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Eisenhandel mit Wurzeln in einer Konditorei

Johannes Ernst (1878 bis 1870) prägte das Leitmotiv der Lotter-Dynastie: "Lieber Geld verlieren als Vertrauen". Enkel Helmut Ernst sagte zum Firmenjubiläum am Donnerstag: "Wir hatten sehr viel Glück gehabt in unserer Geschichte."

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  • Die historische Aufnahme aus dem Archiv der Gebr. Lotter KG zeigt das Ludwigsburger Ladengeschäft in der Oberen Marktstraße 4 um das Jahr 1880. Dorthin war das Unternehmen von der Körnerstraße gezogen. Das Foto rechts zeigt die Firmenzentrale heute. Fotos: Lotter 1/2
    Die historische Aufnahme aus dem Archiv der Gebr. Lotter KG zeigt das Ludwigsburger Ladengeschäft in der Oberen Marktstraße 4 um das Jahr 1880. Dorthin war das Unternehmen von der Körnerstraße gezogen. Das Foto rechts zeigt die Firmenzentrale heute. Fotos: Lotter
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Die Geschichte der Firma Gebr. Lotter KG ist eine überaus wechselvolle, geprägt von vielen Erfolgen und Misserfolgen, wie sich Lotter-Chef Helmut Ernst bei der Jubiläumsveranstaltung zu 175 Jahre Lotter ausdrückte. Dass Ernst dem Unternehmen als persönlich haftender Gesellschafter vorsteht, zeigt aber auch die Besonderheit des Ludwigsburger Handelshauses, das mit insgesamt rund 1400 Mitarbeitern und 450 Millionen Euro Umsatz auf eine überaus lange Tradition als Familienunternehmen zurückblicken kann. Genau genommen ist Lotter sogar schon älter als 200 Jahre, denn die Ursprünge des Unternehmens reichen in Ludwigsburg bis ins Jahr 1810 zurück, wenngleich damals noch nicht mit Eisen und Metall gehandelt wurde.

Eine Chronik: Man schreibt das Jahr 1810. Christoph Heinrich Lotter eröffnet in Ludwigsburg in der Körnerstraße 16 eine Konditorei, die auch Genussmittel wie Kaffee, Tee oder Gewürze verkauft. Nach seinem Tod führt Witwe Christiane Katharine Lotter das Geschäft, das vorwiegend Nahrungsmittel und andere Kleinwaren verkauft, weiter. Doch in der Genussmittelbranche soll das Unternehmen nicht Karriere machen. Schon bald kommen Eisenwaren mit ins Sortiment, weshalb 1840 als offizielles Gründungsjahr gilt. Sohn Albert Lotter übernimmt 1846 den Betrieb, und die Geschäfte mit Eisen und Eisenwaren entwickeln sich fortan so gut, dass er 1866 in der Oberen Marktstraße ein Anwesen erwirbt, in das er den Handel mit Eisen, Eisenwaren und Kochgeschirren verlagert. Als Albert Lotter 1869 stirbt, führt seine Witwe Friederike Louise Lotter das Geschäft unter Alberts Namen fort. 1877 gliedert sie das Grobeisen- und Ofengeschäft aus und übergibt es ihrem ältesten Sohn Wilhelm. Das Eisenwarengeschäft geht 1894 an Sohn Paul.

Wilhelm führt den ihm überlassenen Geschäftszweig unter eigener Regie, muss es aufgrund einer Erkrankung aber an seine Brüder Adolf und Heinrich übergeben, die das Geschäft ab 1892 "Gebrüder Lotter" nennen.

1908 kommt es zum Wechsel der Familienzugehörigkeit. Heinrich Lotter verkauft das Unternehmen aus gesundheitlichen Gründen an den Stuttgarter Kaufmann Johannes Ernst, der zehn Jahre später, nach dem Tod von Paul Lotter, auch das Geschäft in der Oberen Marktstraße erwirbt.

Nach anfänglichen Schwierigkeiten kann Johannes Ernst die Geschäfte ausbauen. Die Zahl der Mitarbeiter steigt von zwölf im Jahr 1908 auf 70 im Jahr 1929 und auf 140 im Jahr 1939. 1948 wandelt Johannes Ernst das Unternehmen in eine Familiengesellschaft um, in die sein Sohn Theodor Ernst als persönlich haftender Gesellschafter mit eintrat. Lotter profitiert erheblich vom Wirtschaftsaufschwung und muss die Lagermöglichkeiten in der Martin-Luther-Straße und in der Mörikestraße immer wieder ausbauen und erweitern. Im Todesjahr von Johannes Ernst, 1970, ist die Mitarbeiterzahl bereits auf über 500 gestiegen. Theodor Ernst wird in der Geschäftsführung bereits von seinen beiden Söhnen Helmut und Gerhard Ernst unterstützt. Ein neues Grundstück wird in Autobahnnähe im Gebiet Waldäcker gefunden - mit Lagermöglichkeiten für Flüssiggas, Betonstahl und für Eisenwaren. Kurze Zeit nach dem Bezug des Neubaus wird auch das Sanitär- und Heizungsprogramm mit ins Sortiment aufgenommen.

Das Jahr 1981 markiert einen weiteren wesentlichen Baustein in der Historie des Familienunternehmens. Helmut Ernst wird zum zweiten persönlich haftenden Gesellschafter berufen. Nach den politischen Umwälzungen des Jahres 1990 bekommt auch die Entwicklung von Lotter eine neue Ausrichtung. Das Unternehmen beteiligt sich am Aufbau Ost und gründet mehrere Handelsunternehmen in Sachsen. Heute werden dort mehr als 400 Mitarbeiter beschäftigt.

Auch im Westen geht der Ausbau weiter. Das im Jahr 2000 gegründete Gemeinschaftsunternehmen "Lotter + Liebherr" entwickelt sich zu einem bundesweit bedeutenden Bodenbelagsgroßhändler. In den Folgejahren stoßen in der württembergischen Umgebung die Großhandelsunternehmen Schrade Neckarsulm, Haug Bad Friedrichshall und Dewald in Pleidelsheim zu der Unternehmensgruppe hinzu, die nunmehr an über 40 Standorten in Deutschland vertreten ist.

Info Einen ausführlichen Überblick über die Unternehmensgeschichte gibt es auf einer eigens gestalteten Internetseite: <span class="externalwebaddresstext">www.175jahrelotter.de</span>

175 Jahre Lotter: Millionen-Spende zum Jubiläum

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