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Die Industrie unter der Lupe

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  • Industrie 1.0 bei den Siebtklässlern im Lichtensterngymnasium. Auch die Jungs hatten sichtlich Interesse am Webstuhl. Lehrerin Christina Gogollok (links) zeigt, wie’s geht. 1/2
    Industrie 1.0 bei den Siebtklässlern im Lichtensterngymnasium. Auch die Jungs hatten sichtlich Interesse am Webstuhl. Lehrerin Christina Gogollok (links) zeigt, wie’s geht. Foto: 
  • Auch eine Dampfmaschine bauten die Jugendlichen anhand dieses Bastelvorbilds. 2/2
    Auch eine Dampfmaschine bauten die Jugendlichen anhand dieses Bastelvorbilds. Foto: 
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Die Geschichte der Industrie mal anders – das erleben die Schüler des Lichtenstern-Gymnasiums. Die Klassen sieben bis zehn erarbeiten die Epochen von der Industrie 1.0 bis 4.0. Vor allem der Praxisbezug ist für ein Gymnasium ungewöhnlich. Mit dem Konzept hat sich die Schule auch für den Würth-Bildungspreis beworben. „Für die Entwicklungspsychologie ist das eine wichtige Phase“, sagt der Vize-Schulleiter Helmut Dinkel und fügt an: „Wir sind eine Gesellschaft, die schauen muss, dass die Menschen noch gewisse Grundfertigkeiten besitzen.“

Die Schulleitung will mit der Aktion auch den Zugang zu Bildungsinhalten erleichtern und diese vertiefen. „Am Gymnasium ist natürlich schon der Anspruch, alles noch mal zu durchdenken“, betont Helmut Dinkel. In der vergangenen Woche beschäftigten sich Schüler der siebten Klassen mit der Industrie 1.0: Gemeinsam mit den jeweiligen Fachlehrern lernten sie die Techniken kennen, die den ersten großen Schritt in Richtung Industrialisierung bedeuteten.

Bei Techniklehrer Tobias Schmitt mussten die Schüler durch Probieren und Überlegen „funktionsfähige“ Papp-Modelle einer Dampfmaschine fertigen. Auch an einem Wasserrad und einem Knatterboot, das sich mithilfe einer brennenden Kerze fortbewegt, durften sich die Tüftler versuchen. „Sie lernen die technischen und physikalischen Hintergründe kennen“, erklärt der Lehrer. An diesem Tag ist es eine reine Jungs-Gruppe. „Es waren aber auch schon Mädchen dabei.“

Deutlich höher ist der weibliche Anteil im Nebenraum des Forum-Gebäudes am nachgebauten Webstuhl. „Alle sind mit Feuereifer dabei – auch die Jungs“, betont Lehrerin Angelika Schwarz, die die Gruppe mit Christina Gogollok betreut. Die Schüler verweben ihre alten, zerrissenen T-Shirts zu einem Flickenteppich. Zudem können sie individuell alles Mögliche weben. „Das ist auch eine experimentelle Sache. Die Kinder dürfen viel ausprobieren“, sagt Kunst-Lehrerin Gogollok.

Ziel des Projekts ist vor allem das interdisziplinäre Arbeiten. „Wir wollen Fachdisziplinen zusammenbringen, die in der Gesellschaft noch nicht immer zusammenfinden“, betont der stellvertretende Schulleiter. In Klasse acht ging es um die Fließbandfertigung. Es wurde diskutiert, welche Veränderungen diese Revolution für die Arbeitswelt brachte. Als Kunstprojekt schloss sich eine Filmproduktion an, die die Schüler beim simulierten Fließband-Prozess zum Song „We will rock you“ zeigt. Die Klasse neun verbindet beim Thema Computer Physik und Musik. Unter dem Deckmantel der Halbleiter-Technik bereiten sie derzeit einen Musikabend vor.

Und die Klasse zehn diskutiert die gesellschaftlichen Veränderungen der Industrie 4.0 am Thema künstliche Intelligenz. „Wie muss sich unsere Gesetzgebung verändern? Welche Rechte hat ein Computer?“, stellt Helmut Dinkel Fragen, mit denen sich die Jugendlichen beispielhaft beschäftigen. Das ganze läuft in diesem Schuljahr als Pilotprojekt. „Wir wollen aber versuchen, die Elemente in jeden Schuljahr durchzuziehen“, kündigt Helmut Dinkel an.

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