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Die Zukunft der Schützen ist gesichert

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Werner Pfohl, 1. Vorsitzender des Schützenvereins Großsachsenheim, Wirt Tihomir Radosevic und der 2. Vorsitzende des Schützenvereins, Dieter Mundinger, sind mit der Zusammenarbeit zufrieden.  Foto: 

Im vergangenen Jahr herrschte für kurze Zeit Aufruhr beim Schützenverein Großsachsenheim: Die langjährigen Pächter der Vereinsgaststätte hatten gekündigt und der damalige Vorsitzende, Fred Schuster, hatte die Befürchtung geäußert, dass das Vereinsheim zumindest nicht nahtlos weiterbetrieben werden könnte. Doch der Übergang hat nahtlos geklappt, die ehemaligen Pächter konnten sogar früher aus ihrem Vertrag entlassen werden, da ein Nachfolger bereit stand: Tihomir Radosevic führt seit November die Gaststätte, bewohnt auch das dazugehörige Appartement im Haus am Eichwald. Die Verantwortlichen des Schützenvereins sind zufrieden.

Die damalige Angst war aber nicht ganz unbegründet. „Ein Vereinsheim zu vermieten ist äußerst schwer“, betonte der zweite Vorsitzende des Schützenvereins Großsachsenheim, Dieter Mundinger jüngst im Gespräch mit der BZ. Zumal das der Großsachsenheimer Schützen zwar idyllisch, aber eben ein wenig abgelegen ist. Wie schwer manche Vereine sich tun, sehe man ja derzeit am Pendant aus Bissingen, fügt Werner Pfohl, der den Vereinsvorsitz von Fred Schuster übernommen hat, an. Er hatte selbst früher den Bissinger Schützen angehört.

Längerfristiger Plan

„Wir hoffen natürlich auch dieses Mal, dass es etwas Längerfristiges wird“, betont Werner Pfohl, „daran hängt viel. Jeder Wechsel ist zunächst schädlich für den Umsatz.“ Die Einnahmen aus der Pacht für die Gaststätte und der Mietwohnung der Pächter machten rund ein Viertel der Vereinseinnahmen aus. „Der Verein lebt von der Pacht. Das ist ein großer Faktor. Ohne die Pacht könnte wir nicht existieren“, sagt Werner Pfohl über den 180 Mitglieder starken Verein. „Tendenz sogar steigend.“ Dennoch sei die Lage natürlich nicht mit einem großen Verein, der 1000 Mitglieder oder mehr hat, zu vergleichen, betont Dieter Mundinger. Neben den Beiträgen der Mitglieder fließt bei den Schützen zusätzlich Geld aus Standvermietungen ein. „Derzeit haben wir zehn verschiedene Vereine und Gruppen“, sagt Werner Pfohl.

Vor 26 Jahren war die damals vornehmlich offene Schießanlage inklusive Gaststätte eingeweiht worden. „Ab der Kellerdecke haben wir alles fast selber gemacht“, sagt Dieter Mundinger. Rund 100 Arbeitsstunden hätte jedes der damals 80 Vereinsmitglieder leisten müssen. „Bei mir selbst waren es über 1000“, berichtet er. Deshalb hängt gerade für das langjährige Vereinsmitglied auch viel am Verein und allem, was dazugehört.

Seither hat es immer wieder große Neuerungen gegeben. Die Schießanlage wurde überdacht, jüngst ein neues Unterdruck-Entlüftungssystem für mehr als 100 000 Euro eingeführt. Mittlerweile kann beim Verein mit Pistole und Gewehr „in allen Variationen“, wie Werner Pfohl betont, geschossen werden. Und zwar über die 25- und 50-Meter-Bahn. Auch Bogenschießen gibt es beim Verein seit geraumer Zeit. Und ganz neu: Schwarzpulverschießen mit Replika alter Waffen.

Die bisher einzigen Pächter der Sachsenheimer Gaststätte am Eichwald hatten vergangenes Jahr nach 25 Jahren aufgehört. Als Grund wird angegeben, dass der Tod eines der Teilhaber vor zwei Jahren eine zu große Lücke hinterlassen habe. Mit Tihomir Radosevic soll nun ein neues erfolgreiches Kapitel der Vereinsgeschichte aufgeschlagen werden.

Mit seinem „Schließen-Schießen“ war der Schützenverein Großsachsenheim jüngst sehr zufrieden. Wegen des schlechten Wetters wurde das Bogenschießen auf der 25-Meter-Bahn „indoor“ durchgeführt. Unter Anleitung haben angehende Bogenschützen getestet, wie es ist, die „goldene Mitte“ zu treffen.

Beim Wettbewerb „Schließen-Schießen“ mit der Unterhebel–Winchester-Büchse waren 42 Starter – Profis und Anfänger – im Wettstreit. Der Sieger mit 48 von 50 möglichen Ringen war Vereinsmitglied Jürgen Tretter. Zweiter wurde Sven Manthey, Dritter Fred Schuster.

Für viele Besucher war die Möglichkeit mit einem Schwarzpulvergewehr zu schießen interessant. 14 Schützen hatten hier „Lunte gerochen“. Die Chance mit Großkaliber Pistole oder Unterhebel auf Fallplatten zu schießen wurde vom nationalen und internationalen Topschützen Klaus Gruner angeboten. Melanie Subasic verwandelte junge Teilnehmer durch Kriegsbemalung in Indianer und Squaws. bz

Tihomir Radosevic hat jugoslawische Wurzeln, lebt aber seit 1993 – mit Unterbrechung – in Deutschland. Sein neues Heim über der Gaststätte genießt er sichtlich: „Ich komme vom Dorf, für mich ist das hier wie Urlaub.“

Sein gastronomisches Angebot bezeichnet der 45-Jährige Restaurantfachmann, der in der Sonne in Ludwigsburg einst sogar eine Sterne-Wirtschaft führte, als „ehrliche schwäbische, deutsche und jugoslawische Küche“. Den Schützen war es wichtig, eine hochwertige Küche zu bekommen. „Keiner, der Soße aus dem Päckchen macht“, sagt der Vorsitzende, Werner Pfohl. msc

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