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Großartige Stimmen, teuflische Arien

Um "Teufel und Wahnsinn" ging es am Donnerstagabend im Marmorsaal des Ludwigsburger Residenzschlosses. Vier Sänger und ein Pianist führten gemeinsam Opernarien auf.

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Bernhard Eppstein (links) und Seok-Hoon Moon überzeugten. Foto: Martin Kalb

In jedem Spätsommer veranstaltet die in Stuttgart ansässige Haake-Stiftung im Ludwigsburger Residenzschloss eine Reihe von Konzerten und literarischen Abenden, die in diesem Jahr unter dem Titel "Begegnungen" im Marmorsaal stattfinden. Mit einem Opernarienabend wurde am Donnerstagabend die Konzertreihe eröffnet. Vier mit großartigen Stimmen ausgestattete Sänger traten zusammen mit dem Pianisten Bernhard Eppstein auf und präsentierten ein Programm mit Arien und Szenen, mit welchem die Besucher Ausschnitte aus Opern hörten, die etwas mit "Teufel und Wahnsinn" zu tun hatten.

Beeindruckend waren die Beiträge, die von Sylvia Koncza (Sopran), Dennis Marr (Tenor), Seok-Hoon Moon (Bass) sowie von Mi-Yeon Baek (Sopran), die kurzfristig für die erkrankte Sopranistin Tanja Kuhn eingesprungen war, dargeboten wurden. Insbesondere die junge Koreanerin Mi-Yeon Baek löste bei den Besuchern größte Begeisterung aus, denn sie bestach nicht nur mit ihrem strahlend hellen, äußerst geschmeidigen Sopran, sondern auch mit ihrem perfekt zu nennenden mimischen und darstellerischen Können - ob als keckes, schelmisches Ännchen in der Arie "Einst träumte meiner selgen Base" aus Carl-Maria von Webers "Freischütz", als wahnsinnige Ophélie in der Oper "Hamlet" von Ambroise Thomas oder schließlich in Arien und Szenen aus der Operette "Candide" von Leonard Bernstein.

Doch auch der Sopran von Sylvia Koncza sprach in seiner Geschmeidigkeit und warmen Ausstrahlung, die sich gleichfalls mit vitaler Gestaltung verbanden, die Zuhörer an. Der junge Tenor Dennis Marr aus Stuttgart überzeugte bereits in der Arie "Nein, länger trag ich nicht die Qualen" aus dem "Freischütz" mit seiner mal sehr lyrisch, mal auch kraftvoll klingenden Stimme. Über einen machtvollen, metallisch fest klingenden Bass verfügt der in Korea geborene Bass Seok-Hoon Moon, den er in zwei Arien des Mephisto aus der Oper "Faust" von Charles Gounod mit dynamisch sich steigernden und durchaus diabolischem Ausdruck ausführte.

Szenen aus der Operette "Candide" von Leonard Bernstein beschlossen in der Ausführung von Sylvia Koncza und Mi-Yeon Baek einen an glanzvollen Momenten reichen Opernarienabend. Zuvor aber riss Bernhard Eppstein in einem Solo mit der in furiosem, akrobatisch erscheinendem Tempo ausgeführten Komposition "Suggestion diabolique", Opus vier, Nummer vier, die Sergej Prokofiew im Alter von 17 Jahren schrieb, die Besucher förmlich von den Stühlen.

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