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Unterbringungssituation von Obdachlosen in den Kommunen

Angesichts der steigenden Flüchtlingszahlen stellt sich die Frage, wie es um die Versorgung der sonstigen Obdachlosen in den Kommunen bestellt ist, gerade im Winter. Ein Blick nach Ludwigsburg und Bietigheim-Bissingen

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Ein Obdachloser auf der Straße - dort schlafen muss niemand.  Foto: 

Die Vermittlung von Obdachlosen in bezahlbaren Wohnraum sei im Kreis Ludwigsburg immer schon schwer gewesen, weiß Heinrich Knodel, der Geschäftsführer der Wohnungslosenhilfe Ludwigsburg. Durch den Zustrom an Flüchtlingen habe sich die Lage verschärft. Doch die Gefahr, dass die Unterbringung von Obdachlosen massiv mit der Unterbringung von Flüchtlingen kollidiere, sei noch nicht akut. Denn noch drängen diese nicht auf den freien Wohnungsmarkt.

Die Wohnungslosenhilfe betreute im Kreis mit Stand von Ende September 218 Obdachlose. Davon lebten nur 14 auf der Straße, berichtet Knodel. Alle andere fanden in irgendeiner Weise eine Unterkunft. Allerdings: In einigen Jahren könne sich die Lage ändern.

In Ludwigsburg sind es nach Auskunft von Gerald Winkler, dem Leiter des Fachbereichs Sicherheit und Ordnung, derzeit 132 Personen, die in den städtischen Obdachlosenunterkünften "Riedle" und "Gänsfußallee" leben. Die Tendenz bei diesem Personenkreis sei leicht steigend.

Dabei handelt es sich um "klassische" Obdachlosigkeit. Asylbewerber in der Anschlussunterbringung der Stadt, die auch kein eigenes Dach über dem Kopf haben, werden in Ludwigsburg getrennt erfasst und untergebracht. Deren Zahl nahm rasant zu: Waren es im Jahr 2013 gerade einmal zwölf, so wurden 2014 schon 48 gezählt, in diesem Jahr sind es aktuell 111. Die Zahl der Plätze, die man hat, beläuft sich auf rund 200, doch die werden bald nicht mehr reichen. Im kommenden Jahr rechnet man in Ludwigsburg mit einem Bedarf von knapp 600 Plätzen für Flüchtlinge - die Stadt will darauf mit einem Mix aus Unterbringung in Privatwohungen und dem Bau von Unterkünften in Modulbauweise reagieren.

Die Kommunen sind im Rahmen der öffentlichen Daseinsvorsorge verpflichtet, obdachlos gewordenen Personen Wohnraum zur Verfügung zu stellen, bis diese wieder in Wohnungen untergebracht werden können. Winkler weist darauf hin, dass im "Riedle" - dort sind derzeit 106 Menschen, vor allem Einzelpersonen, untergebracht - ein neuer Wohnblock mit 20 Plätzen für Entspannung sorge. Familien, Alleinerziehende und Alleinstehende mit guten Aussichten auf eine Wiedervermittlung in den Wohnungsmarkt sind hingegen in der Gänsfußallee 33 untergebracht. Das Gebäude sei mit 26 Menschen "sehr dicht belegt" sagt Winkler. Doch Abhilfe sei geplant. Die Stadtwerke Ludwigsburg-Kornwestheim (SWLB), denen das Haus gehört, hatten 2013 Eigenbedarf angemeldet. Nach einer nicht ganz einfachen Suche nach einem anderen Standort wurde die Stadt schließlich in der Teinacher Straße fündig. Dort soll das ehemalige Strabag-Gebäude zum Wohnheim mit 44 Plätzen umgebaut werden.

Für Bietigheim-Bissingen mache es keinen Unterschied, ob es um die Unterbringung "klassischer Obdachloser" oder Flüchtlinge geht. Deshalb gebe es keine genauen Zahlen, wie viele Menschen in der Stadt unter diese Kategorie fielen, nur so viel: sie seien in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen.

Eine Unterbringung gibt es etwa in der Kornwiesenstraße, der Carl-Benz-Straße sowie in der Grünwiesenstraße. Das dort erst diesen Mai bezogene Gebäude war das erste Projekt, in das sich die Bürgerstiftung eingebracht hat. Ein weiteres soll in der Mörikestraße in Bissingen errichtet werden, am Mittwoch war Spatenstich. "Und wir werden im Bereich bezahlbarer Wohnraum noch mehr machen müssen", sagt die Stadtsprecherin Anette Hochmuth. "Mit ausreichend Wohnmöglichkeiten versorgt sind wir nie."

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