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Der erste Ehrenbürger

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Der erste Ehrenbürger Sachsenheims starb an diesem Montag vor exakt 50 Jahren – am 14. August 1967. Eugen Doster war 31 Jahre Bürgermeister von Kleinsachsenheim – vor, während und nach dem Zweiten Weltkrieg. Der Rathaus-Chef, in dessen Amtszeit sich die Einwohnerzahl Kleinsachsenheims verdoppelt hat, wurde als erster zum Ehrenbürger Kleinsachsenheims ernannt. In Großsachsenheim hatten 1960 bereits Friedrich Kienle, der Mitberünder von Kienle und Spiess, sowie Mathilde Spiess, die Witwe des anderen Mitbegründers die Ehrenbürgerwürde erhalten.

Am 8. April 1935 wurde Eugen Doster zunächst als kommissarischer Bürgermeisteramtsverweser in Kleinsachsenheim eingesetzt. Am 2. Oktober 1936 folgte seine endgültige Berufung als Bürgermeister. In seine Amtszeit fiel 1937 die Einrichtung des ersten Kleinsachsenheimer Kindergartens, 1938 wurde der neue Sportplatz an der Löchgauer Straße eingeweiht. An dem inzwischen maroden Rathaus wurde das Fachwerk freigelegt und das Gebäude instandgesetzt. Als 1945 auf dem Kleinsachsenheimer Sportplatz 360 Bietigheimer Bürger von Artillerie beschossen wurden, wobei es 15 Tote und viele Verletzte gab, setzte sich Doster bei den französischen Truppen für die Versorgung der Bietigheimer ein. Daraufhin durften die Kleinsachsenheimer die Bietigheimer versorgen.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Doster 1948 in Kleinsachsenheim mit großer Mehrheit wiedergewählt, 1954 wurde er bestätigt. Eine große Herausforderung war für die kleine Gemeinde nach dem Krieg die Unterbringung der Heimatvertriebenen sowie die Wasserversorgung.

Erstes Lehrbecken

1949 wurde eine zweite Quelle gefasst und  die Pumpstation erweitert. 1960 konnte ein Tiefbrunnenpumpwerk und im Jahr darauf der Hochbehälter erweitert werden. Neben der Wasserversorgung war die Entwässerung des gesamten Gemeindegebietes ein Schwerpunkt in den 1960er Jahren. In den Jahren von 1954 bis 1966 konnte die Gemeinde unter Bürgermeister Doster die Ortskanalisation abschließen. In den Jahren 1956 bis 1958 erfolgte der Bau der Kleinsachsenheimer Grundschule mit dem kreisweit ersten Lehrschwimmbecken. 1959 ging die Kläranlage in Betrieb.

Insgesamt waren sieben Baulandumlegungen notwendig, um genügend Wohnraum für die nach dem Krieg stark wachsende Gemeinde zu schaffen. Ein zweiter Kindergarten musste gebaut werden, der Friedhof wurde erweitert und 1963 eine Aussegnungshalle erstellt.  Am Ende seiner Amtszeit konnte Doster noch dem Baggerbiss für die Mehrzweckhalle beiwohnen.

Bei Dosters Amtsantritt hatte Kleinsachsenheim 1074 Einwohner. Als 1966 in Ruhestand ging, zählte Kleinsachsenheim 2300 Einwohner. In einer öffentlichen Gemeinderatssitzung am 1. Oktober 1966 wurde  Doster zum ersten Ehrenbürger Kleinsachsenheims gekürt. 1971 wurde Klein- mit Großsachsenheim zusammengelegt.

Doster wurde auch wegen seiner menschlichen Qualitäten von den Kleinsachsenheimer sehr geschätzt. Er engagierte sich stark im Vereinsleben. Er war jahrzehntelang aktiver Sänger und Ehrenmitglied bei der „Eintracht“. Beim TSV Kleinsachsenheim, dem Obst- und Gartenbauverein sowie beim Schützenverein war er ebenfalls Ehrenmitglied.

Wenige Wochen nach seinem Umzug nach Bietigheim ist Eugen Doster am 14. August 1967 im Alter von 69 Jahren an einem Herzinfarkt verstorben. Heute erinnert die Eugen-Doster-Straße in Kleinsachsenheim an den Ehrenbürger.

Geboren wurde Eugen Doster am 19. Mai 1898 in Beuren im Landkreis Nürtingen. Er begann seine Laufbahn als Auszubildender des gehobenen Verwaltungsdienstes in Oetlingen bei Kirchheim/Teck. Während des Ersten Weltkrieges musste er 1916 an die Front.

Ab Mai 1919 war er als Gehilfe beim Verwaltungsaktuar in Metzingen und dem Landratsamt Reutlingen. Danach war er auf der Verwaltungsschule in Stuttgart. Ab 1923 war er Gemeindesekretär in Echterdingen. 1925 wurde er Bürgermeister in Schöckingen, 1935  Bürgermeisteramtsverweser in Kleinsachsenheim.

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