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Mit der Startnummer eins in den Kampf um die Weinkrone

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Andrea Ritz, Württembergische Weinkönigin, fühlt sich wohl im Wengert.  Foto: 

Jede will die Beste sein und einen guten Eindruck machen. Laufen auf hohen Schuhen gehört zur Grundkompetenz. Sie bekommen Kamera- und Rhetoriktraining, der Besuch beim Stylisten ist eine Selbstverständlichkeit. „Wir mussten sozusagen unseren Kleiderschrank mitbringen“, erzählt die 24-jährige Andrea Ritz, die ein Dutzend Konkurrentinnen hat. Für den großen Auftritt, der im Fernsehen übertragen wird, soll nichts dem Zufall überlassen werden.

Das Vorbereitungsseminar, an dem sie gemeinsam mit 13 jungen Frauen jüngst teilgenommen hat, sollte sie fit machen für das große Casting: Die Wahl zur Deutschen Weinkönigin. Das Finale steigt am 29. September in Neustadt an der Weinstraße.

Als amtierende Württembergische Weinkönigin ist die Markgröningerin Andrea Ritz eine der Anwärterinnen auf die Krone. Professionelles Auftreten – vor allem auf hohen Hacken – muss Ritz nicht mehr üben. „Dazu hatte ich schon genügend Gelegenheit“, sagt sie und schmunzelt. Bis zum Ablauf ihrer einjährigen Amtszeit als württembergische Weinkönigin wird sie auf mehr als 100 Termine kommen. Dazu gehören Reisen durch das gesamte Bundesgebiet, um beispielsweise auf Messen für den Württemberger Wein zu werben. Momentan eilt Ritz aber in der Heimat von Feschtle zu Feschtle: Weindörfer eröffnen gehört zu ihren Hauptaufgaben.

In ein paar Monaten gibt sie ihre Abschlussarbeit im Studiengang Weinbetriebswirtschaft an der Hochschule Heilbronn ab. Dann werde sie sich einen Job suchen, mutmaßt die junge Frau – es sei denn, sie tauscht die württembergische gegen die deutsche Krone.

Beim Vorentscheid am 23. September trägt Andrea Ritz die Startnummer eins. Ins Finale der besten Sechs zu kommen, wäre schon ein Erfolg, findet sie. Aber natürlich will sie ihren Kindheitstraum wahr machen und sich die Krone schnappen. In 68 Jahren kam die Deutsche Weinkönigin übrigens nur dreimal aus Württemberg, zuletzt vor 31 Jahren. Die Vaihingerin Mara Walz schrammte im vergangenen Jahr denkbar knapp vorbei, ist als Weinprinzessin immerhin Stellvertreterin der aktuellen Königin. An der Zeit, den Titel nach Württemberg zu holen, wäre es also mal wieder, aber Andrea Ritz macht sich „da keinen Stress“. Die Markgröningerin will versuchen, nicht allzu sehr Schwäbisch zu schwätzen, sich selbst treu und normal zu bleiben, sagt sie: „So eine Krone sollte keine Flügel verleihen.“

Obwohl 13 junge Damen vor der Kamera auf der Bühne um einen begehrten Titel buhlen, gibt es keinen Püppchen-Alarm. „Das ist eine total homogene Truppe“, erzählt Ritz, die ihre Konkurrentinnen nicht nur vom Vorbereitungsseminar, sondern auch vom „Ball des Weines“ im Mai kennt. Jede regionale Weinkönigin habe sogar eine Art Exposé zu ihrer Weinregion erarbeitet und an die anderen verschickt. Die zukünftige Königin sollte schließlich über den Wein aus dem gesamten Bundesgebiet Bescheid wissen, wenn sie ihn auch international vertritt. Andrea Ritz will sich deshalb intensiv auf die Wahl vorbereiten. Ihre Ausbildung zur Wein­erlebnisführerin und ihr Studium seien dort sicher kein Nachteil. Und: „Ich habe das Leben einer Rebe miterlebt – vom Setzen bis zum Rausreißen.“

Ihr allererstes Glas Wein vor vielen Jahren hat die 24-Jährige nicht vergessen. „Das war der Hauswein meines Opas. Der war furchtbar“, erinnert sie sich und lacht. Heute trinkt sie am liebsten einen Riesling. Die schwäbische Hausmarke Trollinger sieht sie gespalten. „Das ist kein richtiger Rotwein, der ist zu leicht – außer man trinkt ihn gekühlt, zum Beispiel zu Gegrilltem.“

Und welchen Wein empfiehlt die Expertin für ein Date? „Das kommt auf die Umgebung an“, findet Ritz, „wenn man im Wengert sitzt, passt ein fruchtiger Weißwein gut, zum Beispiel ein Weißburgunder.“ Bei einem romantischen Dinner im Restaurant würde sie zu ihrem Lieblingsgericht Linsen mit Spätzle einen Lemberger reichen. Diesen Rotwein hat sie auch als Kostprobe für das Publikum in Neustadt ausgewählt.

Am Samstag, 23. September, wetteifern ab 16 Uhr im Saalbau in Neustadt die Kandidatinnen aus allen 13 Weinbaugebieten um den Einzug ins Finale um die Wahl der 69. Deutschen Weinkönigin. Die Entscheidung, wer von den sechs Finalistinnen zur neuen Deutschen Weinkönigin gekrönt wird, fällt in der großen Wahlgala am darauffolgenden Freitag, 29. September, ab 19.30 Uhr.

Das Finale überträgt der SWR am 29. September, ab 20.15 Uhr, live im Fernsehen. Den Vorentscheid zeigt der Sender um einen Tag zeitversetzt am 24. September, 13.45 Uhr. Weitere Infos online. bz

www.deutscheweinkoenigin.de

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