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Kreatives Zusammenarbeiten mit Modelleisenbahn

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Für ihre Modelleisenbahn haben Tammer Realschüler einen Preis gewonnen. Sie zeigen eine selbst gebastelte Miniatur von Tamm. Im Hintergrund ist Jugendleiter Kemal Ikizer zu sehen.  Foto: 

Ufos, Häuser, Bagger, Züge und Kieswerk stauen sich auf dem Tisch des Spielraums. „Wir hatten nicht gedacht, dass es so viel sein wird“, sagt die Jugendbegleitmanagerin Anja Schilling und zeigt auf die komplette Modelleisenbahn-Ausstattung, die die Realschule in Tamm gewonnen hat. Die kostet über 1000 Euro. „Das hätten wir uns nie leisten können“, sagt sie und freut sich über den Erfolg der Schule. Bundesweit ist die Ganztagsschule in Tamm eine von 60 Schulen, die beim Wettbewerb „Spielen macht Schule“ (siehe Kasten) gewonnen haben. Die bundesweite Initiative stattet die Modelleisenbahn der Realschule mit einem umfangreichen Modelleisenbahn-Paket aus.

Wie in einer Zeit, in der Smartphones beliebter denn je sind, sich Schüler für die Modelleisenbahn begeistern können? Kemal Ikizer steckt dahinter. Er leitet die Modelleisenbahn-AG mit viel persönlichem Engagement und hat die Realschüler mit seiner Leidenschaft angesteckt. Er ist begeistert, dass die Kinder nun mit so viel hochwertigem Material arbeiten dürfen. Früher habe er für Bahnsignalisierungssysteme gearbeitet. „Ich kombiniere Hobby und Beruf“, sagt der Rentner, der gern mit Kindern zusammenarbeitet. In seiner Freizeit besucht er Modelleisenbahn-Ausstellungen in Köln oder Göppingen und konnte bisher viele Aussteller davon überzeugen, der Schule Ausstattung zu spenden. Außerdem liest er zahlreiche Fachzeitschriften, die seine Freizeitbeschäftigung thematisieren. Diese bringe er auch in die Schule mit, damit sich die Schüler informieren.

Dass das Bauen einer Modelleisenbahn alles andere als monoton sein kann, bestätigen die Schüler selbst. „Im Ganztagsbereich war mir bisher langweilig, doch durch die Modelleisenbahn ist es richtig spannend geworden“, sagt der Sechstklässler Lorenzo. „Alles aufbauen und damit spielen macht Spaß“, führt er fort. Das Modelleisenbahnbrett ist nicht nur mit Figuren, Gebäuden und Bahngleisen geziert und mit Schienen verlegt, sondern auch mit Wasserfarben bemalt.

Die Realschüler bringen viel Interesse und Kreativität mit: „Wir haben viel gemalt“, sagt die elfjährige Asli. Die Schülerin erzählt: „Es war sehr lustig und gleichzeitig lernt man, sich zu konzentrieren.“ Auch wenn nur zwei Jungs noch vor der AG eine Modelleisenbahn gebaut hatten, konnten sich noch viele weitere dafür begeistern.

Feinfühligkeit ist angesagt

Wer denkt, dass das Hobby unkompliziert ist, der irrt sich. „Die Gleise zu verlegen und mit Schrauben zu befestigen, die Häuser aufbauen, das Holzbrett sägen: „All das ist Feinstarbeit“, sagt Schilling. Um eine „Werkstatt Modelleisenbahn“ für ihre Schule zu gewinnen, hatten die Schulen bis vergangenen Juni Zeit, ihre individuell erarbeitete Bewerbung an den Verein „Mehr Zeit für Kinder“ zu schicken. Von dem Wettbewerb erfuhr Ikizer durch Zufall über seine Nachbarin, die Schulleiterin ist. Die besten Konzepte sind nun von einer Fachjury prämiert worden.

Der Ganztagsbetrieb der Realschule Tamm hat sich an dem diesjährigen Aufruf der Initiative beteiligt und ein Konzept eingereicht, in dem er seine Ideen und Vorschläge rund um die „Werkstatt Modelleisenbahn“ in seiner Schule vorgestellt hatte.

Ein durchdachtes Konzept: Die Schüler stellten eine Miniatur der Region dar. Und natürlich durften Markenzeichen wie die Festung von Hohenasperg oder das Bahnhofsgebäude mit dem Ortsschild Tamm nicht fehlen. Als sich die Schule bewarb, schickte Schilling Fotos von dem bereits entstandenem „Bauwerk“. Somit überzeugte die Schule die Wettbewerbsinitiatoren. Die Schüler können jetzt gemeinsam mit Ikizer ihrer Fantasie noch mehr freien Lauf lassen.

Die Initiative „Spielen macht Schule“ wurde vom Verein „Mehr Zeit für Kinder“ und dem Zentral NL TransferZentrum für Neurowissenschaften und Lernen im Jahr 2007 gemeinsam ins Leben gerufen. Unterstützt wird die Initiative, die in diesem Jahr zum elften Mal ausgeschrieben wurde, von den 16 Kultusministerien. Hierbei handelt es sich um ein langfristig angelegtes Projekt, das Schulen mit Spielzimmern ausstattet. Hintergrund ist, dass Spielen mit klassischem Spielzeug eine sinnreiche, entspannende Abwechslung zum Unterricht darstellt und dabei die Kinder spielerisch wichtige Fähigkeiten und Fertigkeiten erlernen: Spielen macht schlau.

Die eingesetzten Spiele haben erfahrene Pädagogen und renommierte Wissenschaftler des ZNL TransferZentrums für Neurowissenschaften vorab auf ihren Lerneffekt geprüft und nach pädagogischen Kriterien bewertet. Das bedeutet: Nur Spielzeug von hohem pädagogischen Nutzen, das für Kinder geeignet ist und ihnen in ihrer Entwicklung fördert und zu Lernerfolgen beiträgt, kommt in den Spielezimmern zum Einsatz, heißt es laut „ZNL TransferZenrtum“. bz

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