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S-Bahn nach Vaihingen in der Warteschleife

Die Verlängerung der S-Bahn nach Vaihingen steckt in der Warteschleife. Der Verband Region Stuttgart will abwarten, was die Ausschreibung des Landes in puncto Metropol-Expresszüge bringt. In Vaihingen würde man die Züge vorziehen.

CAROLINE HOLOWIECKI |

Im Februar erst hatte sich der Kreistag nach der Präsentation der Machbarkeitsstudie einhellig für die Verlängerung der S-Bahnlinie von Bietigheim-Bissingen nach Vaihingen ausgesprochen. Trotz eines Investitionsvolumens von zehn Millionen Euro - 50 Prozent davon sind laut Gerd Maisch, dem Vaihinger Oberbürgermeister, förderfähig - plus weiterer acht Millionen pro neuem S-Bahn-Zug wurde das Großprojekt als wirtschaftlich eingestuft. Nun jedoch steht laut Dr. Jürgen Wurmthaler, dem Leitenden Direktor des Bereichs Wirtschaft und Infrastruktur beim Verband Region Stuttgart (VRS), die S5 doch wieder in der Warteschleife. Denn just ebenfalls im Februar haben das Land, der VRS, die Landeshauptstadt und die Nachbarlandkreise unter Vermittlung von Verkehrsminister Winfried Hermann einen ÖPNV-Pakt 2025 geschlossen. Ein wesentlicher Bestandteil sind so genannte Metropolexpress-Bahnen. Sie sollen im 30-Minuten-Takt von Heilbronn, Aalen, Geislingen, Schwäbisch-Hall, Horb und Pforzheim nach Stuttgart fahren und dort an jedem Bahnhof halten, der nicht über einen S-Bahn-Anschluss verfügt.

Laut dem Verkehrsministerium laufen die Ausschreibungen seit Kurzem, bis August 2015 sollen die Zuschläge vergeben werden. Und diese Ergebnisse will man beim VRS abwarten, bestätigt Wurmthaler. "Das Thema hat sich quasi selbst überholt", sagt er. Hintergrund für die abwartende Haltung ist eine Geldfrage. Denn während ein Großteil der Kosten für die S-Bahn-Verlängerung der VRS und über die Umlage schließlich auch die beteiligen Kommunen tragen würden, hat laut Wurmthaler das Land zugesagt, die Kosten für die Metropolexpress-Züge zu übernehmen. Zudem müssten die Kommunen die Bahnsteige nicht baulich verändern.

Maisch sieht aus Vaihinger Sicht neben der Kostenersparnis weitere Vorteile der Zug- gegenüber den S-Bahn-Verbindungen. "Es gäbe eine bessere Vertaktung Richtung Stuttgart, aber auch in den Enzkreis Richtung Pforzheim", sagt der OB. Wermutstropfen: Um von Vaihingen aus Ortschaften zu erreichen, die auf der S-Bahn-Strecke Bietigheim-Schwabstraße liegen - Ludwigsburg ausgenommen -, müsste man nach wie vor in Bietigheim-Bissingen umsteigen.

Auch Horst Fiedler, der Bürgermeister von Sachsenheim, steht den neuen Ideen offen gegenüber: "Das ist eine Alternative. Die Qualität muss jedoch stimmen." Dass die Metropolexpress-Züge allein vom Land getragen würden, zweifelt er allerdings an. "Da wird es sicher eine Kostenbeteiligung der Kommunen geben." Laut VRS-Direktor Wurmthaler ist für den kommenden Januar ein Gespräch mit Vertretern aus Vaihingen, Sachsenheim, Sersheim und Bietigheim-Bissingen anberaumt, um die Positionen abzufragen. Doch Maisch sagt jetzt schon: "Wenn die Metropol-Expresszüge kommen, ist die Notwendigkeit der S-Bahn nicht mehr gegeben."

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