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Die Bürgerinitiative gibt sich nicht zufrieden

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Der Demonstrationszug der Bürgerinitiative Schulumbau Gemeinschaftsschule marschierte am Dienstagabend von der Gemeinschaftsschule zum Äußeren Schlosshof.  Foto: 

Ein Satz, der am Dienstagabend gleich mehrmals aus dem Mund Ludger Ignaszaks kam, war: „So kommen wir nicht weiter.“ Der Sprecher der Initiative Schulumbau Gemeinschaftsschule will die Bewegung auf größere Beine stellen. Laut Polizei hatten sich 90 bis 95  Menschen  vom Schulhof der Gemeinschaftsschule in der Oberriexinger Straße in Großsachsenheim zum Äußeren Schlosshof aufgemacht. Dort, vor dem Rathaus, gab es eine erneute Kundgebung.

Mit noch mehr selbst gebastelten Plakaten als bei der ersten Veranstaltung eine Woche zuvor protestierten Eltern, Kinder und Bürger gegen die Unterbringung von Flüchtlingen in den Containern am Schulzentrum und gegen eine, aus ihrer Sicht, unnötige Verzögerung der Umbauarbeiten an der Gemeinschaftsschule. „Die Stadt schläft und unsere Kinder müssen darunter leiden“, war da zu lesen. Oder: „Ihr werdet uns nicht los“, beziehungsweise „Wir bleiben unangenehm“.

Security-Firma bewacht Gebiet

Ludger Ignaszaks ist aber der Überzeugung: „Wir sind noch zu wenige, wir erreichen noch nicht alle“, meinte er, „nach den Ferien müssen wir stärker versuchen, uns Gehör zu verschaffen.“ Zudem brachte er die Idee ins Spiel, „das Thema überregional aufzuziehen“. Viele Kommunen seien in derselben Art und Weise betroffen. Auf Nachfrage der BZ räumte er ein: „Spätestens dann geht es nicht mehr um die Gemeinschaftsschule“, sondern auch darum, „wie willkürlich und nach dem Gießkannenprinzip Entscheidungen getroffen werden“, prangert er die Flüchtlingspolitik auf höheren Ebenen an. Er habe nichts gegen Flüchtlinge, würde sogar einen Teil seines Gehalts für die aus seiner Sicht wirklich Hilfsbedürftigen abgeben, sagt er. Aber: „Es stinkt zum Himmel, wenn 80 Prozent junge Männer aus aller Herren Länder sind.“ Die Demokratie sei bezüglich der Flüchtlingspolitik aus seiner Sicht ausgehöhlt.

Auch das Thema Sicherheit spielte erneut eine Rolle. Man wolle die Menschen nicht über einen Kamm scheren und verachte Gesetzesübertritte aller Bürger. „Allerdings ist es aus Erfahrungen von anderen Kommunen bekannt, dass durch die Unterbringung auch Probleme folgen“, betonte Ludger Ignaszak auf der Demo. Gegenüber der BZ fügt er an: „Es muss nichts passieren und ich glaube auch nicht, dass etwas passiert.“ Er habe gesehen, dass die Stadt die Container derzeit durch einen Security-Dienst überwachen lasse. „Wenn wir aber Security für unsere Kinder anfordern, werden wir auf sechs Polizeibeamte in Vaihingen verwiesen,  eine Farce.“

Der Technische Beigeordnete der Stadt, Gunter Albert, verwies auf Nachfrage der BZ auf den seit einiger Zeit engagierten Security-Service der Stadt, der sich um die Sicherheit und Vandalismus im erweiterten Bereich der Schule kümmere. Und zwar bereits jetzt, um Vandalismus, wie kürzlich (die BZ berichtete) vorzubeugen, aber auch nach dem Einzug der ersten Menschen in die Container.

Durch die Unterbringung, so die Initiative, sei auch zu erwarten, dass wieder mehr Eltern ihre Kinder mit dem Auto zur Schule bringen. Dabei war es eigentlich das Ziel, den Verkehr um den Campus zur höheren Sicherheit der Kinder zu verringern.

Am Rande der Demo sprachen die Teilnehmer auch mit der BZ. „Ich habe selbst drei Kinder an der Schule“, sagte eine Mutter, „die Kinder stapeln sich“, meinte sie hinsichtlich der Aufstockungen an Klassen, die die Schule seit der Umwidmung zur Gemeinschaftsschule erfahren hat. Selbes, so eine andere Demonstrantin, gelte für die Flüchtlinge, die nun vorübergehend in die Container kommen. „Die sind wie Tiere eingesperrt. Mit Menschenwürde hat das nichts zu tun. „Wir sind pro Flüchtlinge“, betonte eine Frau gleich mehrmals. Aber, so der Tenor, eben nicht an diesem Standort.

Auf der Demo kamen auch erneut die Forderung nach Alternativen sowie Gegenvorschläge auf den Tisch. Ein Bürger hoffte, das Vorhaben der Stadt über das Baurecht kippen zu können. Schließlich seien die Container als Klassenzimmer und nicht als Wohnraum aufgestellt worden. Doch daraus wird wohl nichts. Gunter Albert hatte bereits im Vorfeld erklärt, dass die Anforderungen für eine Schule höher liegen als für Wohnräume. Der Antrag auf Nutzungsänderung sei mehr oder weniger Formsache. Ende August soll eine Doppelabnahme stattfinden, sodass die Container als Schul- und Wohnräume genutzt werden dürfen.

Ende August kommen 16 Flüchtlinge. Einer wird im Äußeren Schlosshof untergebracht, 15 in den Containern bei der Schule.

Nach jetzigem Stand kommen bis zum Ende 2017 monatlich Personen in ähnlicher Größenordnung hinzu. Bis zum Jahresende käme so eine Zahl von rund 80 Menschen zusammen. Die Verwaltung hofft, dass die sukzessive Besetzung der Container – mit Hilfe des AK Asyl – die Integration fördert.

Anfang Februar 2018   könnte nach jetzigem Stand die Unterkunft Heinzenberger Weg in Kleinsachsenheim mit 20 Plätzen bezogen werden. Die Unterkunft für 59 Personen im Seepfad soll einen Monat später bezugsfertig sein, sodass die Container dann leer stünden. Bis zu den Osterferien sollen diese so hergerichtet werden, dass die Schüler einziehen können.

Klar ist aber auch, dass das Thema Anschlussunterbringung damit nicht erledigt ist. Die Stadt will noch dieses Jahr weitere Beschlüsse fassen. Die fehlende Baugenehmigung für den Bau B der Gemeinschaftsschule wird übrigens in 2 bis 3 Monaten erwartet. msc

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