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Großsachsenheimerin Ulrike Koch wird auf Hospitalschiff in Afrika arbeiten

Medizinische Hilfe für die Ärmsten dieser Welt bringen die über 400 ehrenamtlichen Helfer des großen Hospitalschiffs "M/S Africa Mercy", zu denen ab März auch Ulrike Koch aus Großsachsenheim gehört.

MICHAELA GLEMSER |

Es geht oft hektisch zu, wenn Patienten in der zentralen Notaufnahme des Klinikums Ludwigsburg Hilfe benötigen. Unter Hochdruck zu arbeiten, ist die Krankenschwester Ulrike Koch daher gewöhnt. Dennoch ist dies kein Vergleich mit den Herausforderungen, denen die Großsachsenheimerin ab März für zwei Monate ausgesetzt sein wird. Sie fliegt nach Madagaskar, dem mit rund 29 Millionen Einwohnern größten Inselstaat Afrikas im Indischen Ozean. Dort wird sie auf dem Hospitalschiff "M/S Africa Mercy" arbeiten.

"Es war ein großer Wunsch von mir, einmal über den Tellerrand meines Alltags hinauszuschauen und meine Arbeit als Krankenschwester aus einem ganz anderen Blickwinkel zu erleben", erklärt sie ihre Beweggründe. Ein wenig Fernweh und Neugier aufs Leben kämen auch dazu. "Es ging mir darum, meine emotionale und physische Komfortzone zu Hause einfach einmal zu verlassen", schildert Koch. Der Auslandseinsatz für die christliche Hilfsorganisation "Mercy Ships", die mit der "M/S Africa Mercy" das weltweit größte private Hospitalschiff betreibt, das seit 1978 kostenlos medizinische Hilfe zu den ärmsten Menschen bringt, sei eine bewusste Entscheidung gewesen.

In den fünf OPs, auf den Intensiv- und Krankenstationen, an den Röntgengeräten und am Computertomograf, im medizinischen Labor und der Ferndiagnoseeinrichtung arbeiten weit über 400 Ehrenamtliche aus unterschiedlichen Nationen. Bordsprache: Englisch. "Ich werde in einer Sechs- oder Acht-Bett-Kabine untergebracht sein. Dies wird sicherlich eine Herausforderung", sagt Ulrike Koch. Auch ihre Arbeit wird sich grundlegend von der jetzigen unterscheiden. "Ich werde mit ausufernden Gesichtstumoren, Fehlstellungen ganzer Knochenreihen, Lippen-Kiefer-Gaumenspalten, Geburtsverletzungen oder schweren Verbrennungskontrakturen konfrontiert werden", erklärt sie. An Land gibt es zudem noch eine Augen- und Zahnklinik unter der Regie von "Mercy Ships", erläutert die Großsachsenheimerin weiter. Aber auch die Einheimischen werden in die Arbeit auf dem Schiff einbezogen. Sie erhalten auf diese Weise vor allem im medizinischen Bereich Fort- und Weiterbildungen, um Lücken im Gesundheitssystem vor Ort zu schließen.

Ulrika Koch wird unentgeltlich arbeiten - und sogar noch Geld investieren. "Wer sich für einen Einsatz an Bord des Schiffs entscheidet, muss für Flüge, Unterkunft, Malariaprophylaxe und Impfungen selbst aufkommen. Für Kost und Logis zahlen die Ehrenamtlichen einen Beitrag. "Mercy Ships" finanziert sich vorwiegend über Spenden", macht Koch deutlich. Seit Ende August 2015 liegt die "M/S Africa Mercy" in der Hafenstadt Toamasina auf Madagaskar und wird dort noch bis Juni bleiben. Im ganzen Land sind medizinische Fachteams unterwegs, um bei den Einheimischen die entsprechenden Voruntersuchungen durchzuführen und die nötigen Operationstermine zu vergeben, zu welchen die Patienten ebenfalls spendenfinanziert transportiert werden. "Das Konzept und der Enthusiasmus in dieser von christlichen Werten getragenen Organisation gefällt mir sehr", sagt die Sachsenheimerin voller Vorfreude. "Mein Mann und meine erwachsenen Kinder stehen voll und ganz hinter meinem Engagement, von dem ich sicherlich menschlich und beruflich profitieren werde", betont Koch abschließend.

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