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Der beste Saloon in Sersheim

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  • Hubert Fluck im Gewand eines Hidatsa-Indianers beim Sersheimer Schwarzpulverturnier. Dort trafen sich am Wochenende Trapper, Cowboys und andere Originale. 1/3
    Hubert Fluck im Gewand eines Hidatsa-Indianers beim Sersheimer Schwarzpulverturnier. Dort trafen sich am Wochenende Trapper, Cowboys und andere Originale. Foto: 
  • Indianer in Sersheim 2/3
    Indianer in Sersheim Foto: 
  • Siedler in Kleidern wie aus dem 18. Jahrhundert. 3/3
    Siedler in Kleidern wie aus dem 18. Jahrhundert. Foto: 
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Entspannt saß „Old Wolf“ auf seinem Holzstuhl unter dem Zeltdach am Lagerfeuer und beobachtete die Besucher, die zu ihm hinüber schauten und seinen Trapperwagen bewunderten. „Ich habe viele Bücher von Karl May gelesen und mich über die Zeit der Trapper in den USA informiert“, sagte Werner Häussler alias „Old Wolf“. Im Laufe der Jahre habe er auf Flohmärkten, im Internet und in den USA die Utensilien für seinen Trapperwagen gesammelt, den er beim 39. Internationalen Schwarzpulver-Turnier präsentierte. Der Böblinger hat sogar seine Kleidung wie die Hosen selbst genäht. Seit 15 Jahren ist er jedes Jahr beim Hobbyisten-Treffen anlässlich des Schwarzpulver-Turniers des Sersheimer Schützenvereins dabei.

Familiäre Atmosphäre beim Fest

„Die Atmosphäre hier ist sehr familiär. Ich treffe viele Freunde und Bekannte“, sagt Häussler. Bis zu neun Mal im Jahr nehme er mit seiner Frau an solchen Treffen in Deutschland und im benachbarten Ausland teil. „Unsere Kinder teilen diese Leidenschaft für das einfache Lagerleben leider nicht“, sagte der Böblinger. Mit dem schlechten Wetter und den etwas kühlen Temperaturen hatte der Trapper aus dem Schwabenland keine Probleme. „In den Vorjahren war das Wetter schon viel schlechter. Aber als es morgens geschneit hat, war es schon ziemlich frostig“, sagte „Old Wolf“, der eine Woche in Sersheim verbrachte.

Am Sonntag nutzten bei Sonnenschein viele Familien und Westernfreunde die Gelegenheit zu einem Ausflug in die Zeltstadt beim Sersheimer Schützenhaus. „Hin und wieder lässt sich jemand auch einmal den Hintergrund unserer Kleidung erklären“, freute sich Hubert Fluck aus Freiburg. Er trat im Gewand eines Hidatsa-Indianers auf, deren Angehörige heute noch in einem Reservat in North Dakota leben. „Ich habe vom Federschmuck bis zu den Mokassins alles selbst gemacht und mich  in den USA eingehend über die Kultur der Indianer informiert“, sagte der Freiburger mit der rot-schwarzen Gesichtsbemalung. In Sersheim hatte er vor vielen Jahren seinen ersten Auftritt als Hobbyist. Seitdem habe sich vieles verändert, berichtete Fluck. Die Indianer unter den Hobbyisten im Lager seien immer weniger geworden. „Früher gab es noch ein kleines Tipi-Runddorf und indianische Tänze“, sagte Hubert Fluck.

Allerhand Western-Utensilien zu kaufen

Indianerschmuck gab es neben Fellen, Cowboyhüten, Stiefeln und andere Utensilien für das Hobbyisten-Leben an den kleinen Ständen rund um den Saloon trotzdem zu kaufen. Der Saloon war wieder der Mittelpunkt der diesjährigen Western-Veranstaltung. Beliebte Bands wie „Arizona Fire“ oder „Reach Country“ spielten am Abend für Hobbyisten und Festbesucher, die sich mit Spareribs oder Westernsteak stärkten.

„Wir haben über 150 Festhelfer im Einsatz. In diesem Jahr sind viele junge Leute dabei, die ihre Aufgabe sehr gut machen“, zeigte sich Festorganisator Robert „Graubart“ Supper zufrieden. Ursprünglich sei das Schwarzpulverturnier der Kernpunkt des Festes gewesen, doch inzwischen habe sich dieser in die Westernstadt verlagert. „In diesem Jahr sind 500 Hobbyisten dabei. Das sind deutlich mehr als im Vorjahr. Am Turnier selbst nehmen nur 100 Menschen teil“, sagte Robert Supper. Er freute sich besonders über eine Besuchergruppe aus Sersheims Partnerstadt Canale in Italien, die erstmals an einem Westernfest teilnahm.

„Im Westernlager sind alle gleich. Egal ob Anwalt, Arzt oder Arbeiter: Alle sitzen zusammen am Lagerfeuer“, beschrieb Dorothee Ludwig die Faszination des Hobbyisten-Treffens. Seit 30 Jahren reise sie mit ihrem Mann Thomas vom Bodensee an. In ihrem Zelt hatten sie einen kleinen Ofen, denn in Schlafsäcken zu nächtigen sei bei echten Trappern verpönt. „Wir decken uns nur mit Fellen zu.“ Seit einer Woche ist die Familie mit ihren kleinen Kindern in Sersheim. „Selbst wenn uns kalt war, genießen wir das Leben im Lager in vollen Zügen“, sagten die Ludwigs, während auf der nahen Wiese die Kanonenschläge donnerten und unten am Schützenhaus die Wettbewerbsteilnehmer mit Langwaffen, Pistolen oder Revolvern auf die Scheiben zielten.

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