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Internetführerschein für Kinder

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Ein falscher Klick und schon ist man auf einer Seite gelandet, auf die man nicht wollte und als Kind oder Jugendlicher auch nichts zu suchen hat. Deswegen veranstaltet die Stadtbibliothek Ludwigsburg einen Kurs zum Umgang mit dem Internet.  Foto: 

„Viele Gefahren, die Kindern im richtigen Leben drohen, gibt es auch im Internet“, sagt Peter Widenhorn, Pressesprecher des Polizeipräsidiums Ludwigsburg. So hätten Kinder im Netz beispielsweise ungehinderten Zugang zu jugendgefährdenden Inhalten wie Pornografie, gewaltverherrlichenden Darstellungen oder extremistischen Seiten. „Deswegen vertritt die Polizei den Standpunkt, dass Eltern ihre Kinder auf dem Weg in die digitale Welt begleiten sollen“, sagt Widenhorn.

Ähnliches möchte auch die Stadtbibliothek Ludwigsburg mit ihrem Internetführerschein bewirken. Jeden ersten Freitag im Monat veranstaltet die Bibliothek einen Kurs für Kinder von sieben bis zehn Jahren, in dem sie den Umgang mit dem Internet erlernen. Was ist das Internet überhaupt? Was sind kinderfreundliche Alternativen zu Google und Wikipedia? Wo lauern Gefahren? Welche Daten gebe ich in sozialen Netzwerken an? Wer hat Zugriff auf meine Daten? Das sind Fragen, die in dem Kurs behandelt werden, sagt Sarah Langenbeck, die den nächsten Kurs am Freitag, 6. Oktober, von 15.30 bis 17 Uhr, in der Stadtbibliothek im Kulturzentrum, Wilhelmstraße 9/1, leitet. Sie ist Teil des Bibliothek-Teams Kinder, Jugend und Erziehung, selbst Mutter und kenne daher die Gefahren.

Alternativen aufzeigen

Die Polizei veranstalte keine solche Kurse, sagt der Pressesprecher Widenhorn. Allerdings führe sie Präventionsveranstaltungen in Schulklassen durch, die sich mit Themen wie Cybermobbing, also das Schikanieren im Internet, und dessen Strafbarkeit beschäftigen. „Wir besprechen, wie man sich davor schützen kann, und was man tun kann, wenn man zum Opfer wird“, sagt Widenhorn.

Für den Kurs in der Bibliothek sei das noch kein Thema, so Langenbeck, denn dafür seien die Kinder noch zu jung. Hier liegt der Schwerpunkt noch auf Alternativen zu bekannten Suchmaschinen oder Videodiensten. „Bei den bekannten Suchmaschinen können die Kinder ohne Grenzen suchen. Bei den kinderfreundlichen Alternativen nicht“, so Langenbeck. Dafür seien die Alternativen schnell zu verstehen und bieten Kindern trotzdem genügend Ergebnisse, ohne dass sie dabei auf Seiten stoßen, die für ihr Alter nicht angemessen sind. „Ich hatte nur ganz selten den Fall, dass Kinder die Seiten, die ich ihnen zeige, bereits kennen“, sagt Langenbeck, „die großen Seiten wie Google oder Youtube kannte bislang jedoch jedes Kind im Kurs.“

Nicht zu viel preisgeben

Die meisten Kinder aus ihren Kursen durften zu Hause und in der Schule ins Internet, deswegen sei es wichtig einen solchen Kurs zu veranstalten. Darin darf jedes Kind mit einem eigenen Computer die neu kennengelernten Seiten ausprobieren. Ein weiteres Thema sind die Informationen, die die Kinder über sich selbst im Internet preisgeben. Langenbeck versuche den Kindern das nötige Werkzeug zu vermitteln, um später im Teenager-Alter vorsichtig mit den eigenen Daten im Internet umzugehen. „Wenn sie unsicher sind, sollen sie sich immer an jemanden wenden, der sich auskennt“, sagt Langenbeck und meint damit die älteren Geschwister, Eltern oder Lehrer.

Das rät auch die Polizei, bei deren Schulbesuchen es auch um Themen wie Sexting, illegale Downloads und Kontakt zu fremden Personen geht. Bei der Polizei gibt es eine eigene Kriminalinspektion, die sich um Internetkriminalität kümmert: „Cybercrime und digitale Spuren“ heißt sie und ist Teil der Kriminalpolizeidirektion Böblingen.

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