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Ein Orchester als Instrument

Dem Jazz-Allrounder Markus Geiselhart gelingt es immer wieder, dem Big Band-Format neue Horizonte zu eröffnen. Am Sonntag, 26. Juni, ist er bei den Schlossfestspielen zu Gast. Mit auf der Bühne: der Posaunist Ray Anderson.

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  • Jazz-Allrounder Markus Geiselhart hat eine neue CD veröffentlicht und kommt am 26. Juni zu den Schlossfestspielen. Fotos: Schlossfestspiele/Erika Kapin/Andreas Eisler 1/2
    Jazz-Allrounder Markus Geiselhart hat eine neue CD veröffentlicht und kommt am 26. Juni zu den Schlossfestspielen. Fotos: Schlossfestspiele/Erika Kapin/Andreas Eisler Foto: 
  • Posaunist Ray Anderson spielt mit dem Orchester von Geiselhart. 2/2
    Posaunist Ray Anderson spielt mit dem Orchester von Geiselhart. Foto: 
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Vor wenigen Tagen hat der gebürtige Stuttgarter Markus Geiselhart mit seinem 2010 gegründeten Orchester eine neue CD unter dem Titel "My Instrument is the Orchestra" veröffentlicht. Darauf versammelt sind musikalische Erfahrungen und Vorlieben, die Geiselhart in den letzten 15 Jahren musikalisch geprägt - und verändert haben. Er studierte Jazzposaune und spielte unter anderem im Bundesjazzorchester.

Immer wieder bringt Geiselhart mittlerweile auch spartenübergreifende Projekte auf die Bühne, heute unterrichtet er an der Universität für Musik und darstellende Kunst. So hat sich der hochkarätige Musiker inzwischen auch ein Stück weit zum Komponisten, Arrangeur und Bandleader gewandelt.

Wie kraftvoll Geiselhart auf der Bühne als Leader agiert, konnte man Mitte Juli im Rahmen der Schlossfestspiele bei einem Konzert seines "Don Ellis Tribute Orchestra" im Scala erleben. Das Orchester wurde von dem Trompeter Thomas Gansch begleitet. Das Konzert war dabei mehr als nur eine Hommage an den Jazz-Erneuerer Don Ellis, dessen stakkatoartiges Arrangement zum Film "French Connection" weltweit bekannt geworden ist.

Im Scala glänzte das Orchester durch zahlreiche furiose Neubearbeitungen von Ellis-Songs sowie dem Beatles-Klassiker "Hey Jude". Gansch, Geiselhart und das Orchester boten über zwei Stunden lang ein kongeniales Zusammenspiel auf hohem Niveau. Alles ist nachzuhören auf dem Album "Bulge live".

Auf den neuen CD "My Instrument is the Orchestra" führt Markus Geiselhart diesen eingeschlagenen Weg konsequent weiter. Neun Songs versammelt der Silberling, auf dem mutig alle Grenzen überschritten werden. Der Titelsong wird mit Fanfaren angekündigt und ergießt sich anschließend in Rhythmen und Melodien, die sich wunderbar ergänzen. Nach und nach entsteht so ein musikalisches Gesamtbild des Orchesters.

Geiselhart wäre nicht Geiselhart, wenn er einen nicht verblüffen würde. In "I remember Hans und Marcus" spielt Herbert Joos als Solist Flügelhorn. Ein warmer, satter Sound, der unter einem romantisch-impressionistischen Einfluss steht. Bei "Brainwash" hat sich Geiselhart den österreichischen Gitarristen Martin Koller mit ins Boot geholt, der ungewöhnliche Klangbilder zaubert.

Im achtminütigen "Spirit of Don Ellis" erweist das Markus-Geiselhart-Orchester mit komplexen Rhythmen und Taktarten schließlich seine Referenz an den US-amerikanischer Jazz-Trompeter, Schlagzeuger, Komponisten und Bandleader Don Ellis. Perfekt angetrieben von Mario Lackner an den Drums und Marion Rom, Trompete.

Nach dem Konzert im Juli 2015 hat Festspielleiter Thomas Wördehoff vor dem applaudierende Publikum im Scala angekündigt, er werde Thomas Gansch wieder einladen. Ob dies zustande kommt, steht in den Sternen.

Klar ist nur, wer am Sonntag, 26. Juni, in die Reithalle der Karlskaserne kommt: Geiselharts Orchester und der amerikanische Jazz-Posaunist Ray Anderson. Dem eilt nicht nur der Ruf voraus, maßgeblich an der Wiederentdeckung der Posaune als Soloinstrument im Jazz beteiligt gewesen zu sein, sondern auch einen gewissen "rotzigen" und gleichzeitig verspielten Stil zu pflegen. Wie sein Souljazz, karibische Rhythmen, swingender Mainstream und Avantgarde zusammengeführt wird, kann man auf Andersons jüngster CD "Being The Point" anhören. Dies alles kommt Markus Geiselhart in jedem Fall entgegen, weil er sich im Jazz mit all seinen unvorhersehbaren Wendungen, genauso wie Ray Anderson, wohl fühlt wie ein Fisch im Wasser.

Info Das Konzert mit dem Markus-Geiselhart-Orchester und Ray Anderson findet am Sonntag, 26. Juni, 19 Uhr, in der Reithalle der Karlskaserne in Ludwigsburg statt.

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