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Zu viele Kinder, zu wenig Fachkräfte

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Wie in vielen Kommunen fehlen in Ludwigsburg Erzieher – derzeit sind über 20 Stellen unbesetzt. So musste die Stadt in den Sommerferien Familien im neuen Wohngebiet Hartenecker Höhe den in Aussicht gestellten Kitaplatz absagen, weil nicht ausreichend Betreuungspersonal für die Kleinen vorhanden ist. Der neue Leiter des Bereichs Kinder und Familien, Daniel Bauer, telefonierte höchstpersönlich die Eltern ab, um die Lage zu erläutern. Das hat der Verwaltung zwar Lob von Seiten des Sozialausschusses, der am Dienstag im Rathaus tagte, eingebracht. Doch die Gemeinderäte wollten Gründe hören, ob eventuell die Stadt als Arbeitgeberin nicht attraktiv genug sei oder sich die Städte untereinander die besten Fachkräfte gegenseitig abwerben?

Bewerber haben die Wahl

Letzteres verneinte Bauer. „Der Fachkräftemangel hat leider auch uns erreicht“, bedauerte er. „Gute pädagogische Fachkräfte können es sich aussuchen.“ Er und seine Mitarbeiter bekommen es nicht nur an der schrumpfenden Zahl an Bewerbungen zu spüren. Werden Bewerber zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen, ist noch lange nicht sicher, dass sie überhaupt erscheinen. „Manche melden sich nicht mal ab“, schilderte Bauer die Situation bei den Bewerbungsverfahren.

Im September beispielsweise habe es seitens der Stadt 46 Bewerbungsverfahren gegeben. 104 Interessierte seien zum Vorstellungsgespräch eingeladen wurden, doch am Ende habe es nur 37 Einstellungen gegeben. Das entspricht nach seiner Berechnung einer Erfolgsquote von 35 Prozent. Bei der Vergabe von Ausbildungsstellen ist die Quote mit 43 Prozent ein wenig besser. Trotz Bewerbermangel und Absagen achte die Stadt bei der Einstellung auf die Eignung. „Und wenn es nicht passt, dann passt es nicht“, machte Bauer unmissverständlich klar. Die Qualität der Bewerber ist nicht mehr durchgängig die wie noch vor einigen Jahren. Manche überstünden die obligatorische Hospitation nicht.

Kräfte nach Tarif bezahlt

Wie extrem der Personalbedarf gestiegen ist, zeigte er mit folgenden Zahlen: Im Jahr 2008 gab es im Bereich der Betreuung der unter Dreijährigen 33 Plätze und bei der über drei Jahre 961. Aktuell sind es bei den unter Dreijährigen 186 Plätze und im Ü3-Bereich 1164 Plätze. Die Zahl der pädagogischen Fachkräfte stieg allein in den vergangenen Jahren von 158 auf 226. Die Fachkräfte würden wie in den anderen Kommunen nach Tarif bezahlt, betonte Sozialbürgermeister Konrad Seigfried. An der Bezahlung könne es folglich nicht liegen. In jüngster Zeit seien die Gehälter zudem sprunghaft gestiegen wie die keiner anderen Berufsgruppe. Im Fachbereich ist nun eine Arbeitsgruppe gegründet worden, die sich Gedanken machen soll, wie die Personalmisere behoben werden kann.

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