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Mit abgebrochener Bierflasche attackiert

Vor dem Ludwigsburger Strafgericht hatte sich eine Frau aus Bietigheim-Bissingen zu verantworten. Sie hatte sich in Ludwigsburg eine Schlägerei mit einer anderen Frau geliefert.

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Wegen einer spektakulären Schlägerei zwischen zwei Frauen am Ludwigsburger Bahnhof mussten etliche Fahrgäste eines Linienbusses ihrer Zeugenladung zum Ludwigsburger Strafgericht folgen. Ohne sie wäre kaum herausgekommen, dass eine Bietigheimerin nicht in Notwehr handelte, als sie mit einer abgebrochenen Bierflasche auf eine Ludwigsburgerin losgehen wollte. Dass die gefährliche Körperverletzung im Versuch stecken blieb und sie mit einer Bewährungsstrafe davon kam, hat die Frau Dritten zu verdanken.

An der Treppe zur Musikhalle hatten am Nachmittag des 8. Mai dieses Jahres schon einige Leute ein paar Flaschen Bier getrunken, als es zu der Auseinandersetzung kam. Sowohl die Angeklagte als auch ihre Widersacherin wussten nicht mehr viel von dem Vorfall, sodass das Strafgericht auf die Zeugen angewiesen war. Die Beschuldigte behauptete, die andere hätte Geld von ihr gewollt, weil sie doch arbeite und welches verdiene.

"Ich bin gerade mit dem Bus angekommen, da hat sich auf der anderen Seite ein Tumult ergeben," berichtete ein Mann aus Neckarweihingen. Er habe gesehen, "wie Glas zerspringt und zwei Damen aufeinander losgehen".

Seine Lebensgefährtin konnte ergänzen, dass die Angeklagte von der anderen Frau weggezogen worden sei und ihr ein Mann die Bierflasche aus der Hand geschlagen habe. Ein 18-Jähriger aus Bönnigheim, der vorher schon am Bahnhof war, konnte beobachten, wie die Widersacherin dauernd das Fahrrad der Angeklagten umgeworfen habe. Er sei dazwischengegangen und habe gesagt, sie sollten aufhören, doch die Widersacherin sei immer wieder auf die Angeklagte zugegangen.

"Sie haben sich aneinander festgekrallt wie die Katzen," trat ein 36 Jahre alter Mann aus Ludwigsburg in den Zeugenstand. Eine 17-Jährige aus Großbottwar berichtete von Schlägen. Über die Angeklagte sagte sie: "Ihr Oberteil war kaputt. Sie stand im BH auf der Straße." Eine 47 Jahre alte Frau, die offenbar zu der betreffenden Clique gehört, die sich regelmäßig am Bahnhof trifft, um Alkohol zu konsumieren, meinte, "irgendwann waren die beiden Mädels am Boden und haben sich gegenseitig an den Haaren gezogen."

Ebenfalls von einer Frau bekam das Ludwigsburger Polizeirevier einen Anruf, bei dem es hieß, die eine Frau sei auf die andere mit der Bierflasche losgegangen. Da war der ganze Spuk aber schon vorbei und die Widersacherin zu Fuß geflüchtet, weil sie kein Taxi mitnahm.

Für den Staatsanwalt stand fest, dass sich der Streit an der Forderung nach Geld entzündet hatte. Die körperlich unterlegene Angeklagte sei lange Zeit im Recht gewesen, habe aber dann überreagiert, als sie mit der Flasche los ging. "Wäre sie stehen geblieben und hätte abgewartet," so der Ankläger weiter, "wäre ihr nichts vorzuwerfen, aber sie hat den Vorwärtsgang eingelegt".

Damit war die gefährliche Körperverletzung zumindest im Versuch erwiesen, so sah das auch das Gericht. "Sie dürfen versuchen, einen Angriff abzuwehren, aber selber keinen starten," erklärte Richterin Peter noch einmal die Notwehr.

Ungerade mit zwei Monaten und zwei Wochen auf Bewährung fiel das Urteil deshalb aus, weil ein Besigheimer Vorfall wegen Schwarzfahrens und Diebstahls in das Urteil mit einbezogen werden musste. Da die Bietigheimerin nur einen 450-Euro-Job als Kellnerin hat und keine Geldauflage bezahlen kann, muss sie 60 Stunden gemeinnützig arbeiten. Der richterliche Rat: "Nicht mehr dort aufhalten, wo es leicht zu Auseinandersetzungen kommt."

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