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Kaugummi-Automat beschäftigt Gericht

Zwei 16-Jährige knackten einen Kaugummi-Automaten in Ludwigsburg. Das Jugendgericht verurteilte sie zu gemeinnütziger Arbeit, die Tat wurde aber doch zum schweren Fall für die Richter.

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Wenn zur Tatausübung Werkzeuge verwendet werden, kann auch der Diebstahl eines simplen Kaugummi-Automaten zum besonders schweren Fall werden. Das zeigte sich bei zwei 16-Jährigen und einem 22-Jährigen vor dem Ludwigsburger Jugendgericht, wo das Trio in Abmilderung der Anklage auf einfachen Diebstahl und Sachbeschädigung noch glimpflich davon kam.

Die beiden 16-jährigen und zur Tatzeit erst 15 Jahre alten Ludwigsburger bekamen mit jeweils 20 Stunden gemeinnütziger Arbeit lediglich einen Denkzettel verpasst. Ihre Strafverfahren werden eingestellt, sobald die Stunden abgeleistet sind. In dem 22-Jährigen sah das Gericht den Drahtzieher der Geschichte mit dem Oßweiler Kaugummi-Automaten am Fußweg Wiesenstraße/Poppenweilerstraße. Er wurde schuldig gesprochen und zu einer Geldstrafe von 60 Tagessätzen zu jeweils 20 Euro verurteilt.

Das Trio hatte sich während des Public Viewings bei der Fußballweltmeisterschaft am 14. Juni letzten Jahres zusammengefunden und war nach dem Spiel noch gemeinsam in eine Kneipe nach Ludwigsburg-Oßweil gegangen. Gegen 3.35 Uhr montierten die jungen Männer mithilfe eines Werkzeugs den Kaugummi-Automaten ab und beschädigten dabei einen Zaun. Der Kaugummi-Automat konnte aber nicht so leicht geknackt werden. Die Täter warfen ihn mehrmals zu Boden geworfen, er sei aber nicht aufgegangen. Dann hätten sie versucht, den Automaten mit einer Stange aufzubrechen, aber auch das sei ihnen nicht gelungen. Am Inhalt des Automaten, Kaugummis und sonstigem Firlefanz, hätten sie keinerlei Interesse gehabt. Sie hätten halt gedacht, es könnten so um die 50 Euro Bargeld drin sein.

Noch mit dem Automaten zugange, sahen die Jugendlichen die Polizei herannahen und flüchteten. Die Beamten schnappten den 22-Jährigen und einen der damals 15-Jährigen und kassierten dessen möglicherweise für die Ermittlungen nützliches Handy ein. Das Jugendgericht hielt es für bedenklich, dass ein 22-Jähriger seine Freizeit mit 15- und 16-Jährigen verbringt und dann auch noch die Tatwerkzeuge liefert. Eine Polizeibeamtin erklärte als Zeugin, der Kaugummi-Automat sei um die 200 Euro wert.

Die beiden Jugendlichen waren strafrechtlich noch nie in Erscheinung getreten, während der Erwachsene bereits fünf Voreintragungen hatte und auch schon in der Jugendarrestzelle war. Für die 16-Jährigen genügten der Staatsanwaltschaft und dem Gericht ein Denkzettel. Zu dem 22-Jährigen sagte die Anklägerin indes, "ab heute ist der Welpen-Schutz vorbei." Er wurde - zum ersten Mal nach Erwachsenenstrafrecht - am Geldbeutel gepackt. Die Strafe von 1200 Euro entspricht einem Monatslohn. "Erheblich zu Lasten" wirkte sich der Urteilsbegründung nach aus, dass er "zwei Jugendliche in die Tat hinein gezogen" habe.

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