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Mehr Grün gegen die Hitze

Es wird heißer und es gewittert häufiger. Gegen diese hauptsächlichen Folgen des Klimawandels will sich Ludwigsburg mit einem Konzept wappnen.

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Wetterleuchten in der Region. Aufgrund des Klimawandels könnten in Zukunft häufiger Gewitter aufziehen. In Ludwigsburg wurde jetzt ein Klimaanpassungskonzept erarbeitet.  Foto: 

Ein "Grünes Zimmer" hat Ludwigsburg bereits. Es steht am Rathausplatz, und seine Wände bestehen aus gestapelten, mit Substrat gefüllten Gitterkörben, in denen rund 7000 Pflanzen wachsen. Verwirklicht wurde es im Rahmen eines EU-Projekts. Die Idee: So soll mitten in der Stadt eine grüne Insel an heißen Tagen für Schatten und Abkühlung sorgen.

In Zukunft werden wohl noch viel mehr solcher Projekte nötig sein. Denn Forscher gehen davon aus, dass sich der Klimawandel immer stärker bemerkbar machen wird. In Ludwigsburg hat man deshalb bereits reagiert. Im Auftrag der Stadt hat das Büro "faktorgruen" aus Freiburg in Abstimmung mit dem Referat Nachhaltige Stadtentwicklung und anderen Fachbereichen sowie mit dem Experten Professor Jürgen Baumüller als Berater ein Konzept zur Klimaanpassung erarbeitet. Es umfasst 121 Seiten und soll an diesem Mittwoch im Gemeinderat beschlossen werden.

Die Verfasser kommen in ihrer Untersuchung zu dem Ergebnis, dass Ludwigsburg besonders stark von zunehmender Hitze betroffen sein wird. "Sowohl die Durchschnittstemperatur als auch die Zahl an Hitzetagen, Tropennächten sowie die Dauer von Hitzeperioden werden zunehmen." Dabei sei die Belastung für die Menschen in Städten generell höher als im Umland. Darüber hinaus gingen Experten davon aus, "dass Starkregen- und Hagelereignisse sowie Stürme und Hochwasser in Zukunft immer häufiger stattfinden".

Die davon ausgehenden Gefahren sind vielfältig. Die Hitze kann zur Belastung des Herz-Kreislauf-Systems führen, besonders bei älteren Menschen, die Gefahr durch UV-Strahlung wächst, in der Landwirtschaft droht Bodenerosion durch Starkregenfälle und Hitzestress für die Pflanzen bei Trockenheit. Volkswirtschaftliche Auswirkungen können höhere Stromkosten für die Unternehmen sein, weil der Kühlbedarf für Gebäude und Maschinen steigt.

In dem Konzept wird deshalb eine Vielzahl von möglichen Gegenmaßnahmen genannt. Dazu gehören beispielsweise ein Klima-Frühwarnsystem und eine Hitzeberatung, um die Bevölkerung zu warnen und zu informieren, wenn die Temperaturen in tropische Bereiche steigen. Auch in Krankenhäusern, Pflegeheimen, Kindergärten und Schulen soll man sich entsprechend vorbereiten. Besonderes Augenmerk gehört dem Grün in der Stadt. Die Fachleute schlagen Baumschutzmaßnahmen, die Sicherung großräumiger Grünflächen und eine durchgängige Vernetzung mit beschatteten Verbindungswegen für Fußgänger und Radfahrer vor. Grüne Wände und Innenhöfe könnten das Stadtklima in Ludwigsburg verbessern.

Mit Blick auf das Thema Wasser soll erreicht werden, dass nicht mehr so viel in die Kanalisation läuft, sondern stattdessen im Kreislauf bleibt. Etwa durch Versickerungsflächen oder Dachbegrünung. Auch an Wasserfontänen, die an heißen Tagen Abkühlung bringen, und Trinkwasserbrunnen denkt man. Ein weiterer Punkt ist die Anpassung öffentlicher Gebäude an die Klimaveränderungen, sei es durch Regenwassernutzung, eine helle Gestaltung oder Sonnenschutz.

Die Erarbeitung des Konzepts hat 80 000 Euro gekostet, wovon das Bundesumweltministerium im Rahmen seiner "Nationalen Klimaschutzinitiative" die Hälfte übernommen hat. Stimmt der Gemeinderat zu, kann es in die Umsetzung gehen. Dabei sollen einzelne Maßnahmen gesondert in den zuständigen Gremien beschlossen werden.

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