Partner der

Häfnerhaslach: Ort ohne Gasthaus

Wer in Häfnerhaslach essen gehen möchte, kann nur in zwei Besenwirtschaften kulinarisch schlemmen. Ob sich daran künftig etwas ändern wird, bestimmen auch die Mitglieder des neuen Ortschaftsrats.

|
Diese Aufnahme stammt aus besseren Zeiten, genauer gesagt aus dem Jahr 2005. Damals war der Gasthof "Linde" in Häfnerhaslach noch in Betrieb.  Foto: 

Bis zu 250 Mittagessen haben Renate und Stephan Oehler früher in ihrem beliebten Gasthaus "Linde" an Sonntagen serviert. "Wochentags haben wir mittags auch bis zu 100 Speisen zubereitet. Der Zuspruch der Gäste war da. Aber wer eine Gaststätte betreibt, muss voll und ganz dahinter stehen und dies auch entsprechend leben", betont Renate Oehler mit ein wenig Wehmut in der Stimme.

Sie bedauert es schon, dass ihr Gasthaus im Jahr 2010 ganz seine Türen schließen musste, weil der damalige Pächter in ein Restaurant nach Bönnigheim wechselte. "Wir haben alles versucht, einen entsprechenden Nachfolger zu finden. Die Verantwortlichen der Stadt haben die Linde' sogar im Internet beworben. Leider hat sich bis heute niemand als neuer Pächter gefunden", macht Oehler deutlich, die selbst seit 2005 nicht mehr Wirtin in der "Linde" ist.

Auch Ortsvorsteher Holger Springer bedauert dies. "Das Gasthaus steht jetzt schon zu lange leer. Ich bezweifele, dass sich dafür noch jemand finden wird. Wir haben jetzt in Häfnerhaslach noch zwei Besenwirtschaften, aber sonst kein kulinarisches Angebot mehr. Das ist schon schade", erklärt Springer.

Auch in der diesjährigen Bürgerversammlung in der Häfnerstube zu Beginn diesen Jahres bemängelte ein Bürger das Fehlen von Gastwirtschaften in der Kirbachtalgemeinde. Der Bürger regte ein Genossenschaftsmodell an, das in Todtnau-Gschwend im Schwarzwald seit einiger Zeit erfolgreich betrieben wird. Dort hat eine Interessengemeinschaft engagierter Bürger einen leerstehenden Gasthof vor dem Verkauf bewahrt. Der Bürgergasthof "Das Rößle" befindet sich jetzt in den Händen einer eingetragenen Genossenschaft, die sich aus der ehemaligen Interessengemeinschaft gebildet hat und welche diesen Gasthof erfolgreich betreibt.

"Natürlich ist diese Modell sehr interessant. Aber meiner Meinung nach ist es in Häfnerhaslach schwierig umzusetzen, denn bei uns herrschen ganz andere Voraussetzungen wie im Schwarzwald. Wir haben nicht diesen Zustrom von Touristen. Zudem wird unsere Häfnerhalle bereits ehrenamtlich betrieben, und dabei wird es schon immer schwieriger, passende ehrenamtliche Kräfte zu finden", macht Ortsvorsteher Springer deutlich. Dennoch will er ein mögliches Genossenschaftsmodell für die "Linde" mit den Mitgliedern des neuen Ortschaftsrats diskutieren. Mehr Chancen auf eine Verwirklichung hat Springers Ansicht nach jedoch ein weiterer Plan, der von einigen Häfnerhaslachern verfolgt wird. "Es gibt Überlegungen, dass die Vereine in Zeiten, in denen der Stromer-Bus verkehrt, Kulinarisches in der Häfnerstube oder im Bereich der Kelter auf die Beine stellen. Auch dieses Projekt wollen wir im neuen Ortschaftsrat intensiver erörtern", so Springer. Die Klagen aus der Bürgerschaft über die fehlenden Gastwirtschaften in Häfnerhaslach halten sich bisher in Grenzen. Die Häfnerhaslacher greifen auf die Offerten der beiden Besenwirtschaften zurück. "Es gibt inzwischen so viele Besenwirtschaften, in denen für wenig Geld ein Essen zu haben ist, dass es für echte Gastwirte immer schwieriger wird, mit ihrem Betrieb zu überleben. Das ist auch ein großes Problem", betont die ehemalige Linden-Wirtin Oehler.

Noch kein Kommentar

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

noch 3000 Zeichen
Mit Ihrem Kommentar akzeptieren Sie unsere Netiquette

Für registrierte Nutzer

Melden Sie sich an und schicken Sie Ihren Kommentar ab:

Für noch nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken:

Ich bin damit einverstanden, dass die Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG und ihre Tochterunternehmen mich schriftlich (per E-Mail oder Brief) oder telefonisch über ihre Medienangebote und kostenlose Veranstaltungen informieren dürfen. Meine Daten dürfen zu diesem Zweck gemäß den Bestimmungen des BDSG gespeichert, verarbeitet und genutzt werden. Die Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.
Ich bin mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden. *

Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

neu laden
Wappen
Ludwigsburg

Sachsenheim

Einwohner: 18170 (31. Dez. 2015)
PLZ: 74343
Regierungsbezirk: Stuttgart
Höhe: 246 m ü. NHN
Bürgermeister Horst Fiedler

www.sachsenheim.de/

Nachrichten aus Ihrer Gemeinde

Content Management by InterRed GmbH Logo
weiter zur Startseite

Partner der

Die ersten Weihnachtsbäume stehen schon

Auch in diesem Jahr wird Bietigheim-Bissingen weihnachtlich geschmückt. Laut Stadtverwaltung wurden an 13 Plätzen Weihnachtsbäume aufgestellt, die aus privaten Gärten stammen und der Stadt gespendet wurden. weiter lesen