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Der BdS will gegen Parkplatz-Diebe vorgehen

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Ende vergangenen Jahres erschien auf der Sachsenheim-Seite der BZ ein Artikel unter dem Titel „Der Innenstadt-Supermarkt fehlt“. Darin ging es auch um die Parkplatzsituation in Großsachsenheim. Das Fazit: Insgesamt stehen ausreichend Parkplätze zur Verfügung. Vergangene Woche nahm ein Leser in einem Schreiben unter anderem darauf Bezug und mahnte an, dass einige Bürger und Händler mit der Parksituation in der Innenstadt überhaupt nicht zufrieden seien. Die BZ hat daraufhin noch mal nachgehört.

Die BdS-Vorsitzende Silvia Körner betont zunächst: „Da gehen die Meinungen auseinander.“ Wohl auch deshalb weil die Lage auf den einzelnen Parkplätzen sehr unterschiedlich ist. Jene Flächen, die ohne zeitliche Beschränkung genutzt werden können und nicht direkt im Zentrum liegen, hätten teils noch große Kapazitäten. Ein hausgemachtes Problem tut sich allerdings dort auf, wo sich die Geschäfte ballen. Denn hier kommt es auf den Kurzzeit-Parkplätzen vor allem zu Stoßzeiten zu Engpässen. „Gerade der Einzelhandel in der Nähe der Hauptstraße hat größere Probleme. Das hängt auch damit zusammen, dass die Selbstständigen und ihre Mitarbeiter auf den Parkplätzen stehen“, erklärt Körner. Einige würden einfach alle zwei Stunden ihre Parkscheibe weiterdrehen. Mit dem Ordnungsamt sei in dieser Thematik bereits gesprochen worden. Doch für die beiden bei der Stadt beschäftigten Damen beim Ordnungsamt ist die Lage schwierig, da ja immer eine gültige Parkscheibe im Auto liegt. Sie müssten über Ventilstände, Randsteine oder Straßenmarkierungen überprüfen.

Auch einzelne BdS-Mitglieder hätten bereits versucht, die betreffenden Personen anzusprechen. „Es bleibt abzuwarten, wie diese darauf reagieren“, meint die BdS-Vorsitzende, die das Problem auch im jüngsten Newsletter der Selbstständigen angesprochen hat. Allerdings seien auch nicht alle Dienstleister Mitglied im BdS. „Deshalb erreicht es nicht alle.“ Der BdS will das Problem der Parkplatz-Diebe aber in den Griff bekommen – und hat dafür ein Kompetenzteam Parkplätze Innenstadt gegründet.

Denn Körner ist überzeugt: „Es gibt genug Parkplätze. Man muss eben nur ein Stück laufen“, sagt sie und meint damit weniger diejenigen, die eben mal kurz Besorgungen erledigen müssen. Vielmehr soll für diese und jene, die schlecht zu Fuß sind das nötige Kontingent freigehalten werden. „Manche sind am Tag zu bequem, um 200 Meter zu laufen und gehen dann abends ins Fitnessstudio“, bemängelt die BdS-Vorsitzende, „die Kunden sind verwöhnt.“

In einem nächsten Schritt will sich das Kompetenzteam auch mit der Stadtverwaltung zusammensetzen. „Dass wir auch hier eine noch kürzere Hotline haben“, wenn die Plätze mal wieder unrechtmäßig genutzt werden, betont Körner.

Bedarf gibt es auch bei den Park-and-Ride-Plätzen um den Bahnhof. Speziell seit dem Bezug des Neubaugebiets Süd III beim Rewe-Markt, habe die Frequentierung dieses Angebots stark zugenommen“, betont Körner. „Sogar im Winter stehen die Autos oft bis zu Freibad hoch“, berichtet sie. Das Problem hat die Stadt bereits erkannt und prüft deshalb nach Auskunft von Wirtschaftsförderer Matthias Friedrich, ob hinter der Bahnlinie, auf dem ehemaligen Gelände der Nabu-Gärten weitere Parkplätze für Pendler geschaffen werden können.

Eine Herausforderung ist es, den Höhenunterschied zur Sersheimer Straße hin auszugleichen. Zudem stellt sich die Frage, wie ein noch höheres Verkehrsaufkommen hier zu bewältigen wäre. Körner begrüßt die Überlegungen: „Da ist auf jeden Fall Bedarf da.“ Eigentlich hätte das Thema inklusive möglichem Kreisverkehr an der Sersheimer Straße schon im November auf der Tagesordnung im Gemeinderat sein sollen. Aber Grüne und Freie Wähler hätten um Aufschub gebeten, um das Thema vorab in den Fraktionen besprechen zu können.

Im eigenen Interesse

In Großsachsenheims Mitte sind die Parkplätze knapp. Mal wieder geht es um ein Thema, das nicht förderlich für die Anbieter und das Stadtleben ist. Denn klar ist: Muss ein potenzieller Einkäufer vermehrt seine Runden drehen bis er seinen Pkw abstellen kann, besteht die Gefahr, dass er – spätestens beim nächsten Einkauf – auf eine Alternative ausweicht. Zum Beispiel auf das von den Einzelhändlern gefürchtete Internet.

Dass die fehlende Frequentierung in Großsachsenheim Geschäften und Dienstleistern bereits jetzt zu schafften macht, braucht hier nicht mehr groß zu diskutiert werden. Ebenso wenig wie die Tatsache, dass eine belebte Innenstadt in direkter Verbindung mit einem funktionierenden Geschäftsleben steht.

Nicht nur dass es durchaus zumutbar – und zudem gesund – ist, wenige hundert Meter zum Arbeitsplatz zu laufen. (Das gilt übrigens auch für den einen oder anderen Einkäufer.) Es sollte im Interesse aller Beteiligten sein, dass die Parkplätze so genutzt werden können, dass sie den Einkaufenden in ausreichendem Maße zur Verfügung stehen. Sonst schaffen sich die Frisöre, Verkäufer und Co. am Ende selbst ab. Dass dann keine Parkplatznot mehr herrschen würde, ist für niemand Trost.

Neben mehreren kleinen Parkplätzen im Stadtkern und entlang der Hauptstraße, die alle zeitlich begrenzt sind, gibt es in Großsachsenheim mehrere große Parkplätze, die auch für längere Zeit genutzt werden können.

Auf den Park-and-Ride-Plätzen West und Fun Park nahe des Bahnhofs stehen 46 beziehungsweise 70 Plätze zur Verfügung. Da aber auch diese laut Stadt und BdS oft knapp sind, empfiehlt es sich, auf die 116 Plätze am Sachsenheimer Schloss-Freibad oder die 106 beim Schulzentrum in der Oberriexinger Straße auszuweichen. Auf all diesen Parkplätzen ist zeitlich unbegrenztes parken möglich. Hier sei quasi immer ein Parkplatz zu finden, heißt es von Seiten der Stadtverwaltung.

Und vor allem jetzt im Winter sollte die Lage entspannt sein. Im Sommer kann es bei tollem Wetter zu Engpässen auf dem Freibad-Parkplatz kommen.

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