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Ohne ein Hurra geht's nach Süden

Auch aus Sachsenheim gab's am Donnerstag ein Ja: Der Gemeinderat hat sein Okay zur Ansiedelung der Firma Breuninger im Gewerbepark Eichwald gegeben. Euphorie war in der Sitzung dennoch nicht zu spüren.

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"Nach umfassender Abwägung werden wir ohne ein Hurra über die Umgehungsstraße nach Süden springen." Die Formulierung von SPD-Gemeinderat Peter Schreiber fasste recht gut zusammen, wie in der Sitzung am Donnerstag der Grundtenor in Sachen Süderweiterung war. Der Gemeinderat hat bei vier Gegenstimmen der GLS-Fraktion für die entscheidenden Schritte in Richtung des neuen Warendienstleistungszentrums der Firma Breuninger gestimmt. Der Bietigheimer Rat hatte bereits am Dienstagabend mehrheitlich dafür votiert (die BZ berichtete).

Ganz ohne Schmerzen ging die Zustimmung zum neuen Teilbebauungsplan aber nicht. Der umfasst eine Fläche von etwa 17,4 Hektar, die gesamte Süderweiterungsfläche ist 28,5 Hektar groß. Die Firma Breuninger wird von einem etwa 9,2 Hektar großen Teil rund 7,8 Hektar kaufen (der Rest sind Verkehrsflächen, die bei der Stadt bleiben). Der rund 8,2 Hektar große zwei Part des Teilbebauungsplans wird ebenfalls ertüchtigt, um Interessenten etwas anbieten zu können, wenn sie anklopfen sollten. Erschließen wird man das Gebiet an der Stelle, an der es auf der anderen Straßenseite zu den Firmen geht - entweder über eine Vollkreuzung oder einen Kreisverkehr, wie Horst Fiedler, der Sachsenheimer Bürgermeister und Zweckverbandsvorsitzende, erläuterte.

Bauen möchte die Firma Breuninger ein zweistöckiges Gebäude mit maximal 25 Metern Höhe plus zweistöckigem Parkdeck. Arbeit soll im Mehrschichtbetrieb möglich sein. 500 Jobs mit Potenzial nach oben sollen entstehen. An- und abgehen sollen täglich 75 Lkw-Fahrten, "eine Größenordnung, die jeder Betrieb hat", so Fiedler. Die Firma sei "jemand, für den es sich lohnt, den Schritt über die Straße zu machen".

So sahen es letztlich die meisten Gemeinderäte. Siegfried Jauß (Freie Wähler) betonte, dass die Einnahmen durch den Flächenverkauf und die Gewerbesteuer angesichts bevorstehender Großprojekte wie Schlosssanierung und Schulumbau "nicht ganz unglücklich" kämen. Burkhard Bayer (CDU) gab zu bedenken, dass man in der Vergangenheit Projekte aus einer Naivität heraus blockiert habe, die heute nicht mehr nachvollziehbar sei: "Wir haben einen sehr großen Nachholbedarf", sagte er in puncto Firmenansiedelungen. Immerhin, so sein Fraktionskollege Hans Günter Janßen, sei die Fläche vor vielen Jahren vom Zweckverband auch aus diesem Grund gekauft worden.

Trotz der breiten Zustimmung: Ein bisschen Bauchgrummeln hatten die meisten Mitglieder, wie zu hören war, vor allem wegen des hohen Flächenverbrauchs. Zu einer Generalkritik setzte indes Günter Dick (GLS) an. Minutenlang zählte er die Nachteile auf, die seiner Meinung nach das Breuninger-Projekt bringt. Der Flächenverbrauch, der Wegfall einer Luftaustauschzone ("Wir verändern das Klima im südlichen Wohngebiet erheblich."), die Höhe des geplanten Gebäudes, der durch die Mitarbeiter zu erwartende Verkehr und die nach seinen Berechnungen verhältnismäßig niedrigen Gewerbesteuereinnahmen machten für Dick das Projekt "in der Gesamtbetrachtung nicht akzeptabel". Auch der Wegfall der Windhunderennbahn wollte ihm nicht schmecken. Dick: "Wir vernichten damit letztlich den Verein."

Fiedler wollte allerdings nicht jede Kritik auf sich sitzen lassen. "Diese Flächenumwandlung findet statt, und sie tut auch mir weh, aber 500 Jobs sind in der Abwägung ein Gegenpart, bei dem ich sagen, das kann ich mittragen. Denn momentan bringt die Fläche uns nichts." In Bezug auf den Windhundeverein versprach er, zusammen mit dem Vorstand eine "finanzverträgliche" Lösung finden zu wollen.

Info Wie geht es weiter? Mit dem Votum des Gemeinderats ist für die Delegierten in der Verbandsversammlung nun das Abstimmungsverhalten festgelegt. Der Sersheimer Gemeinderat hat sich am Freitagabend mit dem Thema Süderweiterung befasst. In Oberriexingen ist die nächste Gemeinderatssitzung erst am 7. Juli.

Breuninger-Areal kostet 11 Millionen Euro

Zustimmung Der Sachsenheimer Gemeinderat steht mehrheitlich hinter der Ansiedelung der Firma Breuninger auf der Süderweiterungsfläche des interkommunalen Gewerbeparks Eichwald. In der Sitzung am Donnerstagabend hat das Gremium seine Delegierten im Zweckverband angewiesen, den Bürgermeister und Verbandsvorsitzenden Horst Fiedler zu ermächtigen, eine etwa 7,8 Hektar große Fläche an das Unternehmen zu verkaufen.

Preis Was selbst den Gemeinderat Günter Dick (GLS) überraschte: In der Sitzung wurde bekannt, was Breuninger zahlen wird, "ein Novum, seit ich zurückdenken kann", so Dick. 140 Euro pro Quadratmeter, das heißt, dass Breuninger für das Areal knapp 11 Millionen Euro berappen muss - jedoch sind dann die Erschließungskosten inklusive. Wie hoch diese sein werden, sei noch unklar, da der Erschließungsträger noch nicht bestimmt sei, so der Bürgermeister Horst Fiedler. Als Hausnummer zum Vergleich berichtete er jedoch, dass bei der Norderschließung mit 32 Euro pro Quadratmeter gerechnet worden sei.

CAH

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