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Gesundes Kochen soll wieder selbstverständlich werden

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Valentina Schulz vom Ernährungszentrum (links) gibt Teilnehmerinnen des Kochkurses im Tipps.  Foto: 

Gesunde Ernährung ist wichtig und allein mit Tiefkühlkost wird das nix“, meint Adela Botin. Die 15-jährige Schülerin aus Ludwigsburg ist über einen Aushang im Schiller-Gymnasium auf den „Basic Cooking“-Kurs aufmerksam geworden und hat sich und ihre Freundin Johanna Seltenreich aus Hemmingen dafür angemeldet.

Von Dienstag bis Donnerstag lernen 18 Schüler im Alter von zwölf bis 15 Jahren Kochen und was dazu gehört: Hygiene, Arbeitsplatzgestaltung sowie den Umgang mit Lebensmitteln. Angeboten wird der „Basic Cooking“-Kurs für Jugendliche bis 17 Jahre vom Ernährungszentrum Mittlerer Neckar in Ludwigsburg.

Das dreitägige Seminar mit jeweils dreieinhalb Stunden Kurszeit soll die Grundlagen des Werkens in der Küche vermitteln, sagt Bärbel Nisi. Die technische Lehrerin und Beraterin im Ernährungszentrum hat vor etwa drei Jahren das Konzept dafür ausgearbeitet.

Die Idee dazu kam von einer Ludwigsburger Biologielehrerin, die ihren Schülern praxisnah Kenntnisse vermitteln wollte, woraus sich das „Basic Cooking“ entwickelte.

Genau deswegen sind Adela Botin und Johanna Seltenreich gekommen: Sie wollen den sicheren Umgang in der Küche lernen und halten es für notwendig, selbst kochen zu können. Dass dieses Handwerk oft mit etwas Lästigem und Langwierigem in Verbindung gebracht wird, finden die Mädchen unpassend: Die Arbeit in der Küche könne wirklich Spaß machen. Botin fügt hinzu: „Meine Mama gibt sich viel Mühe, so möchte ich das später auch machen.“

Knackpunkt sei, so Bärbel Nisi, dass viele Gerichte schnell und unkompliziert zubereitet werden könnten – und trotzdem aus frischen Zutaten bestünden. Vermittelt wird neben technischen Vorgängen bei der Zubereitung von Speisen auch, wie man effizient arbeiten kann, in dem man beispielsweise größere Mengen kocht und richtig einfriert. Natürlich mit praktischem Beispiel: Am  Mittwoch wurden Fleischküchle zubereitet, ein Teil davon eingefroren und wird am heutigen  Donnerstag als Fleisch in Hamburgern verwendet. Die Dinkelbrötchen dafür werden selbst gemacht.

Auf ein weiteres heißgeliebtes Gericht müssen die Jugendlichen ebenso nicht verzichten: „Wir stellen unsere eigene Pizza her. Einmal mit Hefeteig und einmal mit einem Quark-Öl-Teig“, berichtet Nisi.

An allen drei Kurstagen kochen die Schüler gemeinsam ein komplettes Menü, das sie am Tagesende selbst verzehren. Am Dienstag standen Minestrone, pikante Schnitte, Nudelmuffins, Gemüsewraps, Kopfsalat und als Nachtisch ein Obsttraum auf der Speisekarte.

Dem Team um Nisi und Kursleiterin Valentina Schulz ist wichtig, dass Kochen zu einer Selbstverständlichkeit wird. Deshalb bekommen die Schüler mehrere Infobögen mit in der Küchensprache gebräuchlichen Abkürzungen, Portionsgrößen und Grundmengen. „Ziel ist, dass die Schüler beispielsweise keine Waage brauchen, wenn im Rezept von 15 Gramm Zucker die Rede ist“, erklärt Nisi, „dafür sollen sie ein Gefühl bekommen.“ Rezepte und Infomaterial heften die Kursteilnehmer ab. „So können sie ihren persönlichen Kochordner jederzeit ergänzen“, meint Nisi. Das Spektrum im „Basic Cooking“-Kurs umfasst auch Müll rausbringen, Spülmaschine füllen, Tisch decken – denn auch das gehört stets zum Kochen dazu.

„Die Nachfrage ist groß, daher haben wir uns entschlossen, den Kurs regelmäßig anzubieten“, berichtet Bärbel Nisi. Bereits in den vergangenen Herbstferien hat eine von Schulen unabhängige Veranstaltung stattgefunden. Sie richtet sich an Gymnasiasten, da in deren Lehrplan keine praktischen Kochkurse vorgesehen sind. Angedacht ist nun ein halbjähriger Rhythmus mit Kurszeiten in den Oster- und Herbstferien.

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