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Heide-Rose Weber verlässt Karlshöhe

Nach 15 Jahren verlässt die wirtschaftliche Leiterin der Karlshöhe, Heide-Rose Weber, Ludwigsburg. Sie wird Finanzdezernentin der Herrnhuter Brüdergemeinde in Bad Boll.

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15 Jahre lang kümmerte sich Heide-Rose Weber um die Finanzen der Stiftung Karlshöhe, nun verlässt sie die Institution.  Foto: 

Zum Schluss ging es Schlag auf Schlag für Heide-Rose Weber: Nach ihrem letzten Arbeitstag bei der Karlshöhe Ludwigsburg am 24. März hatte sie einen Tag frei, bevor sie mit dem neuen Arbeitgeber, der Herrnhuter Brüdergemeinde, auf Klausur ging. Nach 15 Jahren als wirtschaftlicher Vorstand bei der Stiftung Karlshöhe Ludwigsburg wird sie dort nun eine international ausgerichtete Position als Dezernentin für Finanzen in der fünfköpfigen Direktion innehaben. Einen Nachfolger hat die Karlshöhe bereits gefunden.

Die Stapel im Büro sind kleiner geworden. Und doch sind die letzten Tage vor dem Wechsel ein einziger Kampf gegen die Zeit: Projekte wollen zum Abschluss gebracht und Informationen müssen weitergegeben werden, die Verabschiedung steht vor der Tür. Aber diesen Druck ist Heide-Rose Weber als Vorstand einer großen diakonischen Einrichtung und als Geschäftsführerin der Tochtergesellschaft ISAK gemeinnützige GmbH gewohnt. In den letzten 15 Jahren - Anfang 2000 kam sie vom Albert-Schweitzer-Kinderdorf in Waldenburg - hat ein Vorhaben das nächste abgelöst, immer musste um Finanzierungen für Neubauten, Umbauten oder Sanierungen gerungen werden, das letzte ganz große Projekt war der Neubau der therapeutischen Werkstatt, der im Januar eingeweiht wurde.

Dass es ihr gelang, durch zähe Verhandlungen und mit viel Geduld immer wieder ausgezeichnete Finanzierungskonzepte zu verwirklichen, darüber ist die 52-jährige Diplom-Haushaltsökonomin (sie hat in Hohenheim, den Niederlanden und den USA studiert) froh: "So steht die Karlshöhe auf einer sehr soliden finanziellen Basis." Das liegt aber nicht nur daran. Während ihrer Jahre auf der Karlshöhe hat Weber das gesamte Finanzmanagement professionalisiert: Sie führte ein konsequentes Controlling ein, sie hat die Vergütungsverhandlungen mit den Kostenträgern stringenter geführt, um nahtlose Finanzierungen zu gewährleisten. "Ich bin froh, dass die Bereichsleiter da sehr konstruktiv mitgearbeitet haben. Da hat sich ein sehr gutes Miteinander entwickelt", sagt sie. Das war nicht selbstverständlich, immerhin musste in den letzten zwei Jahrzehnten in der sozialen Arbeit der finanzielle Gürtel enger geschnallt werden. Das machte immer wieder ganz neue konzeptionelle Überlegungen erforderlich. So war zum Beispiel die Unterbringung in den Heimen für Jugend-, Behinderten- oder Altenhilfe auf dem Stammgelände immer weniger und die vor Ort immer mehr gefragt.

Daran wird aber auch deutlich: Für Heide-Rose Weber ist eine diakonische Einrichtung wie die Karlshöhe ein Unternehmen, es muss dynamisch sein, um zu überleben. "Wir sind ein Dienstleistungsunternehmen, an das zudem noch höhere Erwartungen in Hinblick auf Angebote und Ethik gerichtet werden." Heide-Rose Weber war, als sie im Jahr 2000 in Ludwigsburg anfing, auch die erste Frau in der Chefetage der Karlshöhe. Die Karlshöhe Ludwigsburg hat damit die traditionell männlichen Leitungsstrukturen aufgelöst. Es gab aber auch harte Zeiten. So zum Beispiel, als 2001 das Feriendorf Rappenhof im Schwäbischen Wald unter dem Protest zahlreicher ehemaliger Gäste geschlossen werden musste, da die öffentlichen Zuschüsse weitgehend wegfielen. Auch gegenüber den hoch engagierten Mitarbeitenden dort war das ein schwerer Schritt und Schnitt, erinnert sich Weber.

Nach 15 Jahren loszulassen ist nicht einfach, und doch freut sich Heide-Rose Weber auf die neue Aufgabe: In Bad Boll wird sie eine von fünf Direktionsmitgliedern der evangelischen Brüder-Unität sein, einer selbstständigen Freikirche. Sie wird ihr Fachwissen und ihre Fremdsprachenkenntnisse in eine christliche Organisation einbringen, die in hohem Maße international ausgerichtet ist. Diese Seite hat sie besonders gereizt. "Ab und zu in Holland zu sein, ja, darauf freue ich mich." Die Kirche ist aber weit darüber hinaus weltweit aktiv. Und noch etwas macht ihr den Abschied leichter: "Mit Frank Gerhard hat die Karlshöhe einen Nachfolger für mich gefunden, der mit seinen großen Erfahrungen als kaufmännischer Leiter im Christlichen Jugenddorfwerk Deutschlands für die Standorte Vaihingen, Stuttgart und Creglingen für Kontinuität stehen wird."

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