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Rat kippt die Norma-Pläne

Die Planungen, in der Nähe des Großsachsenheimer Bahnhofs einen Norma-Markt anzusiedeln, sind seit Donnerstagabend vom Tisch. Im Gemeinderat fand sich keine Mehrheit für die Umsetzung dieses Projekts.

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Der Wirtschaftsförderer der Stadt Sachsenheim, Matthias Friedrich, hatte in der jüngsten Gemeinderatssitzung alles in die Waagschale geworfen, was aus Sicht der Verwaltung für die Ansiedlung eines neuen Norma-Marktes in direkter Bahnhofsnähe spricht. Und auch Bürgermeister Horst Fiedler versuchte die Gemeinderäte vor der Abstimmung mehrfach durch längere Stellungnahmen von der Bedeutung der Ansiedlungspläne für die Belebung der Großsachsenheimer Innenstadt zu überzeugen.

Letztendlich erteilte das Gremium den über einen langen Zeitraum vorbereiteten Ansiedlungsplänen eines neuen Discounters eine Absage. Elf Ratsmitglieder stimmten für die Ansiedlungspläne, elf Räte brachten per Handzeichen ihre Ablehnung zum Ausdruck und ein Gemeinderat enthielt sich - damit gilt das Vorhaben der Verwaltung aufgrund der Stimmengleichheit als abgelehnt. Das Verfahren zur Norma-Ansiedlung ist somit eingestellt.

Im Vorfeld der Abstimmung war im Rat kontrovers über die Thematik diskutiert worden. Unter anderem hatte Rainer Brosi von der Grünen Liste Sachsenheim den Antrag gestellt, einen Bürgerentscheid zur Norma-Ansiedlung herbeizuführen. Bei diesem hätten die Bürger aller Stadtteile über das Projekt abstimmen dürfen. Die Kosten hierfür hätten sich laut der Stadt auf rund 25.000 Euro belaufen. Brosis Antrag wurde von einer großen Mehrheit des Gremiums abgelehnt - nur vier Räte sprachen sich dafür aus, ein Ratsmitglied enthielt sich der Stimme.

Während der Debatte zur Discounter-Ansiedlung wurde deutlich, dass die Einschätzungen teilweise sehr weit auseinanderlagen. Matthias Friedrich und Bürgermeister Fiedler betonten mehrfach, dass man sich mit dem Norma aus ihrer Sicht einen "Frequenzbringer" in die Stadt holen könnte, durch den man dem "Bedeutungsverlust der Innenstadt" entgegenwirken und diese neu beleben könne. Laut Friedrich sei bei Zukunftswerkstätten sowie bei der Entwicklung eines Stadtleitbilds durch die Bürger immer wieder signalisiert worden, dass die Innenstadt attraktiver gestaltet werden sollte. Der Norma sei in dieser Hinsicht ein "Leuchtturm" für die städtebauliche Entwicklung, so Friedrich. Lothar Makkens (Freie Wähler) fand diesen Begriff viel zu hoch gegriffen und sagte: "Da ist bestimmt ein ganz kleines Birnle drin, das nicht allzu weit leuchtet."

Zudem werde eine "Versorgungslücke" zwischen dem Edeka-Markt und dem neuen Rewe-Markt geschlossen, sagte Bürgermeister Horst Fiedler. Dass dies nicht nur Teile des Gemeinderats, sondern auch große Teile des Bunds der Selbstständigen anders sehen, wurde deutlich, als Friedrich Einwände des BdS gegen das Projekt vortrug. Aus BdS-Sicht sei der Norma kein zusätzlicher Frequenzbringer, schade vielmehr bestehenden Betrieben und sorge durch "ruinösen Wettbewerb" für neue Leerstände. Auch die vermeintliche Nahversorgungslücke sei nach Einschätzung des BdS nicht ersichtlich.

Auch in der Bürgerfragestunde zu Beginn der Sitzung hatten sich mehrere Bürger zu dem Thema zu Wort gemeldet und unter anderem die Frage aufgeworfen, welchen echten Mehrwert sich die Stadt von dem neuen Markt erhoffe und wie genau die Verwaltung über die "Einkaufsbedürfnisse" der Bevölkerung Bescheid wisse.

Zu den Plänen der Stadt

Nach den Plänen der Stadt sollte in direkter Nähe zum Großsachsenheimer Bahnhof ein Norma-Markt mit einer Verkaufsfläche von 950 Quadratmetern angesiedelt werden. In diesen sollte ein Bäckereibetrieb integriert werden. Laut Bürgermeister Fiedler habe es hierzu schon Gespräche mit einem ortsansässigen Bäckerei-Betrieb gegeben, der Interesse daran gezeigt habe, seine Backwaren unter dem Dach des Discounters zu verkaufen. In den Planungen der Stadt sollte der Markt rund 2000 Einwohner der Innenstadt "fußläufig" auf möglichst kurzem Weg mit Waren des täglichen Bedarfs beliefern.

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