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Tortenwerfer muss Schmerzensgeld zahlen

Vor zwei Jahren hat in Ludwigsburg ein junger Mann eine Torte auf den damaligen Innenminister Gall geworfen. Das hatte nun ein Nachspiel.

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Nach dem Wurf einer Sahnetorte auf den damaligen Landes-Innenminister Reinhold Gall bei einer Tagung der Evangelischen Hochschule Ludwigsburg am 7. Februar 2014 hat das Ludwigsburger Amtsgericht den Tortenwerfer am Mittwoch zur Zahlung von 1300 Euro Schmerzensgeld und 201,71 Euro Anwaltskosten plus Zinsen verurteilt. Das Geld bekommt ein Polizist, der bei der Tagung als Sicherheitsmann Galls eingesetzt war und sich verletzt hat, als er aus der ersten Reihe zum Einsatz sprang.

Damit hat der 39-jährige Polizeibeamte mit Dienstanschrift in Göppingen seine am 20. August 2014 eingereichte Zivilklage gegen den Tortenwerfer gewonnen. Verlangt hatte er ursprünglich 2000 Euro Schmerzensgeld. Der Beamte war beim Aufspringen mit einem Mikrofonständer kollidiert und hatte sich dabei eine Risswunde am Schienbein zugezogen. Als er den damals 20-jährigen Tortenwerfer packen wollte, erlitt er außerdem einen Kapselriss am Finger.

Mit dem Urteil des Zivilgerichts hat das juristische Nachspiel der Ludwigsburger Tagung über die Mordserie des NSU also jetzt ein Ende. Die Vorgeschichte: Gall hatte nach dem Tortenwurf gar keine Strafanzeige erstattet, sondern die Himbeersahne auf seinem Anzug lediglich mit den Worten kommentiert, "ich wüsste gerne, wer die Torte gebacken hat". Die Staatsanwaltschaft Heilbronn warf dem Werfer aber Nötigung, versuchte Körperverletzung und versuchte Sachbeschädigung vor. Er bekam einen Strafbefehl mit Verwarnung und einer Geldbuße in Höhe von 2000 Euro. Dagegen legte der Krankenpfleger und Antifaschist Einspruch ein, worauf es zur öffentlichen Strafgerichtsverhandlung vor dem Amtsgericht Öhringen kam. Er erreichte einen Freispruch von der Sache mit Innenminister Reinhold Gall. Verurteilt wurde der Tortenwerfer nur wegen des verletzten Polizeibeamten, und zwar zu 1000 Euro Geldstrafe. In beiden Angelegenheiten wurde Berufung eingelegt, zur Verhandlung vor dem Heilbronner Landgericht kam es aber nicht, weil beide Seiten die Berufung überraschend wieder zurücknahmen. Das war aber nur das strafrechtliche Ende. Bis zum zivilrechtlichen Ende des Tortenspektakels um den 22-Jährigen, der heute in Heilbronn lebt, sollte es noch 14 Monate dauern.

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