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Kritik: Der Großsachsenheimer Bahnhof ist nicht mehr zeitgemäß

Die Stadt Sachsenheim stellt stets nach dem Jahreswechsel den Ortschaftsräten vor, was der Haushaltsentwurf für ihren Stadtteil bereit hält. Am Montag waren erstmals die Bezirksbeiräte dabei. Die Großsachsenheimer hatten viele Wünsche.

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Rollstuhlfahrer, Senioren mit Rollatoren, Mütter mit Kinderwagen oder all jene, die nicht so gut zu Fuß sind, können wohl ein Lied davon singen: Die steile Treppe zum Mittelbahnsteig des Großsachsenheimer Bahnhofs zu erklimmen, ist bisweilen ein Kraftakt. Denn wer auf eine Rampe oder gar eine Rolltreppe oder einen Aufzug hofft, sucht vergebens. Diese Tatsache stößt auch dem Bezirksbeirat aus dem Stadtteil auf. Daher hat er das Thema "moderner Bahnhof: behindertengerechte Modernisierung" prompt auf seine Wunschliste fürs noch junge Jahr gesetzt.

Immer im Sommer dürfen sowohl die Ortschaftsräte aus dem Kirbachtal als auch seit 2015, ihrem Gründungsjahr, die Bezirksbeiräte aus Groß- und Kleinsachsenheim Anmeldungen für den neuen kommunalen Haushalt einreichen. Am Montag wurde den Gremien von der Rathausspitze in einer gemeinsamen Sitzung vorgestellt, welcher Wunsch in Erfüllung gehen soll und welcher nicht.

Beim Thema Bahnhof, erläuterten der Bürgermeister Horst Fiedler und der Kämmerer German Thüry, kann die Stadt nichts tun. Für einen Umbau wäre die Bahn zuständig. Und die Stadt hat das Geld nicht, um in Vorleistung zu gehen. "Wir haben es schon mehrfach bei der Bahn angeregt", so Thüry in der Sitzung. Fiedler fügte an, dass die Bahn mitgeteilt habe, die Treppe zum Mittelbahnsteig sei zu schmal, als dass man dort zumindest eine Rampe anbringen könne - Stichwort Fluchtweg. Das Thema Aufzug, so Fiedler weiter, scheitere unter anderem daran, dass Sachsenheim kein S-Bahn-Haltepunkt sei und daher nicht in ein Förderprogramm komme. Annette Messer, die Stadtteilbeauftragte, bat die Stadtverwaltung, "dennoch weiter drauf hinzuwirken, gerade in Zeiten der Inklusion".

Nicht nur der Bahnhof ist den Bezirksbeiräten ein Anliegen, sondern die gesamte Großsachsenheimer Innenstadt. Projekte wie eine moderne Straßenbeleuchtung oder die Belebung des Zentrums haben für das Gremium oberste Priorität. Diesbezüglich konnte der Kämmerer am Montag Zugeständnisse machen. So soll in diesem Jahr die Umrüstung der Laternen auf LED abgeschlossen werden. Und auch Projekte, die frischen Wind in die Innenstadt bringen sollen, etwa der "Bürgerbahnhof" des Vereins Ibisa, sollen unterstützt werden. "Wir haben dem Verein einen Vertrag zugesagt, aber gewisse Vorarbeiten vom Verein müssen noch geleistet werden", so Thüry. Ob der Wunsch der Bezirksbeiräte, durch 30er-Zonen eine Verkehrsberuhigung herbeizuführen, in Erfüllung geht, ist indes noch unklar. Laut Thüry sind Verkehrszählungen abgeschlossen, die Auswertung und dann die Beratung stünden noch aus.

Darüber hinaus haben die Bezirksbeiräte für den Haushalt 2016 Projekte angemeldet, die ohnehin angegangen werden: die Sanierung der Brücke zur Steingrube, zusätzliche P+R-Plätze in der Wiesenstraße und die Sanierung des Seepfads (siehe Infobox). Ein Ja gab's auch für die Bitte, auf dem Friedhof für ausländische Zwangsarbeiter Pflegemaßnahmen durchzuführen. Laut Thüry sind Mittel für die Pflege und die Unterhaltung der Anlage eingestellt, ebenso soll das Ehrenmal saniert werden. "Es ist aber keine weitere Umgestaltung vorgesehen", fügte der Kämmerer hinzu. Annette Messer: "Sonst sind wir sehr zufrieden. Aber vielleicht waren unsere Wünsche auch zu bescheiden."

Infos zum Thema Seepfad

Sanierung Der Seepfad in Großsachsenheim soll umfangreich saniert werden. Die Stadtverwaltung richtet in Kürze eine zweite Informationsveranstaltung zu diesem Vorhaben aus. Sie ist am 3. Februar ab 19 Uhr im Kulturhaus. Dort soll den Bürgern die Planungsvariante mit einem Gehwegausbau auf der Nordseite vorgestellt werden. Der Gemeinderat hatte sich zuvor auf diese Variante geeinigt.

 

Gemeinderat berät über Standort für Asylunterkunft

Sitzungen An diesem Donnerstag kommt der Sachsenheimer Gemeinderat zu einer Sitzung zusammen. Los geht es um 18.30 Uhr im Kulturhaus mit den Themen: Bürgerfragestunde, Wohnraum für Flüchtlinge mit der Festlegung eines Standorts zur Errichtung von Unterkünften, Verschiedenes, Anregungen und Anfragen. Um 19.30 Uhr schließt sich eine Sitzung des Technischen Ausschusses an. Tagesordnung: Bauvoranfrage - Abbruch Schuppen und Neubau eines Einfamilienhauses in Kleinsachsenheim, Bauvorhaben - Umbau und Umnutzung eines Dachgeschosses in Hohenhaslach, Bauvorhaben - Abbruch Hühnerhaus und Erstellung einer Terrasse in Ochsenbach, Verschiedenes. Unterlagen findet man online.

 

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