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Nur betreutes Wohnen ist für viele uninteressant

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In Großsachsenheim entsteht derzeit bis voraussichtlich Herbst 2018 beim Neubaugebiet Sonnenfeld das neue Seniorenzentrum. Das Gebäude bündelt die ambulante und stationäre Pflege (die BZ berichtete mehrmals). Doch damit soll es in der Stadt noch nicht getan sein. Ein Projekt im Kirbachtal könnte folgen. Der Bedarf scheint gegeben. Bisher bleiben den Menschen im Kirbachtal nur die ambulanten Möglichkeiten in Groß- und Kleinsachsenheim.

Bereits zum sechsten Mal stellt Hohenhaslach nach Angaben von Ortsvorsteher Alfred Xander für den Haushalt 2018 den Antrag auf eine stationäre Pflege im Ort. Auch der Stadt scheint die Idee zu gefallen: „Wir sind sehr daran interessiert, auch im Kirbachtal Pflegeplätze zu haben“, betont Sprecherin Nicole Raichle. Laut Stadtverwaltung wird im Kreispflegeplan für Sachsenheim 2020 ein Bedarf von 167 Pflegeplätzen und 2025 von 188 Plätzen prognostiziert. „Wir haben derzeit in Sachsenheim 52 Pflegeplätze, mit dem neuen Seniorenzentrum dann plus 60, also 112“, erläutert Raichle. Somit ist 2020 nach wie vor eine zumindest rechnerische Unterdeckung von 55 Plätzen vorhanden. Im Kirbachtal, so findet Alfred Xander, sei genau der richtige Platz für eine weitere Einrichtung. Die Bewohner haben schon genaue Vorstellungen.

„Die klare Aussage der Leute ist: ‚Wenn wir nur betreutes Wohnen bekommen, haben wir kein Interesse daran’“, berichtet Alfred Xander. Denn laut Ortsvorsteher sei eine Grundvoraussetzung für die Menschen, dass sie, auch wenn ein Lebenspartner zum Pflegefall wird, nicht allzu weit voneinander getrennt werden. Er spielt den Fall durch: „Ein älteres Ehepaar kann sein Einfamilienhaus nicht mehr versorgen und kauft eine kleine Wohnung  – noch als rüstige Leute.“ Müsse dann später einer der beiden ins Heim versetzt werden, müsse die Möglichkeit bestehen, dass der andere diesen zu Fuß erreichen kann. „Wenn der pflegebedürftige Partner dann in Bietigheim oder Großachsenheim ist, bringt das nichts“, weiß er.

Aufschluss über die Wünsche der Bürger soll auch die Befragung liefern, die die Stadt Anfang des Jahres unter älteren Mitbürgern durchgeführt hat. Abgefragt wurde unter anderem, welche Betreuungsformen sich die Menschen im Alter wünschen. Nach BZ-Informationen soll in den kommenden Monaten das Ergebnis feststehen. Dazu passt die Aussage der Stadtsprecherin Nicole Raichle: „Wir hoffen, dass wir im November mit einem Konzept in die Gremien gehen können.“ Derzeit werde versucht, ein Grobkonzept zu erarbeiten. Überlegungen gehen dahin, dass die evangelische Heimstiftung, so wie auch beim neuen Seniorenzentrum in Großsachsenheim, als Investor auftreten könnte. Alfred Xander gefällt die Idee. „Das wäre nicht schlecht. Dann könnte man zusammenarbeiten und sicher auch Synergien nutzen“, meint er.

Das Projekt – sollte es denn da dazu kommen – ist freilich nicht nur für Hohenhaslach, sondern fürs gesamte Kirbachtal gedacht. „Ich denke, Hohenhaslach wäre eine gute Lösung. Und einen Platz würden wir sicherlich finden“, meint Xander. Intensivere Gespräche mit seinen Sachsenheimer Ortsvorsteher-Kollegen hat es aber noch nicht gegeben. „Wir haben uns mal unterhalten, aber nicht mehr“, meint er, „aber das sollte dann schon für alle sein. Allein mit Menschen aus Hohenhaslach könnten wir eine Einrichtung zumindest zu Beginn auch gar nicht füllen.“

Holger Springer, Stadtrat und Ortsvorsteher in Häfnerhaslach, meint zu einer Einrichtung in Hohenhaslach: „Sinn ergäbe das auf jeden Fall. Hohenhaslach hat die größten Einwohnerzahlen. Und für uns ist es immer noch deutlich näher als Großsachsenheim. Wir stehen dahinter.“ Für ihn könnten sich daraus auch Vorteile für die mobile Pflege ergeben, die das Kirbachtal bisher von Großsachsenheim ansteuert. „Es wurde bereits angesprochen, dass wenn die Sozialstation erweitert wird, dann in Richtung Hohenhaslach“, erinnert er.

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