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Der Wandel kommt mit der Eisenbahn

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Der Sersheimer Bahnhof um das Jahr 1904.  Foto: 

Die Geschichte Sersheims geht wohl auf eine alemannisch-fränkische Siedlung im frühen Mittelalter zurück. Direkte Spuren aus den Anfängen gebe es kaum mehr, betont der ehrenamtliche Archivar Hans-Peter Pfäffle gegenüber der BZ. Die Mauerreste eines römischen Gutshofes auf Sersheimer Markung, das „Römersträßle“ entlang der südlich gelegenen Höhen und der tiefe Hohlweg von dort in den Ort sprechen dafür, dass auch schon römische Soldaten die Furt durch die Metter benutzt haben.

Erstmals urkundlich erwähnt wurde Sersheim im Schenkungsbuch des Klosters Lorsch am 21. Juli 792 als „Saraesheim“. 2 Höfe im Enzgau im Dorf Saresheim und 60 Tagwerk Ackerland und Wiesen zu 10 Fuhren sind damals vermerkt. 892 berichtet das Schenkungsbuch des Klosters Lorsch von einem Gütertausch. Die Besitzungen in „Sarawasheim“ gehen auf einen Mann namens Wolfbrand von Mühlhausen über. Ungefähr 200 Jahre später gehört ein Teil des Dorfes Konrad von Beutelsbach und seiner Frau Werndrut. Diese schenken ihren Besitz um das Jahr 1110 dem Kloster Hirsau. Auf die Herrschaft des Klosters weisen noch heute die drei Kugeln im Sersheimer Wappen hin. Sie sind die Attribute des heiligen Nikolaus, der im Kloster Hirsau besonders verehrt wurde.

Das Wechselspiel ging noch einige Jahrhunderte weiter: Den Grafen von Vaihingen folgte das Haus Württemberg. Ortsherren waren die Herren von Sachsenheim. Daran erinnert noch heute das Büffelhorn im Sersheimer Wappen. Sogenannte Besitzungen im Dorf hatten über die Jahre hinweg noch viele. „Durch Kriege und Besitztums-Verhältnisse hat es schon viele Veränderungen gegeben“, bestätigt HansPeter Pfäffle. Den ersten Verwaltungssitz baute 1479 der Obervogt von Vaihingen: das „Untere Schlössle“. Der Keller im östlichen Steinhaus des Schlosses stammt noch von dieser Zeit, heißt es in der Ortschronik. Das Schlössle diente vielen adligen Familien als Wohnsitz.-

Die Erbteilung führte auch im frühen Sersheim dazu, dass immer mehr Bauern nicht von ihrem Acker leben konnten. So gab es immer mehr Handwerker im Dorf. Auch am Weinbau hat sich die Gemeinde probiert – beispielsweise am Gewann Greut von Sersheim in Richtung Oberriexingen. „Aber die Qualität war nicht so berauschen“, berichtet der Archivar, „das ist ja auch mehr oder weniger ein Nordhang.“

Neuen Schwung in die Arbeitswelt brachte der Bau der Eisenbahnlinie Mitte des 19. Jahrhunderts. Immer mehr Bürger arbeiteten in Betrieben in den umliegenden Städten.

Sersheim selbst sei vor allem „die letzten 50 Jahre stark gewachsen“, berichtet Hans-Peter Pfäffle, der um diese Zeit aus Heilbronn nach Sersheim zog, um seine erste – und einzige – Stelle als Lehrer anzutreten. Waren 1751 noch 750 Menschen in Sersheim, waren es 1933 bereits 1261. Heute wohnen rund 5500 Sersheimer im Kirbachtal. Eingemeindet wurde Sersheim bis heute nicht. „1970 während der Gemeindereform wollte man es mit Horrheim und Gündelbach zusammenführen. Entscheidender Streitpunkt war der Sitz des künftigen Rathauses“, erinnert sich der heute 77-Jährige, „in der Zwischenzeit sind wir ganz froh, dass wir alleine sind.“

Am Samstag, 16 Juni, 20 Uhr, eröffnet die bekannte Partyband „Die Blaumeisen“ das Fest. Mit ihren Stimmungssongs werden die Musiker um Bandleader Uli Besemer die Besucher im Zelt auf dem Festplatz am Sportzentrum unterhalten.

 Der Sonntag beginnt mit einem ökumenischen Gottesdienst um 10.30 Uhr. Anschließend regiert der Jazz mit der Combo „SaxPack“ im Festzelt. Am Nachmittag gibt der Liederkranz Sersheim ein Konzert. Die Sing- und Chorgemeinschaft Zendersch in ihren Trachten wird traditionelle Lieder darbieten. Außerdem werden die Musikanten aus Oberriexingen aufspielen. Ab 19 Uhr kitzelt das Duo „Hillus Herztropfa“ sowie Markus Zipperle die Lachmuskeln der Zuhörer.

Am Montag können am Vormittag die örtlichen Kindergärten sowie der Hofäckerschule in zwei Vorstellungen mit den bekannten Liedermachern Vladislava und Christof Altmann singen oder tanzen. Auch am Nachmittag eröffnet das Duo mit seinem Kindertheater einen Veranstaltungsreigen für Kinder, auf die rund um die Sport- und Kulturhalle zahlreiche Aktionen und Spiele warten.  Ab 16 Uhr gibt es beim Seniorennachmittag im Festzelt die „Kehrwochmafia“. Zum Festausklang rockt „Wishing Well“ das Festzelt, bevor ein Feuerwerks das Jubiläumsfest beschließt. bz

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