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Gelächter, Geplauder und ganz feiner Jazz

Zwei österreichische Originale haben bei den Schlossfestspielen die Scala-Bühne betreten: Thomas Gansch und Georg Breinschmid.

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Thomas Gansch und Georg Breinschmid begeisterten im Scala an Trompete und Kontrabass.  Foto: 

Die Konstellation macht die Musik: Trompete und Kontrabass begegnen sich als Duo im Jazz - wo auch sonst. Und zwei ausgemachte Komiker und Satiriker begegnen dem Scala-Publikum bei den Schlossfestspielen: Trompeter Thomas Gansch und Kontrabassist Georg Breinschmid spielten am Samstag in dem Kino-Konzertsaal mit langer Geschichte.

Thomas Gansch, berühmter Trompeter-Sproß einer östereichischen Musikerfamilie, gilt als einer der bedeutendsten Jazzer der Gegenwart, weil er mit seinem Instrument so richtig auf Tuchfühlung geht und durch es spricht: Er seufzt in die Trompete hinein, lässt sie zynisch lachen, grunzen, rascheln, zischen und entlockt ihr schließlich die weichesten Töne, die sie auf Lager hat. Seinen wachen Geist legt er eins zu eins in seine Freundin aus Blech. Am Kontrabass antwortet Georg Breinschmid, zupft, trommelt und bringt seine komplexe Tonsprache mit ein. Ein Dialog entsteht, der das Scala-Publikum am Samstagabend in Atem hält. Die Jazzfreunde in den Kinositzen reiben sich die Hände und genießen den stilprägenden Trompeter, der in Georg Breinschmid, selbst ein Ass im modernen Jazz, ein wirkungsvolles Pendant findet.

Ganz behutsam beginnen die beiden auf dieser Basis einen äußerst charmanten Dialog mit ihrem Publikum. Im Jazz ist erlaubt, was gefällt - auch Pfeifen. Und da geht es auch schon in die zweite Runde, ein Talk mit dem Publikum entsteht. Politisch wird's und philosophisch.

Dieses Duo hat sich gesucht und gefunden und kann sogar gemeinsam den Tod bespielen. Die Kombination aus Wortwitz und Tonmalerei ist einmalig und macht das Duo zu gern gesehenen Gästen des erweiterten Konzepts der Schlossfestspiele. Hier passt Gansch, der vor vielen Jahren sein klassisches Trompetenstudium abgebochen und lieber im Vienna Art Orchestera mitgespielt hat, sehr gut hinein. Die Schlossfestspiele wollen den Ungewöhnlichen in der Musik Raum geben, was hier einmal mehr gelingt.

Gansch trägt sein Herz am Mundstück und plaudert zwischendurch ganz zwanglos. Georg Breinschmid wählt ebenfalls lieber die Querfeldein-Route bevor er ausgetretene Pfade nimmt. Beide sind Grenzgänger und ergänzen sich. Eine Begegnung mit ihnen macht gute Laune und Lust auf Grenzüberschreitung.

Beide haben ein Gespür für eine zumindest kleine Revolution im Konzertsaal, und genau da liegt neben der Virtuosität ihre Stärke. Aus der Nische wird eine Stilrichtung, die nichts mit den oft anstrengenden Jazz-Marathons zu tun hat. Natürlich muss das Wiener Lied herhalten und wird liebevoll ironisch ad absurdum geführt. Natürlich gibt es so manchen Reigen im Walzertakt, der sich in die Jazz-Welt einschleicht, und natürlich versteht sich Thomas Gansch nicht weniger gut aufs Stepptanzen als aufs Trompetespielen. Wenn die Königin in seinen Händen sich aber zu Wort meldet, sanft und so lyrisch wie es sonst nur ihre Schwester aus Holz, die Klarinette, kann, kommt sofort Ruhe in den Saal. Thomas Gansch ist Entertainer und Musiker zugleich, vielleicht weil er weiß, dass das Publikum mit stundenlanger Fingerakrobatik allein nicht mehr in den Konzertsaal zu bewegen ist. Die Leute wollen lachen und Musik hören auf bestem Niveau. Gansch und Breinschmid schenken ihnen beides mit immer neuen Einfällen und Geschichten hinter der Musik - und eine besonders intensive und unvergessliche Begegnung.

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