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Telefonüberwachung beweist Heroin-Geschäft

Im Ludwigsburger Rauschgiftprozess vor dem Stuttgarter Landgericht gegen zwei Kosovaren beantragte der Staatsanwalt siebeneinhalb Jahre Haft.

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Seit dem 9. April verhandelt die 5. Große Strafkammer am Stuttgarter Landgericht gegen einen 38 und einen 46 Jahre alten Mann, denen zunächst ein Heroin-Geschäft im Bereich von acht Kilo vorgeworfen wurde. Sie sollen - zusammen mit anderen Beschuldigten - von Januar bis Mai 2011 das Rauschgift aus den Niederlanden nach Dänemark und von dort aus weiter nach Ludwigsburg, Zuffenhausen und Stuttgart gebracht und Abhängige damit versorgt haben (die BZ berichtete). Dass es aber nicht nur ein Acht-, sondern sogar ein 20-Kilo-Drogengeschäft war, vermutete die Staatsanwaltschaft, konnte dies aber nicht nachweisen. In seinem Plädoyer betonte der Ankläger, dass zumindest das Acht-Kilo-Geschäft gelaufen sei.

Die Angeklagten hätten das Rauschgift bei einem Hintermann in den Niederlanden bestellt und mehrere Anzahlungen von jeweils mehreren fünfstelligen Summen geleistet, ehe das Paket dann Mitte Januar 2011 übergeben und in der Wohnung des einen Angeklagten in Ludwigsburg gelagert wurde, um von hier aus dann an Unterhändler zu verkaufen. Den Einkaufswert beziffert der Staatsanwalt mit rund 35 000 Euro. Dass es sich um gar kein Rauschgift, sondern um Streckmittel gehandelt habe, wie die Angeklagten beteuerten, weist der Ankläger zurück. Man habe nicht für Streckmittel so viel Geld bezahlt, meinte er. Dies sei nur eine reine Schutzbehauptung. Als Nachweis für den Deal sieht er auch das Ergebnis der umfangreichen Telefonüberwachung der beiden Männer, in denen "glasklar von der Beschaffung von Heroin die Rede ist", und dass man dafür in mehreren Teilbeträgen Anzahlungen leistete. Daraus gehe auch hervor, dass man deutlich acht Kilo Heroin, und nicht acht Kilo Streckmittel bestellt habe.

Ein dritter Angeklagter ist wegen seiner Mittäterschaft bereits von einer anderen Stuttgarter Strafkammer zu siebeneinhalb Jahren Haft verurteilt worden. Genau diese Strafhöhe beantragte der Staatsanwalt jetzt gegen die beiden Kosovaren. Eine geringe Strafmilderung räumt der Ankläger den Beschuldigten ein, weil ein großer Teil der Drogen durch den Zugriff der Polizei gar nicht mehr in Verkehr gelangte.

Nach den Plädoyers der Verteidiger soll am 22. August das Urteil gesprochen werden.

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