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Messerstecher muss fünf Jahre in Haft

Für einen 22-Jährigen schließen sich wegen versuchten Totschlags, gefährlicher Körperverletzung und Anstiftung zur uneidlichen Falschaussage nun die Gefängnistore. Und zwar für die nächsten fünf Jahre.

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Fünf Jahre Haft. Zu diesem Urteil kamen die Richter des Stuttgarter Landgerichts mit Blick auf einen 22-jährigen Ludwigsburger. Dem Mann war vorgeworfen worden, in der Nacht zum 29. Mai 2012 einen 17-Jährigen mit einem Messer fast getötet zu haben, ein weiterer Messerangriff gegen einen 19-Jährigen in einer Ludwigsburger Wohnung wurde ihm ebenfalls zur Last gelegt. Das Weiteren sprachen die Richter den 22-Jährigen auch wegen vollendeter Anstiftung zur uneidlichen Falschaussage schuldig. Er hatte einen Zeugen der Tat angestiftet, für ihn bei Aussagen gegenüber der Polizei und dem Gericht ein falsches Alibi anzugeben.

Die Auseinandersetzung an einer Bushaltestelle in der Ludwigsburger Hindenburgstraße, bei der der 17-Jährige durch den Messerstich in die Brust lebensgefährlich verletzt woren war, hatte das Stuttgarter Landgericht bereits im Dezember vergangenen Jahres beschäftigt. Damals saßen drei junge Männer auf der Anklagebank, darunter auch ein 19-Jähriger, und mussten sich teilweise ebenfalls wegen gemeinschaftlichen versuchten Totschlags verantworten. Doch diese Anklage fiel letztlich in sich zusammen. Auch der 19-Jährige, den die beiden Verteidiger des abgeurteilten Angeklagten als den eigentlichen Messerstecher bezeichneten, blieb damals von dem Vorwurf verschont und musste - aus rechtlichen Gründen - von diesem schweren Vorwurf freigesprochen werden.

Sehr viel deute aber darauf hin, dass dieser 19-Jährige, und nicht der jetzt Angeklagte, der wahre Täter ist, hatten die Verteidiger im Verfahren gewettert und hatten für ihren Mandanten ebenfalls Freispruch und Haftentlassung gefordert. Das jedoch sahen die Richter der Kammer im Urteil anders. Für sie galt als Hauptbeweis, dass der Angeklagte nach der damaligen nächtlichen Eskalation mit fast tödlichem Ausgang das Messer herumgezeigt hatte. Ebenso habe er kurz nach der Tat zu einem Freund gesagt: "Ich habe gestochen."

Die eine Woche zuvor in seiner Wohnung geschehene Messerattacke auf ein anderes Opfer, wertete das Gericht jetzt indes nicht mehr als Totschlagversuch, sondern als gefährliche Körperverletzung. Der 22-Jährige hatte vor Gericht eisern geschwiegen, auch zu seiner Person hatte er keine Angaben gemacht. Jedoch dürfen Richter das Schweigen eines Beschuldigten im Urteil nicht nachteilig auslegen und milderten die vom Staatsanwalt geforderten sechs Jahre sogar noch auf fünf Jahre Haft ab.

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