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Trotz Geständnis freigesprochen

Vom Tatvorwurf der veruntreuenden Unterschlagung hat das Ludwigsburger Strafgericht einen 53-Jährigen aus Gerlingen aus Mangel an Beweismaterial freigesprochen. Er hatte vor 20 Jahren eine Ducati verkauft, sie aber nie ausgeliefert.

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Der Mann aus Gerlingen hatte vor 20 Jahren an einen Motorrad-Liebhaber aus Bayern eine Ducati verkauft, versprochen, sie zu restaurieren und dafür rund 40 000 Euro abkassiert, aber nichts dafür getan. Der 53-Jährige wurde jetzt dennoch vom Tatvorwurf der veruntreuenden Unterschlagung vom Ludwigsburger Strafgericht freigesprochen. Der Geschädigte wird wohl auch nach fast 20 Jahren nicht mehr an sein Geld heran kommen, denn zehn Jahre nach dem Geschäftsabschluss wurde die Ducati bei dem vor dem Bankrott stehenden Automechaniker in Gerlingen von einem Gerichtsvollzieher gepfändet.

Der 1994 verkaufte heiße Ofen sollte zu Zwecken der Veredelung in der Gerlinger Werkstatt des Angeklagten bleiben, und irgendwie bekam dieser es hin, dass sich der Käufer 20 Jahre lang immer wieder vertrösten ließ. Als der Käufer die Herausgabe der Ducati im vergangenen Jahr nochmals vehement forderte, war sie schon seit zehn Jahren nicht mehr da und konnte infolgedessen bei einer polizeilichen Durchsuchung der Gerlinger Wohn-, Geschäfts- und Werkstatträume auch nicht beschlagnahmt werden. Seinen Betrieb hatte der Angeklagte schon 2012 abgegeben, und im Februar 2013 leistete er den Offenbarungseid.

Vor Gericht legte der 53-Jährige ein Geständnis ab und sagte aus, er sei sehr krank, aber nicht in Behandlung. Er habe einen Selbstmordversuch hinter sich und sei auch schon in "Schutzverwahrung" einer psychiatrischen Einrichtung gewesen. Die Arbeit an dem Motorrad sei immer umfangreicher geworden, beschrieb der Angeklagte seine Werkstattarbeit. Die Restaurierung der Ducati sei so aufwendig gewesen, dass er Spezialanfertigungen von Ersatzteilen habe in Auftrag geben müssen.

Das Datum, an dem sich der Gerichtsvollzieher die Ducati holte, hatte er noch parat - den 21. August 2004. Am Samstag drauf, sagte er, sei das Liebhaber-Fahrzeug zwangsversteigert worden. Den Gerichtsvollzieher habe er aber noch vorher darauf hingewiesen, dass die Ducati gar nicht ihm gehört, sondern auf die Mutter des Käufers zugelassen sei. "Sie hätten den Geschädigten anrufen und ihm das mitteilen müssen", wies das Strafgericht den 53-Jährigen auf seine Pflichten hin. Dieser berichtete von seinem verzweifelten Versuch, Geld aufzutreiben, doch das sei ihm nicht gelungen. Als das Motorrad abgeholt worden sei, habe er "fast den Notarzt gebraucht". Nach den übrigen Angaben des Angeklagten soll der Käufer auch noch bar bezahlt haben, und der Gerichtsvollzieher hatte nach so langer Zeit keine Unterlagen mehr über den Vorfall. Er müsse die Unterlagen nur fünf Jahre aufheben. So war in diesem Fall schlicht keine habhafte Beweisaufnahme mehr zu führen.

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