Partner der

Sanierung des Ludwigsburger Marstallcenters hat begonnen

Im Herbst 2015 soll das Ludwigsburger Marstallcenter in neuem Glanz erstrahlen und mit ihm das komplette Areal drumherum. Zum Baustart fand nun ein symbolischer Baggerbiss statt.

|
Die Arbeiten in der Charlottenstraße vor dem Marstallcenter sind bereits in vollem Gange - am Donnerstagnachmittag veranstalteten Stadt und ECE nun einen symbolischen Baggerbiss.  Foto: 

Der Oberbürgermeister Werner Spec sitzt im Führerhäuschen der großen Baumaschine und rammt, beobachtet von Schaulustigen und geladenen Gästen, per Joystick den wuchtigen Stemmmeißel in den Boden. Es ist der symbolische Baggerbiss für ein Projekt, das der Ludwigsburger Rathauschef in einer Rede zuvor neben Bildung und Betreuung als Jahrzehntsaufgabe der Stadt bezeichnet hat: Es geht um die Wiederbelebung des Marstallcenters und seines Umfelds, für die der Einzelhandelsriese ECE und die Stadt Ludwigsburg verantwortlich zeichnen.

Dort, in der Unteren Stadt, sind die Arbeiten bereits in vollem Gange. Schon im Dezember hat der Center-Eigentümer ECE, der bekanntlich auch das Breuningerland im Tammerfeld betreibt, begonnen, das Innere des Gebäudes Schritt für Schritt zu entkernen. Kein Stein soll dort auf dem anderen bleiben, im September 2015 soll das Marstallcenter dann neu eröffnet werden. Zeitgleich will die Stadt das Areal drumherum in zwei Bauabschnitten neu gestalten. Los gings vor gut zehn Tagen in der Charlottenstraße. Dort wird derzeit die bisherige Tiefgaragenzufahrt samt dem dortigen Tunnel abgebrochen.

Zum ersten Bauabschnitt gehört auch eine Umgestaltung des kompletten nördlichen Bereichs des Gebäudes. Stützmauern sollen fallen, um die Untere Stadt künftig besser mit der Innenstadt zu verbinden. Ebenfalls geplant: eine zweite Zufahrt zum Kunden-Parkdeck aus der Bauhofstraße, ein Kreisel, der die Verkehrsführung übersichtlicher machen soll, sowie eine Art Stadtterrasse mit Bänken und Bepflanzung. Im zweiten Bauabschnitt sollen dann der Reithausplatz, die Kirchstraße und die Kronenstraße umgestaltet werden. Auch an ein neues Gebäude an der Stelle des ehemaligen Reithauses denkt man.

Die Kosten für die ersten Maßnahmen liegen bei etwa 2,8 Millionen Euro, der zweite Bauabschnitt wird laut der Stadtverwaltung wahrscheinlich bei etwa 2,2 Millionen Euro liegen. Parat hat die Kommune bereits rund 2,6 Millionen Euro aus dem Verkauf des Marstallcenters. Überdies winken Fördermittel von Bund und Land von gut einer Million Euro. Am Rückbau der Tiefgaragenzufahrt beteiligt sich ECE mit 200.000 Euro.

Und damit nicht genug: Gut 90 Millionen Euro (Stand 2013) investiert das Hamburger Unternehmen in das Gebäude. Sowohl innen als auch außen soll der triste Bau für künftige Kunden attraktiv gemacht werden. Geht es nach dem verantwortlichen ECE-Projektentwickler Nikolaus Thätner, wird das Marstallcenter ein Treffpunkt für die Bürger in der Stadt. An der Seite des Reithausplatzes soll eine Fressmeile etabliert werden. Sushi, thailändisches Essen und Co. könnten dort offeriert werden. Im Innern soll ein Warenmix angeboten werden, der mehrfach in der Woche zum Kauf animieren soll. Auf dem Schirm hat Thätner Marken wie Rewe, Saturn, Aldi, DM beziehungsweise Rossmann oder auch ein Spielwarengeschäft wie "ToysRUs". Einen großen Textilhersteller will man ebenfalls ins Boot holen, kündigt der Projektentwickler an. Man sei in Verhandlungen, berichtet er, will aber noch keine genauen Auskünfte geben.

Über die schwierige Vorgeschichte des Projekts wird am Donnerstagnachmittag kaum gesprochen. Zur Erinnerung: Jahrelang hatte die Stadt versucht, dem kränkelnden Kaufhaus auf die Beine zu helfen. Schließlich wurde sogar eine GmbH gegründet, um den Bau, hinter dem eine komplizierte Eigentümerstruktur mit zig Anteilseigner stand, zu kaufen und ihn dann weiterzuveräußern. Und zwar an ECE, die im April 2013 zuschlug.

Mit ihrer Partnerschaft sind Stadt und ECE offenbar mehr als zufrieden, zumindest gibts beim Baggerbiss-Fest viel Lob füreinander. Jetzt gilt es für sie, noch ein weiteres Problem zu lösen. Die zum Marstallcenter gehörenden Wohntürme mit 201 Einheiten möchten die Projektpartner lieber heute als morgen ebenfalls saniert sehen. Einige Bewohner sind am Donnerstag vor Ort. Bei ihnen wirbt der Bürgermeister Spec offensiv für eine grundlegende Sanierung. Vorplanungen hat die Stadt bereits in die Hand genommen, auch mit der Beantragung von Fördergeldern will man zur Seite stehen. Letztlich hängts aber freilich am Willen und den finanziellen Mitteln von Eigentümern und Mietern. Spec verspricht, man wolle "Lösungen im Einzelfall entwickeln".

Was die anderen Bewohner des Areals angeht, bleibt dem Rathauschef nur, mit Blick auf die Baustelle, die sie in den kommenden beiden Jahren vor der Türe haben, für Verständnis zu werben. Vielleicht helfen die Häppchen und Getränke, die nach der Baggeraktion gereicht werden, dabei.

Behinderungen während der Bauphase

Noch kein Kommentar

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

noch 3000 Zeichen
Mit Ihrem Kommentar akzeptieren Sie unsere Netiquette

Für registrierte Nutzer

Melden Sie sich an und schicken Sie Ihren Kommentar ab:

Für noch nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken:

Ich bin damit einverstanden, dass die Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG und ihre Tochterunternehmen mich schriftlich (per E-Mail oder Brief) oder telefonisch über ihre Medienangebote und kostenlose Veranstaltungen informieren dürfen. Meine Daten dürfen zu diesem Zweck gemäß den Bestimmungen des BDSG gespeichert, verarbeitet und genutzt werden. Die Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.
Ich bin mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden. *

Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

neu laden
Wappen
Ludwigsburg

Ludwigsburg

Einwohner: 92973 (31. Dez. 2015)
PLZ: 71638
Regierungsbezirk: Stuttgart
Höhe: 295 m ü. NHN
Oberbürgermeister Werner Spec (parteilos)

www.ludwigsburg.de/

Nachrichten aus Ihrer Gemeinde

Content Management by InterRed GmbH Logo
weiter zur Startseite

Partner der

Werben um Tagesausflügler

Auch lokale Anbieter präsentieren sich seit Samstag in den Stuttgarter Messehallen auf der CMT mit vielfältigen Offerten, die vor allem Tagestouristen aus der Region interessieren. weiter lesen