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"Steigle": Wird doch nicht gebaut?

Die Infoveranstaltung in Sachsenheim hat gefruchtet. Privatleute haben der Stadt ihre Gebäude für die Unterbringung von Asylbewerbern angeboten. Womöglich wird erst mal kein Neubau gebraucht - auch nicht in Hohenhaslach.

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Auf diesem Luftbild ist der angedachte Standort für die Asylbewerberunterkunft am Standort "Steigle" in der Bildmitte zwischen den Bäumen zu sehen.  Foto: 

Die Änderung der Tagesordnung der Gemeinderatssitzung am Donnerstag in Sachsenheim kam unerwartet. Der Punkt "Errichtung einer Wohnanlage für Anschlussunterbringungen - Standortsuche" wurde gestrichen. Den Grund dafür nannte der Bürgermeister noch persönlich, bevor er die Sitzung verließ, um im Bett eine Erkältung auszukurieren: Nach der Infoveranstaltung am 19. Februar, in der die Stadtverwaltung dafür geworben hatte, dass Privatleute ihre leerstehenden Immobilien für die Anschlussunterbringung von Asylbewerbern hergeben (die BZ berichtete), "sind uns fünf Häuser oder größere Wohnungen angeboten worden", so Horst Fiedler. Bevor man Überlegungen anstellen werde, wo man Neubauten hinsetzen könnte, werde man diese Optionen prüfen, denn, so der Technische Beigeordnete Gunter Albert im Nachgang zur Sitzung: "Mieten ist günstiger als bauen." Im besten Fall, so Horst Fiedler abschließend, werde man in diesem Jahr nicht mehr über mögliche Neubauten nachdenken müssen.

Vor allem die Bewohner der Straße Seepfad in Großsachsenheim wird dies freuen, waren einige von ihnen doch zur Gemeinderatssitzung gekommen, um die Behandlung des später gestrichenen Tagesordnungspunkt zu verfolgen. Der beinhaltete nämlich den Plan, den Neubau auf jenem Gelände zu verfolgen, wo aktuell die maroden Asyl-Container stehen. Von einem Herstellungsaufwand von rund 950 000 Euro für die Unterbringung von 50 Personen ist in der Vorlage die Rede. Pikant ist die ganze Angelegenheit deshalb, weil der damals amtierende Gemeinderat zuletzt vor zwei Jahren seine Zusage an die Seepfad-Anwohner erneuert hatte, dass die Asyl-Unterkünfte wegkommen, sobald sie nicht mehr gebraucht werden. Deswegen war dieser Standort im März 2013 für einen Flüchtlings-Neubau ausgeschlossen worden. In der Folge war man seinerzeit auf den ebenfalls heftig umstrittenen Standort im Hohenhaslacher "Steigle" gekommen.

In der Gemeinderatssitzung am Donnerstag wurde jedoch eher beiläufig bekannt, dass möglicherweise auch in Hohenhaslach keine neue Asylbewerberunterkunft benötigt wird. "Wir werden nur bauen, wenn der Bedarf da ist", sagte Albert in der Sitzung im Hinblick auf die privaten Immobilienangebote, die der Stadtverwaltung unterbreitet wurden. Auf Nachfrage bestätigt er am Freitag, dass das Projekt "Steigle" aktuell "relativ weit hinten auf der Agenda" steht. Albert: "Es herrscht definitiv Stillstand." Ins Stocken geraten ist das Ganze auch deswegen, weil die Ausschreibung der Komplettmaßnahme zu keinem Angebot eines Generalübernehmers geführt hat, so Albert. Sämtliche Interessenten seien in der Kalkulationsphase abgesprungen. Aktuell ist das Bauprojekt ein zweites Mal ausgeschrieben, der Beigeordnete gibt jedoch zu denken, dass man erst schauen müsse, ob ein mögliches Angebot, wenn es denn kommt, überhaupt zur Haushaltslage passe. Albert erwartet nämlich eine Preissteigerung.

Während die Planungen an einer Stelle ruhen, sorgt ein anderer möglicher Asyl-Standort in der Stadt für Ärger: das leerstehende Lokal "Ochsen" in Spielberg. Den möchte die Familie seit geraumer Zeit verkaufen, und auch das Landratsamt interessiert sich dafür (die BZ berichtete). In der Sitzung am Donnerstag ergriff unter anderem Gemeinderat Martin Dürr (CDU) das Wort. Er appellierte an die Stadtverwaltung, sich in die Sache einzuschalten - selbst wenn Albert bereits mehrfach in der Sitzung betont hatte, dass die Stadt keinerlei Einwirkungsmöglichkeiten auf das Geschäft habe. Im Dorf kursiere das Gerücht, dass 50 bis 80 Menschen kommen sollen. "Das ist zu viel", so Dürr. Aus dem Landratsamt gibt der Sprecher Dr. Andreas Fritz nur so viel bekannt: "Das Landratsamt beabsichtigt, den Ochsen oder das Grundstück für die Asylbewerberunterbringung zu nutzen. Wir sind aber noch in der Planungsphase." Eine Belegungszahl hänge vom Ausgang der Planungen ab.

Und auch das "Kelterle", die Außenstelle der JVA Heimsheim, die laut Albert zum 30. April geschlossen wird, hat das Landratsamt als Asyl-Standort im Blick, bestätigt Fritz. Doch auch die Stadt selbst hat am Gelände "großes Interesse", so Albert, "allein, um zu steuern, was dort später einmal passiert".

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