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Ehrenamtliche gießen reihum

Mal sind die Landfrauen dran, dann der Albverein, in diesem Jahr ist der Liederkranz an der Reihe: Im Wechsel pflegen Ehrenamtliche die Blumen an der Bushaltestelle in der Häfnerhaslacher Dorfmitte. Das Prinzip gibt's nicht nur dort.

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Sie kümmern sich um die Blumen an der Bushaltestelle in Häfnerhaslach (von links): Ursula Lorch, Margarethe Wannenwetsch, Andrea Haagen, Annette Stockbrink, Renate Gulich, Friedegard Dupper und Erwin Lorch.  Foto: 

In diesem Jahr ist die Wahl auf Petunien gefallen. Leuchtend rot sind sie und schon von Weitem zu sehen. Zudem sind die Pflanzen robust, sagt Renate Gulich. Sie ist die Liederkranz-Vorsitzende in Häfnerhaslach, und der Verein ist in diesem Jahr für die Bepflanzung, die Pflege und das Gießen der Blumen in den Kästen an der Bushaltestelle in der Dorfmitte zuständig. Seit Jahren schon ist immer ein anderer Verein aus dem Stadtteil für den Blumenschmuck an der Stelle verantwortlich. Vereinsmitglied Erwin Lorch hat die Blümchen eingepflanzt und eine Liste erstellt, wer wann mit der Gießkanne anrücken muss. So wird auch an heißen Tagen sichergestellt, dass die Petunien nicht die Köpfe hängen lassen.

Das Häfnerhaslacher Engagement ist nicht einzigartig in Sachsenheim. "Wir haben in allen Stadtteilen Grün- und Blumenflächen, um die sich Bürger kümmern", sagt Nicole Raichle, die Sprecherin der Stadtverwaltung: etwa Rosen in der Gutenbergstraße sowie Beete in der Goethestraße und im Kraichertsweg in Großsachsenheim, Grünflächen in Spielberg, und in Kleinsachsenheim kümmert sich der Obst- und Gartenbauverein um den Trog vor dem alten Rathaus.

"Wir haben das der Stadt in einer Zeit abgenommen, in der sie ziemlich sparen musste", erklärt Sibylle Jauß, die Vorsitzende. Ähnlich war's in Häfnerhaslach. 2005 sprang der erste Verein nach Sparmaßnahmen für den floralen Schmuck ein.

Mittlerweile wird Hand in Hand gerarbeitet. In diesem Jahr schmücken Geranien und Fuchsien das Gefäß in Kleinsachsenheim. Die Pflanzen hat die Stadt gestiftet, Dünger und Erde kommen aus den Reihen des Kleinsachsenheimer Vereins. Roswitha Klein gießt die Blumen "mit viel Liebe und Hingabe. Sie sind ihr ganzer Stolz, weil sie keinen eigenen Garten hat", erklärt Sibylle Jauß. Für die Stadt hat solch ein Engagement einen entscheidenden Vorteil, so Nicole Raichle: Der Bauhof habe zwar einen Zyklus, in der großen Flächenstadt sei es jedoch schwierig, einen Pflegeplan aufzustellen, der unterschiedlich empfindlichen Pflanzen gerecht wird. Daher setzte man auf die Unterstützung von Hobbygärtnern vor Ort. Finanziell blieben die Ehrenamtlichen zumindest auf höheren Ausgaben nicht sitzen, fügt Nicole Raichle an.

Patenschaften und Co.: Beispiele aus anderen Ortschaften

Gärtnerei In Bietigheim-Bissingen gibt es laut Anette Hochmuth, Sprecherin der Stadtverwaltung, keine Initiativen oder Privtapersonen, die sich an der Pflege von Grünanalagen beteiligen. Diese Aufgabe werde von der Stadtgärtnerei allein bewältigt. Im Bereich der Landschaftspflege seien jedoch auch Landwirte tätig. Diese kümmerten sich um die Pflege von Streuobstwiesen oder das Schneiden von Büschen und Bäumen entlang der Flüsse. In diesem Bereich würde im Winter einiges von Landwirten erledigt, so Hochmuth.

Patenschaften Etliche Privatpersonen kümmern sich in Besigheim als Paten um Pflanzquartiere oder Beete, die sie gießen, schneiden und düngen. Häufig befinden sie sich in der Nähe der eigenen Wohnung, sodass die Blumenpaten ihre Umgebung gleich mit verschönern. Doch die Resonanz könnte besser sein, sagt Stadtbaumeister Andreas Janssen, einige Paten haben ihre Aufgabe bereits wieder abgegeben. Dann rückt wieder die Stadtgärtnerei zum Gießen an.

Blumenwagen Seit mehr als 15 Jahren sorgt der Obst- und Gartenbauverein (OGV) für ein besonderes Schmuckstück in Bönnigheim: Immer nach den "Eisheiligen" bepflanzt und pflegt der OGV einen historischen Leiterwagen, der an der Ecke Kirchheimer Straße und Albert-einstein-Straße die Besucher mit einem bunten Blumenschmuck begrüßt. Nachdem er im vergangenen Jahr demoliert worden war, haben die Vereinsaktiven mit neuen Leitern und Rädern dieses historische Stück liebevoll wieder restauriert. An Werktagen werden die Blumen vom städtischen Bauhof gegossen, an den Wochenenden übernimmt diese Aufgabe seit vielen Jahren das OGV-Ehrenmitglied Walter Hagenlocher.

mik/sol/knz

Ein Kommentar von Caroline Holowiecki: Daumen hoch für grüne Daumen

Für ein Wohngebiet gilt dasselbe wie für den Frühstückstisch: Mit ein paar Blümchen sieht's gleich viel schöner aus. Die Freiwilligen, die in Kommunen wie Sachsenheim harken, gießen und zupfen, tun etwas, woran sich alle erfreuen können. Der finanzielle Aufwand für sie ist vergleichsweise gering. Höher anzurechnen ist den oftmals betagten Hobbygärtnern, dass sie bereit sind, sogar im Hochsommer Kannen zu schleppen oder Unkraut zu jäten. Viele machen es tatsächlich gern. Dass eine Stadt wie Sachsenheim bei kleinen Arbeiten auf die Unterstützung von Freiwilligen setzt, ist legitim - immerhin sind in Jahren, in denen die Finanzen arg knapp waren, sogar Hallen und Brunnen in die Verantwortung von Bürgern übergeben worden. Zumal: Viele Gemeinden machen das so. In Pleidelsheim etwa kümmern sich Paten seit Mitte der 80er um rund 350 Grünflächen und Spielplätze. In einer Flächenstadt wie Sachsenheim, in der man mit dem Auto gut 30 Minuten von einem zum anderen Zipfel benötigt, braucht's Leute vor Ort, die den grünen Daumen auf Geranien und Co. halten. Daumen hoch fürs "kleine Ehrenamt".

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