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Plädoyer für die Ganztagsschule Viele Eltern und Kinder nutzen den Tag der offenen Tür am Lichtenstern-Gymnasium

Die 60 Plätze in den fünften Klassen des Lichtenstern-Gymnasiums sind wohl auch im kommenden Schuljahr wieder sehr begehrt. Jedenfalls informierten sich am Samstag zahlreiche Eltern mit ihren Sprösslingen über den Schulalltag.

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Interessiert betrachtete Tobias Schindler aus Kirchheim die Werke der unterschiedlichen Neigungsgruppen des Lichtenstern-Gymnasiums. Besonders die kleinen Zwerge der AG Filzen hatten es dem Drittklässler angetan, der mit seiner Mutter Angelika am Tag der offenen Tür durch die Räume der Bildungseinrichtung ging, deren Träger die Schulstiftung der evangelischen Landeskirche Württemberg ist.

"Eigentlich sind wir noch ein Jahr zu früh beim Tag der offenen Tür, aber das Lichtenstern-Gymnasium genießt einen sehr guten Ruf und wir wollten uns schon einmal vorab informieren", erklärte Tobias Mutter. "Das musische Profil kommt meinem Sohn, der schon seit Jahren Klavier spielt, sehr entgegen. Auch das Ganztagsgymnasium ab der fünften Klasse finde ich sinnvoll, denn es rundet den erfolgreichen Schulalltag ab und unterstützt auch die Vereinbarkeit von Familie und Beruf."

Vater Michael Frohner wiederum äußerte eine gewisse Skepsis gegenüber der Ganztagsschule. "Ich glaube, der Freiraum der Kinder wird durch ein Ganztagsgymnasium schon erheblich eingeschränkt. Auch die Profile Musik und Ökonomie lassen den Schülern später wenige Wahlmöglichkeiten. Von diesen beiden Punkten, die ich kritisch beurteile, einmal abgesehen, ist das Lichtenstern-Gymnasium eine sehr schöne Schule mit den einzelnen Gebäuden als Pavillons", betonte Frohner.

Ein Plädoyer für die Ganztagsschule hielt dagegen der Rektor des Lichtenstern-Gymnasiums Reinhart Gronbach, der im neu errichteten Forum Lichtenstern bei einem zentralen Vortrag unterstrich: "Das achtjährige Gymnasium G8 ist im Rahmen einer Ganztagsschule gut zu bewältigen. Dabei gibt es einen genauen Tages- und Wochenrhythmus, der die Schüler unterstützt."

Sein Stellvertreter Helmut Dinkel gestand im Gespräch mit der Bietigheimer, Sachsenheimer und Bönnigheimer Zeitung ein, dass manche Schüler sich nach dem Übergang von der Grundschule aufs Gymnasium an die gebundene Form der Ganztagsschule erst gewöhnen müssten. "Wir haben allerdings auch verlässlich von der fünften bis zur zehnten Klasse montags, dienstags und donnerstags an den Nachmittagen Unterricht. Unsere Angebote für die Neigungsgruppen am Mittag sind sehr begehrt", machte Dinkel deutlich.

Daher staunten so manche Schüler nicht schlecht, als sie beim Tag der offenen Tür erfuhren, dass sie am Lichtenstern-Gymnasium auch an einer Zirkus AG, einer Terraristik und Aquaristik AG oder einer Töpfer AG teilnehmen können. "Natürlich möchten die Eltern heute auch erfahren, was unsere beiden Profilrichtungen Musik und Ökonomie/Diakonie überhaupt bedeuten", erläuterte Dinkelacker. "In der Regel interessieren sich zwei Drittel für Musik und ein Drittel für Ökonomie, wobei im Laufe der Jahre immer wieder Wellenbewegungen festzustellen sind. Dies bemerken wir auch bei den Anmeldezahlen für die fünften Klassen. Es gibt Jahre, in denen wir 130 Anfragen für die zur Verfügung stehenden 60 Plätze haben, in anderen Jahren sind es wieder weniger." Das Gros der Schüler auf dem Ganztagsgymnasium komme aus dem Stadtgebiet Sachsenheim.

Viele Eltern, die den Tag der offenen Tür besuchten, hatten sich schon vorab über die Sachsenheimer Bildungseinrichtung informiert. Jutawan Buch aus Sachsenheim beispielsweise hatte die Schule gezielt für ihren Sohn Pumin ausgewählt, weil sie die Atmosphäre und das Musikprofil schätzt. "Das Lichtenstern-Gymnasium ist im Vergleich zu anderen Schulen überschaubar, und es geht sehr familiär zu. Zudem fordern die Lehrer ihre Schüler gut. Auch das Ökonomie-Profil könnte vielleicht für meinen Sohn in Frage kommen, denn ich denke, damit hat er gute Berufschancen", so Buch.

An Schautafeln wurden unterschiedliche Schülerfirmen und die Kooperationen des Lichtenstern-Gymnasiums mit Unternehmen aus der Umgebung vorgestellt. "Das Fach Ökonomie ist gerade in Verbindung mit Diakonie etwas ganz Besonderes, über das sich Eltern näher informieren möchten. Teilweise kennen es die Besucher schon, teilweise wissen sie aber auch noch nicht, welches die genauen Unterrichtsinhalte sind", schilderte Angelika Schwarz, Lehrerin für Religion, Deutsch und Diakonie am Lichtenstern-Gymnasium.

Aber auch in den anderen Fachräumen herrschte am Samstag dichtes Gedränge. Im Physikraum probierten die kleinen und großen Besucher diverse Schaltkreise aus, beim Fachbereich Biologie konnten sie mit einer speziellen Brille die Welt auf dem Kopf beobachten und im Chemieraum ein Haar unter dem Mikroskop untersuchen. Am Nachmittag wiederum stand das Aufbaugymnasium für Mädchen mit Internat für die Klassen 11 bis 13 im Fokus des Interesses.

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