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Ein Preis für Design und Funktion

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Architektin Julia Klumpp und Schulleiter Reinhart Gronbach zeigen stolz die Urkunde und die Plakette, die künftig am Forum Lechler prangt. Auch die Schüler freuen sich über die Verleihung des Hugo-Häring-Preises des Bunds Deutscher Architekten.  Foto: 

Seit zwei Jahren ist das Forum Lechler am Lichtenstern-Gymnasium (LGS) in Großsachsenheim nun bereits in Betrieb. Jetzt hat das Bauwerk für die Vereinigung von Funktionalität und Design einen bedeutenden Architektenpreis gewonnen: Der Hugo-Häring-Preis wird alle drei Jahre an Architekten und Bauherren vergeben. Unter insgesamt 130 eingereichten Bewerbungen war der Bau unter den rund 20 Gewinnern.

Bei der Abnahme durch die Jury des Bunds Deutscher Architekten sei alles ganz schnell gegangen, erinnert sich Reinhart Gronbach, Leiter des LGS. „Neun Leute sind mit dem Bus angekommen, rein ins Forum und waren gleich wieder weg. Ich hatte kaum Zeit zu reden.“ Offenbar hatten sie alles so vorgefunden wie von Architektin Julia Klumpp vom Büro Klumpp + Klumpp in der Bewerbung beschrieben.

Gemeinsame Verbesserungen

Der Preis geht aber nicht nur an die Architektin, sondern auch an den Bauträger, also das LGS. „In vielen gemeinsamen Sitzungen ist das Forum immer noch ein Stück besser geworden“, sagt Julia Klumpp. Das Besondere am Forum ist seine Funktionalität. Zu finden sind in dem Gebäude Lehrräume für Kultur, Ökonomie und Technik. „Die drei gesellschaftlichen Bereiche, die uns prägen“, betont Reinhart Gronbach. Mit seiner flexiblen Raumgestaltung können diese Richtungen verknüpft werden. „In interdisziplinären Projekten soll anstelle von fachlichem Inselwissen durch fächerverbindende Lernkonzeptionen ein breites Überblickswissen vermittelt werden“, erklärt der stellvertretende Schulleiter Helmut Dinkel.

Noch immer ist die Schule aber selbst am Experimentieren, was mit dem Multifunktionsbau alles angestellt werden kann. Im Sommer hatte die Schule eine große Projektwoche zu den unterschiedlichen Epochen der Industrialisierung durchgeführt. Die Schüler hatten sich unter anderem am Webstuhl und als Konstrukteure versuchen dürfen (die BZ berichtete). „Das Wichtigste ist aber, dass es von den Schülern angenommen wird. Und das höre ich aus allen Richtungen“, freut sich Gronbach.

Schwierige Jahre

Rainer Gronbach blickt bei einem kleinen Empfang zurück auf die Entstehungszeit des Forums. „Am Anfang war ein Traum“, sagt er, „Frau Klumpp hat diesen zur Gestalt werden lassen. Allerdings mussten die Lehrer und Schüler am Lichtenstern-Gymnasium ziemlich lange träumen. Denn zwischen der Idee 2007 und der Fertigstellung 2015 lagen 8 Jahre und 2,3 Millionen Euro, 1 Million davon aus Spenden.

„Manche hätten nicht geglaubt, dass es noch fertig wird“, meint Gronbach. Denn die Umsetzung fiel mitten in die Wirtschaftskrise 2009. „Da war es zeitweise schwierig, den Gedanken weiterzutragen“, erinnert er sich. Als aber Lothar Späth die Schirmherrschaft übernahm, hätte das wie eine Initialzündung gewirkt. Dass die große Spendensumme zusammenkam, sei auch den Schülern zu verdanken, betont Gronbach: „Ihr habt durch Sponsorenläufe oder Kuchenverkäufe alle dazu beigetragen“, sagte er in Richtung der Klassen zehn und elf des Kunstkurses, die von Architektin Klumpp auch einen Einblick in den Beruf bekamen.

Info Ein Video zur Entstehung des Forums Lechler am LSG der ehemaligen Schüler Lena Palmbach und Leander Heisterberg gibt es im Internet.

www.lichtenstern.info

Der Hugo-Häring-Preis wird alle drei Jahre vom Landesverband des Bunds Deutscher Architekten (BDA) für vorbildliche Bauwerke an Bauherren und Architekten gemeinsam verliehen. Mit dem Namen Hugo Häring bekennt sich der BDA zur Tradition des „neuen Bauens“ und der „modernen Architektur“. Und der Bund ehrt den 1882 in Biberach geborenen Architekten, der sich gegen abstrakte Formgesetze und subjektive Architekturauffassung stellte, heißt es auf der BDA-Homepage.

Das Verfahren geht über zwei Jahre: Im ersten erhalten Objekte die Hugo-Häring-Auszeichnung, im zweiten werden daraus die Landespreise vergeben. bz

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