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Sicher auf dem Schulweg dank einer neuen App

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Eine neue App soll die Sicherheit im Straßenverkehr, vor allem auf dem Schulweg erhöhen. Die Stadt Ludwigsburg übernimmt seit diesem Schuljahr eine Pilotfunktion. Die Schutzranzen-App geht von folgender beispielhafter Situation aus: Ein Kind befindet sich am Straßenrand. Die Verkehrsteilnehmer auf der Straße können das Kind jedoch nicht sehen, weil ein parkendes Auto oder eine Hausecke die Sicht versperrt. Das Kind rennt impulsiv auf die Straße, der Autofahrer ist abgelenkt und bemerkt das Kind zu spät. Hier setzt die Schutzranzen-App an. Die Vision der App: Sie macht die Kinder in einer eingerichtete digitale Schutzzone, wie um eine Grundschule herum, „sichtbar“ und warnt den Autofahrer per App-Signal, damit es nicht zu einem Unfall kommt.

Das soll funktionieren, indem sowohl Kinder als auch Autofahrer die Schutzranzen-App auf ihrem Smartphone installiert haben. die App erkennt die Position von Kindern und Autofahrern und überträgt sie verschlüsselt an die sogenannte Schutzranzen Cloud. Der Server berechnet aus deren Position und Bewegungsrichtung den Abstand zueinander und versendet ein Warnsignal an den Autofahrer, wenn der Abstand kritisch wird, wie es auf der Homepage heißt.

Die App solle für mehr Sicherheit im Straßenverkehr sorgen, sagt App-Gründer Walter Hildebrandt. Potenziell geschützt werden Kinder, die mit der App oder einem entsprechenden GPS-Tracker ausgestattet sind, sofern die Autofahrer über die App verfügen.

„Das macht natürlich nur flächendeckend Sinn“, sagt Heinz Handtrack von der Stadt Ludwigsburg, Referat Nachhaltige Stadtentwicklung. Seit 2016 kooperiert die Stadt eng mit der Coodriver GmbH, zu der die Abteilung der Schutzranzen-App gehört. Als erste deutsche Kommune habe Ludwigsburg flächendeckend digitale Schutzzonen um Grundschulen eingerichtet und erfülle so etwas wie eine Pilotfunktion, berichtet Heinz Handtrack. Versucht wird, die App modellhaft zu etablieren. „Wir möchten als Stadt neue Wege ausprobieren und haben uns bewusst dafür entschieden“, so Handtrack.

App-Erfinder Hildebrandt kommt ursprünglich aus dem Kreis Ludwigsburg und hält diesen Wirtschaftsstandort prädestiniert, die Vorreiterrolle einzunehmen, besonders vor dem Hintergrund des autonomen Fahrens. Hildebrandt versteht die App auch als zukunftsorientierte Basis, wenn autonomes Fahren zunehme und will die App deshalb um einige Funktionen erweitern: „Die Sicherheit für Kinder ist nur der erste Schritt.“

Finanzielle Grundlage für das App-System sind Patenschaften von privaten oder geschäftlichen Förderern. Die Stadt Ludwigsburg möchte eine Patenschaft für eine Schule übernehmen, so Handtrack. Welche das sein wird, sei noch offen. Das Projekt in Ludwigsburg sei auf zwei Jahre angelegt, solle sich aber dauerhaft etablieren, hoffen Hildebrandt und Handtrack.

Die Schutzranzen-App garantiere Anonymität, da die Daten verschlüsselt an die Cloud gesendet und wieder gelöscht würden, versichert Hildebrandt. Außerdem sei die App werbefrei und gewährleiste einen sicheren Datenaustausch innerhalb der Familie. Denn zum Angebot der App gehört unter anderem auch die Eltern-Funktion. Diese ermöglicht Eltern, die die Eltern-Autofahrer-Version der App heruntergeladen haben, ihr Kind stets zu orten. Das sei für den Fall, dass das Kind nicht pünktlich nach Hause komme, erklärt Hildebrandt. Die Funktion ermögliche es besorgten Eltern, stets den Aufenthaltsort ihres Kindes überprüfen zu können. Hildebrandt betont auf Nachfrage, dass es sich nicht um eine Kontroll-Funktion handeln solle, vielmehr seien die Eltern beruhigter. Das Kind bekomme dadurch den nötigen Freiraum, sich selbstständig zu entwickeln.

Die Gut-Angekommen-Funktion informiert die Eltern per Nachricht darüber, ob ihr Kind einen vorher festgelegten „sicheren“ Bereich betreten hat. Durch die Batteriestandswarnung werden die Eltern über die Akkulaufzeit des Smartphones ihres Kindes informiert. Die App funktioniert naturgemäß nur bei eingeschaltetem Handy und kostet monatlich einen Euro. Alternativ kann auch ein GPS-Tracker für 79 Euro im Monat geliehen werden.

Eltern seien heutzutage anders als früher, meint der alleinerziehende Vater Walter Hildebrandt. Die App sorge für mehr Freiheit und soll für die Kinder eine digitale Warnweste sein. Bereits über 8000 Downloads habe er gezählt, so Hildebrandt, hinzu käme eine noch größere Zahl der kombinierten Eltern-Autofahrer-App. Ob die App auch genutzt werde, könne er nicht zurückverfolgen.

www.schutzranzen.com

Überwachung per App

Die Stadt Ludwigsburg möchte beim Thema Straßensicherheit auf den Schulwegen neue Möglichkeiten ausprobieren. So löblich das auch ist, ist die Schutzranzen-App wirklich der richtige Weg? Denn neben der Frage zur Sicherheit bei der Datenübertragung stellt sich auch die der Überwachung durch die eigenen Eltern. Die sogenannte Eltern-Funktion ermöglicht es stets den Aufenthaltsort der eigenen Kinder zu überprüfen – Helikopter-Eltern lassen grüßen. Denn während App-Gründer Walter Hildebrandt betont, dass die App nicht zur Kontrolle durch die Eltern diene, fällt es schwer zu glauben, dass diese Funktion nicht genau dazu dient: Ständig zu wissen, wo sich das eigene Kind aufhält. Wer also wird diese App wirklich nutzen und wird sie dann einen Nutzen haben, denn wie es schon Heinz Handtrack von der Stadt sagt, die App funktioniere nur, wenn sie flächendeckend genutzt wird.

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