halle stehen Millionen Euro an Leergut, so Geiger. Denn sind die Flaschen wieder abgegeben, kommen sie zurück nach Sachsenheim, werden dort sortiert und zum Produzenten gebracht.

„Mein Mann und mich hat diese Führung interessiert, weil wir aus Sachsenheim kommen. Wir sind nun schon im dritten Jahr beim BZ Leser-Aktiv-Sommer dabei.
Diese Führung durch das Zentrallager hat mich begeistert. Herr Geiger war fachlich kompetent und man konnte ihn alles fragen. Außerdem war es interessant, diese zwei Welten kennenzulernen: Zum Einen die Welt drinnen mit der Vielzahl und Größe der Produkte und zum Anderen das Leergut draußen. Ich hatte vorher nicht gewusst, was hier für ein logistischer und wirtschaftlicher Aufwand dahinter steckt“, sagt BZ-Leserin Johanna Borcherdt aus Sachsenheim.

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Sachsenheim

Einwohner: 18170 (31. Dez. 2015)
PLZ: 74343
Regierungsbezirk: Stuttgart
Höhe: 246 m ü. NHN
Bürgermeister Horst Fiedler

www.sachsenheim.de/

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