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Revolverheld quält Muse

Die Ludwigsburger Filmakademie wird 25 Jahre alt. Das wird gleich mit zwei Ausstellungen gefeiert: Dabei ist ein Trickfilmer und eine Kuh.

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Der Trickfilmregisseur Andreas Hykade bespielt das Jubiläum der Filmakademie mit seinem neuen Film „Ring of fire 2“.  Foto: 

Zum 25-jährigen Jubiläum der Filmakademie Baden-Württemberg steuert der Kunstverein Kreis Ludwigsburg eine Ausstellung bei, die der Trickfilmer Andreas Hykade mit seinem neuen Film „Ring of fire 2“ bespielt. Zu sehen sind im MIK auch Zeichnungen zum Film. Am Freitag öffnete die Schau ihre Türen im  Ludwigsburger MIK und bleibt dort bis 18. September.

Parallel startete eine Werkschau, die die Kuh ins Zentrum rückt. das Motto im Kellergewölbe des Kunstvereins lautet „Kuh vadis?“ Die Akteure sind das Label „Müller & Sohn“. Sie nennen ihre Ausstellung „Wege“. Irene Müller und Diethard Sohn verbinden ihre Liebe zur Spielwiese Naturraum. Er ist ihnen rahmengebendes Subjet und Basis für sämtliche Wege. Beide halten gern die Natur fotografisch fest und entdecken sie dann als Kunstraum. Auch die Kuh wird in verschiedenen Darstellungen zum Kunstobjekt. Im Gewölbekeller des Kunstvereins kommt die Kuh, die einem überlebensgroß ihr Hinterteil entgegenstreckt, an der Stirnseite hervorragend zur Geltung. 

Andreas Hykade, Trickfilmregisseur und Künstler, leitet seit April 2015 das Animationsinstitut der Filmakademie. Einmalig lässt er 132 originale Tusche- und Bleistiftzeichnungen sehen und zeigt seinen neuen Film in Endlosschleife – ein Film indem er den komplizierten Dialog zwischen Mann und Frau weiter ausbaut.

Der Revolverheld quält die Weiblichkeit, die er doch verehrt für ihr offenes vertrauenswürdiges Wesen. In Schwarz-Weiß-Zeichnungen entlädt sich ein Kapitel dieses Ur-Dualismus. Gewalt von Seiten des bewaffneten Revolverhelden traumatisiert das Weibliche. Sie reißt nach ihrer Demütigung nur noch die Augen auf. Man versinkt sofort in Hykades neuem Streifen. Der Trickfilmer will mehr als unterhalten. Die Musik passt, das Klavier im Hintergrund auch. „Es stammt aus einer Stuttgarter Szenenkneipe, aus dem Schlampazius und ist verstimmt“, lässt der Künstler wissen. Worte braucht der Film nicht, dafür umso mehr Musik zum Beispiel von Elvis, Bob Dylan und Jonny Cash.

Hykade ist nicht nur in Ludwigsburg kein Unbekannter. Man verbindet mit ihm Videos für Die Toten Hosen zu „Zehn kleine Jägermeister“ und die Serie „Tom und das Erdbeermarmeladenbrot.“ Zu Ruhm und Ehre kam er vor allem in Baden Württemberg. 2010 erhielt er beim Trickfilmfestival Stuttgart den Sonderpreis „Music for animation“ für die Musik seines Animationsfilms „Love & Theft“. Als bayrischer Künstler scheint er spätestens seit diesem Zeitpunkt in Stuttgart beruflich ein neues Zuhause gefunden zu haben. Vorher war er als Professor an der Harvard University und wechselte von dort 2011 an die Filmakademie.

Frauenfeindlichkeit hat man ihm in seinem „Ring of fire“-Komplex vorgeworfen, doch das Gegenteil scheint der Fall zu sein. Das ambivalente Verhalten seines Helden spiegelt das männliche Verhalten in einer verunsicherten Gesellschaft wider.  Widersprüchlichkeit wird hier zum Bild, zur Sequenz und schließlich zum Film. 

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