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Neubaugebiet: Die Nachbarn fühlen sich eingesperrt

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Nicht nur (von links) Katja Faigle, Axel Dornemann sowie Annemarie und Friedemann Gläser bleibt derzeit wenn überhaupt der Weg über die Baustelle links als Zufahrt zu ihren Häusern.  Foto: 

Die Lichtensternstraße 7/1 bis 7/8 ist quasi eine Seitenstraße der eigentlichen Lichtensternstraße. Je weiter man die Straße nach hinten geht, desto leiser wird es. Vom Baustellenlärm am Neubaugebiet Sonnenfeld ist bald nichts mehr zu hören. Dennoch ist die Baustelle ein Problem für die Anwohner. Denn seit Tagen parken sie ihre Autos anderweitig, weil die Zufahrt entweder ganz versperrt oder nur schwerlich befahrbar ist. Ihr größter Kritikpunkt: Sie würden schlecht oder gar nicht informiert.

„Die Stadt sperrt ihre Bürger ein. Wir sind regelrecht isoliert und abgeschnitten“, sagt Anwohnerin Annemarie Gläser gegenüber der BZ. Mittwoch vergangener Woche war die Zufahrt komplett gesperrt. Direkt vor der Einfahrt zu den Gebäuden 7/1 bis 7/8 klafft ein dickes Loch wegen Rohrarbeiten. Nach Aussage der Anwohner waren sie darüber einen Tag zuvor, also am Dienstag, informiert worden. Übers Wochenende war die Zufahrt dann provisorisch zugeschüttet worden. Wie die Anwohner auf Nachfrage erfahren hätten, sollte das Loch aber diese Woche erneut aufgerissen werden – weil vergessen worden sei, Leitungen zu legen. Das ist bisher nicht passiert.

Allerdings: Wie es weitergeht, darüber habe die Anwohner keiner informiert. „Wir sind alle dermaßen verärgert, vor allem, weil wir so schlecht informiert werden“, klagt Annemarie Gläser, die mit ihrem Mann seit rund 20 Jahren, also seit besagte Gebäude Einfamilienhäuser bestehen, hier wohnt. In die Garagen zu fahren traut sich derzeit keiner. „Wir wissen ja nicht, ob und wann sie die Straße wieder aufreißen. Nachher kommen wir nicht mehr raus“, befürchtet Friedemann Gläser. Außerdem sei der Weg nach dem Regen auch nur schwer befahrbar. Betroffen sind, inklusive der Häuser weiter vorne an der Lichtensternstraße immerhin mehr als 20 Autos.

In die Sackgasse geschickt

Nachbar Axel Dornemann sieht ja noch ein: „Das sind eben die Begleiterscheinungen der Tendenz, viel zu bauen auf so dicht besiedeltem Gebiet. Aber dass die Bürger nicht mitgenommen werden, ist zu viel.“ Dass es in der Kommunikation Lücken gab, zeigt auch das Beispiel der zweifachen Mutter Katja Faigle. Als sie kürzlich mit dem Kinderwagen spazieren gehen wollte, war der Weg sogar für Fußgänger gesperrt. Die Antwort der Bauarbeiter sei gewesen: „Ihr könnt doch auf der anderen Seite raus.“ Nur: Die Straße endet bei Haus 7/8 in einer Sackgasse.

Die Stadt verweist auf die zuständigen Unternehmen: „Es sind derzeit drei Parteien in der Straße beschäftigt“, sagt Stadtsprecherin Nicole Raichle. Konkret sind das die Firma Lutz Krieg aus Möglingen für Straße und Tiefbau, die Netze BW fur Gas und die Stadtwerke für Wasser und Leitungen. „Hier geht es nicht reibungslos in einander über“, erklärt Raichle. Sie bestätigt, dass die Bürger derzeit quasi nur zu Fuß oder eben per Fahrrad und Mofa über die geschotterte Ersatzstraße zur Kantstraße gelangen. „Wir haben den Anwohnern ein Schreiben eingeworfen, in dem es hieß, dass die Firma Lutz Krieg eine Woche vorher informiert, wann nicht in die Lichtensternstraße gefahren werden kann. Leider wurde das nur einen Tag vorher von der Firma dann verteilt. Das ist sehr knapp.“ Das räumt auch Frank Ritter, Bauleiter bei Lutz Krieg für diese Projekt ein. „Das war zugegebenermaßen sehr kurzfristig, in diesem Fall aber nicht anders möglich.“

Dass derzeit für die Anwohner nicht klar sei, wie die Situation weitergeht, schiebt er aber an die Netze BW weiter, die „uns da ein bisschen hängen“ gelassen habe. Deren Unternehmenssprecher Jörg Busse verweist wiederum auf höhere Gewalt. „Es hat geregnet, deshalb konnten wir die Gasleitungen nicht schweißen.“ Deshalb werde es ein bisschen länger dauern. „Die Gasleitungen werden jetzt verlegt. Ende nächste Woche werden die Arbeiten abgeschlossen sein.“

Ende Oktober ist alles fertig

Dann ist die Straße wieder offen – erst mal. „Wir kommen irgendwann auch in die Straßenbauphase. Dann wird es wieder so sein, dass die Anwohner nicht reinkommen“, erklärt Frank Ritter. Nach Aussagen der Stadt soll Ende Oktober alles fertig sein, einschließlich Deckschicht. „Die Anwohner können aber schon vorher wieder reinfahren“, betont Nicole Raichle. Wann genau, hänge davon ab, wie die Arbeiten in den kommenden Tagen vorangehen. Genaueres könne noch nicht gesagt werden.

Derzeit laufen die Erschließungsarbeiten im Sonnenfeld. Baubeginn ist laut Sachsenheimer Stadtverwaltung im November. Die dortigen Bauplätze für eine Einzel-, Doppel- und Reihenhäuser wurden zu 75 Prozent über ein Punktesystem vergeben, das Kriterien wie den Bezug zu Sachsenheim oder die familiäre Situation berücksichtigt, weitere 25 Prozent durch ein reines Losverfahren. Die Bauplatzpreise bewegen sich zwischen 520 und 650 Euro pro Quadratmeter.

Aufgrund der hohen Nachfrage nach Baugrundstücken soll auch zukünftig die Ausweisung von Grundstücken als Bauland forciert werden, wenn dies einem gesunden Wachstum der Stadt Sachsenheim zuträglich ist, teilte die Verwaltung bereits vor einigen Monaten mit.

Die Lärmschutz­wand wird derzeit aufgebaut: „Stütze und Hülsen stehen. Die Zwischenelement sind zu 50 Prozent da, die anderen fehlen noch“, sagt Stadtsprecherin Nicole Raichle. Die Oberkante liegt rund drei Meter über der Bissinger Straße liegen. Die grauen Elemente sind insgesamt 280 Meter lang und in vier Abschnitte unterteilt. Die Kosten betragen rund 380.000 Euro.  msc

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