Partner der

Neue Lösung muss für das Südstadtareal her

|
Zahlreiche Bewohner der Südstadt in Ludwigsburg erschienen zur Bürgerinfo und argumentierten, warum ihnen die Aufrechterhaltung des Areals zwischen der Stuttgarter Straße und der Jägerstraße so viel bedeute. OB Spec erläuterte die Pläne der Stadt.  Foto: 

Die Argumente der Südstadt-Anwohner Ludwigsburgs haben Oberbürgermeister Werner Spec und seine Stadtplanerin Anne Mayer-Dukart bei einer Informationsveranstaltung am Montag in der Aula der Schäferschule wohl so aber nicht erwartet. Die Stadt möchte das drei Hektar große Areal zwischen der Stuttgarter und Jägerstraße für die Anschlussunterbringung nachverdichten. Die Stadt hat wenig Auswahl an eigenen oder besser geeigneten Grundstücken und sieht sich gezwungen, sämtliche baurechtliche Möglichkeiten auszuschöpfen (die BZ berichtete). Die Bewohner der umliegenden Gebäude halten aber dagegen. Sie fürchten vor allem um den sozialen Frieden im Viertel.

Aus Sicht der Bewohner, die sich in der Diskussion zu Wort meldeten, sei die Situation schon ohne neue Nachbarn aus Krisengebieten schwierig genug. Dort lebten bereits Menschen aus vielen Kulturen mit unterschiedlichen Vorstellungen von einem nachbarschaftlichen Miteinander. Dies sei neben einem durchaus friedlichen Zusammenleben von Alkohol, Drogen, Ruhestörung oder gelegentlichen Gewaltausbrüchen geprägt. Über Jahre habe man sich ganz ohne sozialen Beistand der Stadt mühsam zusammengerauft. Inzwischen seien größere Konflikte selten geworden. 

Dazu kämen weitere Belastungen, für die die Bewohner in der Diskussion maßgeblich die Stadt verantwortlich machten: Einerseits führt die Stuttgarter Straße vorbei mit einer zu Stoßzeiten autobahnähnlichen Verkehrsbelastung, wie der OB bestätigte.

Der Wunsch der Anwohner nach einer Geschwindigkeitsüberwachung wegen der vielen Raser sei bislang nicht erfüllt worden. Ebenso der nach Kontrollen der Lkw, die sich trotz eines Verbots durch die Südstadt zwängten, um auf dem kürzesten Weg nach Kornwestheim zu kommen. Andererseits würdem die Angestellten des Versicherungskonzerns in der Nachbarschaft die Gegend zuparken – für die Bewohner ein weiteres Ärgernis. Insgesamt komme das Viertel nie zur Ruhe.

Im Stich gelassen

Die Anwohner meldeten sich zu Wort, um dem Oberbürgermeister zu sagen, dass sie sich von der Stadt im Stich gelassen fühlten und sie sich jetzt wunderten, warum man ihnen noch mehr abverlangen wolle, indem man ihnen die Grünfläche vor der Haustüre wegnehmen möchte. Stadtplanerin Mayer-Dukart hatte ihre neuesten Pläne in die Veranstaltung mitgebracht. „Das sind nur Ideen“, wie sie betonte, als es während ihres Vortrags zahlreiche Zwischenrufe gab. Im Vergleich zum ersten Entwurf hat sie die Zahl der Gebäude, die die Stadt zur Anschlussunterbringung bauen möchte, deutlich reduziert. Die freibleibende Grünfläche solle zudem ausgewertet werden, berichtete sie mit Hoffnung auf Zustimmung.

Dass die Stadtplanerin von Aufwertung eine völlig andere Vorstellung hat als die Anwohner, zeigte deren Reaktion auf ihren Vorschlag, entlang der Bestandsbauten private Gärten und zentral an einer Stelle einen Spielplatz anzulegen. Statt Beifall bekam die Planerin Empörung zu hören. Die Bewohner betrachten die Grün­fläche als Gemeingut und einen Mehrwert zur Wohnung. Ein Bewohner erklärte es so: Die Grünfläche sei in keinem guten Zustand. Doch das übersichtliche Areal sei groß genug, damit sich dort spielende Kinder und Jugendliche, die unter sich bleiben wollten, aus dem Weg gehen könnten. Eltern könnten aus der Wohnung jederzeit einen Blick auf die Kleinen werfen.

„Die Freizone tut dem sozialen Frieden gut“, sagte der Bewohner. Oberbürgermeister Spec zeigte sich sichtlich irritiert und gestand ein, dass er die Problemlage wohl falsch eingeschätzt habe. Nun wolle sich die Stadt in der Südstadt mehr Zeit nehmen und sich in kleineren Gruppen regelmäßig mit Bewohnern treffen. „Mit Ihnen würde ich das gerne machen“, sagte Spec betont versöhnlich.

Noch kein Kommentar

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

noch 3000 Zeichen
Mit Ihrem Kommentar akzeptieren Sie unsere Netiquette

Für registrierte Nutzer

Melden Sie sich an und schicken Sie Ihren Kommentar ab:

Für noch nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken:

Ich bin damit einverstanden, dass die Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG und ihre Tochterunternehmen mich schriftlich (per E-Mail oder Brief) oder telefonisch über ihre Medienangebote und kostenlose Veranstaltungen informieren dürfen. Meine Daten dürfen zu diesem Zweck gemäß den Bestimmungen des BDSG gespeichert, verarbeitet und genutzt werden. Die Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.
Ich bin mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden. *

Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

neu laden
Wappen
Ludwigsburg

Ludwigsburg

Einwohner: 92973 (31. Dez. 2015)
PLZ: 71638
Regierungsbezirk: Stuttgart
Höhe: 295 m ü. NHN
Oberbürgermeister Werner Spec (parteilos)

www.ludwigsburg.de/

Nachrichten aus Ihrer Gemeinde

Meist gelesen
Content Management by InterRed GmbH Logo
weiter zur Startseite

Partner der

Drehleiter-Einsatz nach Sturm-Schäden

Mehr als 30 Einsätze wegen eines Sturmtiefs verzeichnete das Polizeipräsidium Ludwigsburg am Donnerstagmorgen in den Landkreisen Ludwigsburg und Böblingen zwischen 5.20 und 8 Uhr weiter lesen